Ocular Therapeutix: Bietet Sanofi mehr als 16 US$?
Der französische Pharmakonzern Sanofi erwägt offenbar einen erneuten Übernahmeversuch des US-Biotechnologieunternehmens Ocular Therapeutics. Nach einem zuvor gescheiterten Anlauf verdichten sich nun die Hinweise, dass Sanofi an einem verbesserten Angebot arbeitet. Eine offizielle Bestätigung liegt bislang nicht vor, doch allein die erneute Spekulation hat ausgereicht, um die Ocular-Aktie zeitweise wieder um fast 20% nach oben zu schicken.
Strategisch würde eine Akquisition gut in Sanofis langfristige Ausrichtung passen. Der Konzern steht vor der Aufgabe, sein Wachstum in den kommenden Jahren durch gezielte Zukäufe zu sichern, da wichtige Umsatzträger perspektivisch unter Patentschutzdruck geraten. Innovative Biotechunternehmen mit klarer technologischer Differenzierung gelten dabei als besonders attraktive Ziele. Ocular Therapeutics passt in dieses Profil, da sich das Unternehmen auf langwirksame Arzneimittelabgabesysteme für Augenerkrankungen spezialisiert hat und damit einen Bereich adressiert, der sowohl medizinisch als auch kommerziell hohe Relevanz besitzt.
Im Zentrum des Interesses steht die Pipeline von Ocular, insbesondere Programme zur Behandlung der feuchten altersbedingten Makuladegeneration. Diese Indikation zählt zu den größten und wettbewerbsintensivsten Märkten in der Ophthalmologie. Positive klinische Entwicklungen könnten den strategischen Wert des Unternehmens erheblich steigern und die Bereitschaft eines potenziellen Käufers erhöhen, eine signifikante Prämie zu zahlen.
16-Dollar-Angebot abgelehnt
Schon letztes Jahres hatte der Aufsichtsrat von Ocular eigenen Angaben zufolge ein Angebot der Franzosen über 16 US$ je Aktie zurückgewiesen. An der Börse hat die Übernahmefantasie deutliche Spuren hinterlassen. Die Aktie von Ocular Therapeutics reagierte nach einem kräftigen Kurssprung mit einer ausgeprägten Korrektur. Dieses Muster ist typisch für M&A-Situationen ohne bestätigte Offerte: Der Kurs bildet eine Art Erwartungswert ab, der zwischen der eigenständigen Bewertung des Unternehmens und einem möglichen Übernahmepreis pendelt. Jede neue Nachricht – oder auch das Ausbleiben konkreter Informationen – kann diese Balance rasch verschieben.
Aus Bewertungssicht ist klar, dass ein erfolgreicher erneuter Vorstoß Sanofis über dem bislang diskutierten Preisniveau liegen müsste, um die Zustimmung von Management und Aktionären zu finden. Gleichzeitig bleibt das Risiko hoch, dass sich die aktuelle Bewegung als vorübergehend erweist, falls sich die Gerüchte nicht materialisieren. In diesem Fall könnte die Aktie wieder stärker an fundamentalen Kennzahlen und dem Fortschritt der Pipeline gemessen werden.
Hohes Kurspotenzial bei Deal-Abschluss
Unterm Strich zeigt die aktuelle Situation, welchen strategischen Stellenwert Ocular Therapeutics inzwischen erreicht hat. Für Anleger ist die Aktie derzeit weniger eine klassische Langfristwette als vielmehr ein ereignisgetriebenes Investment, bei dem Chancen und Risiken eng beieinanderliegen. Entscheidend wird sein, ob Sanofi den nächsten Schritt macht – und ob Ocular mit operativen Fortschritten seine Verhandlungsposition weiter stärken kann.
Klar ist: Nachdem die seinerzeit im No Brainer Club empfohlene Aktie gestern den Großteil ihrer Tagesgewinne wieder abgegeben hat und nur noch bei 11,28 US$ notiert, ist das theoretische Upside bei einem Zustandekommen einer Übernahme beachtlich.
Tipp: Mitglieder des No Brainer Club kommen derzeit aus dem Feiern nicht mehr raus. Du möchtest das Mastermind hinter den NBC-Empfehlungen kennenlernen? Dann sichere Dir jetzt den kostenlosen Newsletter von Biotech-Profi Maximilian Ruth.