Bitcoin: Geben die Miner jetzt auf?
Der Bitcoin setzt auch zum Wochenbeginn seinen Abwärtstrend der letzten Tage fort und nimmt Kurs auf sein erst Anfang Februar aufgestelltes Jahres- und zugleich 12-Monatstief bei ca. 64.900 US$. Wird das Schürfen der Kryptowährung für Miner immer uninteressanter und werfen schon die ersten die Flinte ins Korn?
Ein Miner verkauft alles
Es ist eine bemerkenswerte Neuigkeit. Zum ersten Mal in der Geschichte hat ein Kryptominer seine gesamte Bitcoin-Reserve verkauft.
Die Rede ist vom Bitcoin-Miner Bitdeer Technologies. Zum Jahresende verfügte das Unternehmen noch über einen Bestand von rund 2.000 Bitcoins. Dieser wurde im Januar auf knapp über 1.500 Stück abgebaut. Vergangene Woche zog Bitdeer dann die Reißleine und verkaufte seinen gesamten Restbestand von ca. 940 Bitcoin sowie die gesamte Wochenproduktion von 190 Coins.
Grund zur Panik ist das nicht, denn es gibt es einen profanen Grund für den rasanten Bitcoin-Abverkauf durch Bitdeer Technologies, und zwar der massive Kapitalbedarf des Unternehmens. Wie fast alle Bitcoin-Miner will sich Bitdeer von einem einfachen Kryptominer zu einem KI-Rechenzentrumsbetreiber entwickeln. Das erfordert Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe.
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Die Mining Difficulty steigt
Andere Bitcoin-Miner wie MARA Holdings und Riot Platforms, die auf sehr hohen Währungsbeständen sitzen, halten noch an diesen fest. Aber das könnte sich bald ändern, denn das Umfeld für Miner wird zunehmend schwierig.
Auf der einen Seite sinkt der Bitcoin-Kurs und auf der anderen Seite haben die Miner mit höheren „Produktionskosten“ zu tun. Die Mining Difficulty ist zuletzt um rund 15% deutlich angestiegen.
Mit diesem Wert wird der Schwierigkeitsgrad des Minings von Bitcoins bezeichnet. Die Mining Difficulty ist automatischer Kontrollmechanismus in Blockchain-Netzwerken, der dafür sorgt, dass neue Blöcke in einem konstanten Zeitabstand erzeugt werden – völlig egal, wie viel Rechenleistung weltweit gerade im Einsatz ist.
Ohne sie würden leistungsstärkere Computer die Rätsel zum Schürfen von Bitcoins immer schneller lösen, was wiederum dazu führen würde, dass alle 21 Millionen Bitcoins viel zu schnell geschürft wären und das Netzwerk instabil würde. Die Difficulty ist demnach eine Art „Tempomat“ der Blockchain.
Eine höhere Mining Difficulty bedeutet für die Miner aber den Einsatz höherer Ressourcen. Bitdeers Bruttomarge verringerte sich innerhalb eines Jahres von 7,4 auf 4,7%. Sollte sich die Mining Difficulty weiter erhöhten könnte das für Miner mit zu hohen Stromkosten zu einem massiven Problem werden.
Chart und Sentiment sind angeschlagen
Ich rate Anlegern, derzeit die Finger vom Bitcoin zu lassen. Sowohl das Sentiment als auch der Chart der Kryptowährung Nummer 1 sind aktuell stark angeschlagen.
Es ist gut möglich, dass der Bitcoin-Kurs in den kommenden Tagen auf ein neues 12-Monatstief fällt. Das Marktsentiment ist extrem negativ. Die Zahl der negativen Kommentare von (vermeintlichen) Experten ist so groß wie schon lange nicht mehr.
Dass weitere Miner ihre Bitcoin-Bestände auf den Markt werfen, halte ich derzeit noch für unrealistisch. Aber bei einem weiter sinkenden Bitcoin-Kurs und einer weiter steigenden Mining Difficulty könnte das durchaus ein realistisches Szenario werden.
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ℹ️ Bitcoin in Kürze
- Bitcoin (BTCUSD) ist die erste und größte Kryptowährung, dient primär als digitales, knappes Wertaufbewahrungsmittel und wird häufig als „digitales Gold“ bezeichnet.
- Die Kryptowährung basiert auf einem dezentral organisierten Buchungssystem, bei dem Zahlungen kryptographisch legitimiert und über ein Peer-to-Peer-Netzwerk (P2P) abgewickelt werden.
- Diese dezentrale Datenbank ist die sogenannte Blockchain.