BayWa-Aktie: Wird es jetzt wieder brenzlich?
Eine weitere schlechte Nachricht führt zu einem erneuten stärkeren Kursrückgang. Am Donnerstag verliert sie aktuell -8,3% und steht bei 2,75 €. Damit ist die wichtige Haltegrenze von 3 € wieder unterschritten. Was ist jetzt zu erwarten?
BayWa r.e. sorgt für Probleme
Nachdem der Sanierungsplan stand, ging es mit der Aktie aufwärts. Allerdings kam es immer wieder zu Rückgängen aufgrund schlechter Nachrichten. Aufgrund sinkender Erwartungen beim Verkauf der Tochter BayWa r.e. wurde am 12. März eine Pflichtmitteilung veröffentlicht.
Durch ein schlechteres Umfeld ist der erwartete Verkaufspreis der Tochter nicht mehr realisierbar. BayWa r.e. ist im Geschäft mit Solaranlagen in den USA unterwegs. Mit der neuen US-Regierung änderten sich dort die Rahmenbedingungen. Solar- und Windenergie werden nicht mehr gefördert. Die USA setzen wieder auf eine konventionelle Stromerzeugung.
Geplant war die Sanierung der Energietochter bis 2028 und dann ein Verkauf. Der Verkaufspreis sollte dann bei 1,7 Milliarden € liegen. Für die Tochter läuft ein separates Sanierungsverfahren.
Laut Unternehmensangaben wird deren Sanierung zwei Jahre länger dauern, also bis 2030.
Verhandlungen mit Banken laufen
Vorsorglich nahm die Muttergesellschaft bereits Verhandlungen mit den Gläubigerbanken sowie den Großaktionären auf. Über den Stand der Gespräche ist nichts bekannt. Es dürfte wahrscheinlich darum gehen, dass die bestehenden Kredite verlängert werden.
Bisher wurden alle Probleme gelöst. Das dürfte auch hier der Fall sein. Entweder wird das Sanierungskonzept verlängert oder nur die Kredite werden verlängert. Eine weitere Lösung könnte auch seitens der beiden Großaktionäre gefunden werden. Hier könnte 2028 eine neue Kapitalerhöhung kommen oder eine Bürgschaft für die dann noch bestehenden Kredite.
Geschäftsbericht kann verschoben werden
Vorsorglich wies der Konzern darauf hin, dass es zu einer Verschiebung für die Veröffentlichung kommen kann. Die Jahresprognose für 2026 wurde bereits gestrichen.
Wichtig werden jetzt die Quartalsberichte des laufenden Geschäftsjahres. Hier wird sich zeigen, wie sich das operative Geschäft entwickelt.
Was bedeutet das für die Aktie?
Eine erste Reaktion ist mit dem heutigen Kursrückgang zu sehen. Während der Verhandlungszeit dürfte es zu einer höheren Volatilität kommen. Wenn die Verhandlungen erfolgreich verlaufen, ist wieder mit einem Anstieg deutlich über 3 € zu rechnen.
Sollten die Verhandlungen scheitern, ist mit einem drastischen Kursrückgang zu rechnen. Das halte ich jedoch für unwahrscheinlich. Ein Scheitern nutzt weder den Banken noch den Großaktionären.
Momentan sollten nur risikobewusste investieren. Der Grund ist, dass der Ausgang der Verhandlungen offen ist.
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ℹ️ BayWa in Kürze
- Die bayerische BayWa AG ist ein international tätiges Handels- und Dienstleistungsunternehmen. Schwerpunkte der Handelsaktivitäten sind der Agrarbereich sowie der Handel mit Solarmodulen und Solarparks.
- Der Münchener Konzern betreibt seine Geschäfte überwiegend in Deutschland, Österreich und Osteuropa. Insgesamt hat der Konzern inklusive Franchise- und Partnerfirmen mehr als 3.000 Vertriebsstandorte in 16 europäischen Ländern.
- Die im SDAX gelistete Aktie wird aktuell mit 288 Millionen € bewertet.