Beiersdorf bricht ein, Deutsche Börse zieht an: DAX-Ausblick
Der DAX hat in der vergangenen Woche einen schweren Rückschlag erlitten. Aufgrund der Eskalation im Nahen Osten büßte das größte deutsche Börsenbarometer knapp 1.700 Punkte ein und schloss -6,7% tiefer mit knapp 23.591 Punkten. Die höchsten Verluste gab es bei Merck und Beiersdorf, Deutsche Börse war bester DAX-Wert. Geht es in der neuen Woche weiter nach unten?
Eine tiefrote Woche
Die Woche begann mit deutlichen Abgaben, nachdem die USA und Israel am Wochenende ihren Angriff auf den Iran gestartet hatten. Am Dienstag weiteten sich die Verkäufe noch einmal aus, ehe es am Mittwoch zu einem Rebound kam. Der Donnerstag und der Freitag brachten dagegen wieder deutliche Abgaben mit sich. So stand unter dem Strich die verlustreichste Woche seit den Zollunruhen Ende März/Anfang April 2025.
Iran-Krieg sorgt für Abgabedruck
Anleger haben sich in der vergangenen Woche auf breiter Front zurückgezogen, da sie die Auswirkungen des Iran-Krieges und die faktische Blockade der Straße von Hormus bewerten. Im Zuge dessen sind die Ölpreise in die Höhe geschossen.
Während die Nordseesorte Brent um +27% stieg, ging es für die in Amerika entscheidende Referenzsorte WTI sogar um mehr als +35% hinauf. Die 100-US$-Marke ist nicht mehr allzu weit entfernt. Und: Dauerhaft erhöhte Preise würden nicht nur die Inflation anheizen, sondern könnten unweigerlich auch in einer globalen Rezession münden.
Die Sorge der Anleger ist also durchaus berechtigt, zumal ein Ende der Kampfhandlungen nicht in Sicht ist. Am Freitag schrieb US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform TruthSocial, dass ein Deal mit dem Iran nicht mehr zur Debatte stünde und er eine bedingungslose Kapitulation fordere.
Gleichzeitig warnte der Energieminister von Katar, dass sämtliche Förderstaaten in der Golfregion innerhalb weniger Wochen ihre Produktion einstellen könnten und der Ölpreis im Zuge dessen bis auf 150 US$ klettern könnte.
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Arbeitsmarktdaten schwächer als erwartet
Aufgrund der Entwicklungen am Ölmarkt und der geopolitischen Spannungen sind auch die gemeldeten Arbeitsmarktzahlen für den Monat Februar etwas in den Hintergrund geraten. Die Daten fielen deutlich schwächer aus als erwartet, sind aufgrund von verzerrenden Effekten wie Streiks aber auch schwierig einzuordnen. Gemeldet wurde der Abbau von 92.000 Stellen, während Ökonomen mit einem Anstieg von 59.000 Jobs gerechnet hatten.
Angesichts der schwachen Entwicklung am Arbeitsmarkt könnte die US-Notenbank nun doch früher als erwartet mit Zinssenkungen eingreifen, falls die Inflation mit Blick auf die Energiepreise nicht aus dem Ruder läuft.
Der Blick auf die neue Woche
In der neuen Woche dürfte das Hauptaugenmerk der Anleger weiter dem Iran-Krieg und den Entwicklungen in der Straße von Hormus gelten. Außerdem stehen am Mittwoch neue Preisdaten aus den USA auf der Agenda, die Experten zufolge einen weiter nachlassenden Inflationsdruck signalisieren könnten. Allerdings spiegeln diese die Krise im Nahen Osten noch nicht wider.
Darüber hinaus geht die Berichtssaison weiter mit den Zahlen von Volkswagen und Oracle (Dienstag), Henkel und Rheinmetall (Mittwoch) sowie Zalando, RWE, Daimler Truck und Hannover Rück (Donnerstag).
Merck und Beiersdorf schmieren ab, Deutsche Börse legt zu
In der vergangenen Woche waren hierzulande die Aktien von Merck KGaA und Beiersdorf die schwächsten Performer im DAX mit Abschlägen von gut -14% bzw. knapp -22%. Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern litt unter einem schwachen Ausblick und nimmt nun wieder Kurs auf die 100-€-Marke.
Die Aktie von Beiersdorf wurde nach mauen Zahlen und einer noch schwächeren Prognose noch stärker zu Boden gedrückt. Der Wert fiel auf ein neues Tief seit März 2022.
Als einer der weniger Gewinneraktien stach die Deutsche Börse mit einem Wochengewinn von gut +4% heraus. Sie profitiert von der starken Volatilität an den Märkten und dem erhöhten Handelsvolumen. Hinzu kommen positive Analystenkommentare. Durch den Sprung über die 200-Tage-Linie (SMA200) hat sich das Chartbild spürbar aufgehellt.
DAX fällt deutlich zurück
Der DAX hat in der abgelaufenen Handelswoche nicht nur sämtliche Gewinne seit Jahresbeginn ausradiert, sondern ist in der Year-to-Date-Bilanz sogar mit fast -4% ins Minus gerutscht.
Durch den Fall unter die 25.000- sowie die 24.000-Punkte-Marke und den Bruch der 200-Tage-Linie (SMA200) hat sich das Chartbild spürbar eingetrübt. Im Fokus steht nun die 50-Wochen-Linie (SMA50) bei 23.834 Punkten.
Sie wurde auf Wochenbasis zwar durchbrochen, könnte in der neuen Woche aber für eine Erholung sorgen, da dem Markt auch bei den Korrekturen im August 2024 und April 2025 auf diesem Niveau letztlich eine Trendwende gelungen ist.
Weitere Marken, die Anleger im Auge behalten sollten, sind das alte Rekordhoch von März 2025 bei 23.476 Punkten sowie das November-Tief bei 22.943 Punkten. Ein Unterschreiten dieser kritischen Kursmarken würde die Lage noch einmal deutlich verschlechtern.
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