Bitcoin: Deshalb kam es zum 250 Milliarden $ Crash

Keine Liquidität

Der Krypto-Markt verliert übers Wochenende rund 250 Milliarden US$. Viele sprechen von Systemversagen. Raoul Pal, CEO von Global Macro Investor, sieht das anders. Er macht eine US-Liquiditätskrise verantwortlich, keine strukturelle Schwäche bei digitalen Assets.

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Liquidität versiegt – Tech-Aktien leiden genauso

Pal wehrt sich gegen die Interpretation, Bitcoin sei vom traditionellen Markt abgekoppelt. Seine Analyse zeigt vielmehr Parallelen zu US-Software-as-a-Service-Aktien. Deren Kursbewegungen verlaufen nahezu identisch. Das deutet auf einen gemeinsamen makroökonomischen Treiber hin, nicht auf branchen-spezifische Probleme.

Die US-Liquidität dominiert derzeit das Geschehen. Normalerweise zeigen globale Liquiditätsmaße eine enge Korrelation zu Krypto-Preisen, doch aktuell wirkt sich die Reduzierung zirkulierender Mittel im Finanzsystem besonders stark auf riskante Assets aus. Ende 2025 lief die Federal-Reserve-Reverse-Repo-Facility aus und der Treasury General Account wurde wieder aufgebaut.

Hinzu kam die teilweise Regierungsschließung, die zusätzlich Kapital aus dem Markt zog. Ein starker Anstieg des Goldpreises verstärkte den Effekt: Kapital, das sonst in Kryptowährungen oder Wachstumsaktien geflossen wäre, wurde abgezogen.

Bitcoin und Ethereum brechen massiv ein

Die Kursbewegungen sprechen eine klare Sprache. Bitcoin fiel übers Wochenende von knapp 84.000 US$ auf etwa 76.000 US$, ein Rückgang von über zehn Prozent. Dabei entstand eine der größten CME-Futures-Lücken der Geschichte. Aktuell notiert Bitcoin bei rund 78.000 US$, -11,6% niedriger als vor einer Woche und -40% unter dem bisherigen Allzeithoch.

Ethereum traf es noch härter. Mit fast sieben Prozent Verlust in 24 Stunden liegt der Kurs bei rund 2.243 US$, mehr als -54% unter dem bisherigen Höchststand. Die gesamte Krypto-Marktkapitalisierung schrumpfte auf etwa 2,66 Billionen US$, nachdem sie noch vor einer Woche bei rund drei Billionen US$ gelegen hatte.

Liquidationen erreichten dramatische Ausmaße: Über 2,5 Milliarden US$ gingen an einem einzigen Tag verloren, seit Donnerstag summierten sie sich auf mehr als 5,4 Milliarden US$.

Mehrere Belastungsfaktoren gleichzeitig

Der Ausverkauf wurde durch die dünne Wochenendliquidität verstärkt. Gleichzeitig belasten makroökonomische Nachrichten die Märkte: steigende Renditen japanischer Langfristanleihen, zunehmende Handelsspannungen und geopolitische Risiken im Nahen Osten und Asien.

On-Chain-Daten spiegeln eine fragile Stimmung wider. Dip-Käufe bleiben derzeit aus. Große Bitcoin-Halter reduzierten seit Anfang 2026 rund 10.000 BTC, während kurzfristige Anleger in unrealisierten Verlusten sitzen.

Fazit

Die Analyse von Raoul Pal liefert eine schlüssige Erklärung für den jüngsten Einbruch. Der Markt reagiert auf makroökonomische Verwerfungen, nicht auf ein grundsätzliches Problem von Bitcoin oder Krypto allgemein.

Trotzdem bleiben die Belastungsfaktoren bestehen. Ohne stärkere Akkumulation durch langfristig orientierte Investoren dürften kurzfristige Erholungen verpuffen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich die Liquiditätssituation entspannt oder der Druck auf risikoreichere Assets anhält.

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ℹ️ Bitcoin in Kürze

  • Bitcoin notiert aktuell bei etwa rund 78.000 US$.
  • Die Kryptowährung befindet sich in einem ausgeprägten Abwärtstrend und hat von ihren Höchstständen im Oktober um fast -40% an Wert verloren, was die längste Verlustserie seit vier Monaten darstellt.
  • Analysten erwarten weitere Rückgänge bis auf das Fibonacci-Niveau von etwa 70.800 US$, da sich Bitcoin weiterhin in einem Abwärtstrend bewegt und mehrere Verkaufssignale auf dem Tageschart vorhanden sind.
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