Bayer-Aktie: Warum Anleger wieder mutig zugreifen

Weiter auf dem Vormarsch

Die Bayer-Aktie ist zurück auf dem Radar der Investoren – und diesmal mit Nachdruck. Binnen sechs Monaten hat der Titel um mehr als +60% auf aktuell 46,74 € zugelegt und befindet sich seit November 2025 in einem klaren, dynamischen Aufwärtstrend. Warum greifen Anleger wieder beherzt zu? Und ist da jetzt noch mehr drin?

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Eine Turnaround-Story

Die gute Nachricht vorab: Der Kursanstieg der Bayer-Aktie ist diesmal nicht nur ein Strohfeuer. Seit dem Herbst 2025 kaufen Investoren konsequent Rücksetzer. Höhere Hochs und höhere Tiefs prägen das Chartbild.

Der Markt signalisiert damit deutlich, dass sich die Wahrnehmung der Aktie verändert hat. Aus dem jahrelangen Sanierungsfall wird Schritt für Schritt wieder eine glaubwürdige Turnaround-Story.

Fundamental speist sich diese Neubewertung aus mehreren Quellen. Operativ hat Bayer spürbar an Disziplin gewonnen, Kosten gesenkt und den Fokus geschärft. Vor allem das Pharmageschäft liefert verlässlichere Beiträge, während Consumer Health stabilisiert und Crop Science in einem schwierigen Umfeld zumindest keine negativen Überraschungen mehr produziert.

Die Angst schwindet mehr und mehr

Entscheidend ist jedoch ein anderer Punkt: Die Angst vor den lange Zeit als unkalkulierbar geltenden Glyphosat-Risiken hat nachgelassen. Nicht, weil das Thema erledigt wäre, sondern weil der Markt beginnt, die Risiken einzuordnen und einzupreisen.

Genau hier liegt der Kern der Rallye: Die Bayer-Aktie profitiert weniger von Euphorie als von nachlassender Panik. Jahrelang war der Titel ein Musterbeispiel für Vertrauensverlust, nun kehrt zumindest ein Teil dieses Vertrauens zurück.

Der DAX-Titel war schlicht zu billig für ein Szenario, das den Konzern dauerhaft am Boden sah. Seit November wird dieses Narrativ Stück für Stück korrigiert.

Es gibt noch Risiken

Bei aller Euphorie muss man feststellen: Es gibt weiterhin Risiken. Denn natürlich ist noch kein neues Kapitel ungetrübten Wachstums aufgeschlagen. Die Verschuldung bleibt hoch, die Rechtsrisiken sind nicht verschwunden und operative Rückschläge jederzeit möglich.

Doch der Markt blickt nicht mehr nur auf die Altlasten, sondern erstmals seit Langem auch auf das, was funktioniert. Kein Wunder also, dass inzwischen auch die Analysten mehrheitlich Licht am Ende des Tunnels sehen und teils Kursziele von 50 € wie die Investmentbank Exane BNP ausrufen.

Wer sein Portfolio für 2026 übrigens breiter aufstellen möchte, sollte einen Blick auf Dividenden-Aktien mit Kurspotenzial werfen. Hier werden zehn interessante Titel vorgestellt, die beides bieten könnten.

Wieder kaufenswert

Die Bayer-Aktie ist in meinen Augen kein Sanierungsfall mehr, sondern eine laufende Neubewertung. Der Kursanstieg von über +60% in sechs Monaten spricht für sich, er ist Ausdruck eines klaren Stimmungsumschwungs.

Solange der Aufwärtstrend seit November intakt bleibt, spricht vieles dafür, dass Investoren Bayer weiter eine zweite Chance geben. Aus Hoffnung ist Bewegung geworden. Selbst bei der lange Zeit unklaren Zukunft der Pharma-Sparte sieht es wieder besser aus, denn hier strebt der Konzern ab 2007 wieder ein dynamisches Wachstum an. Und genau deshalb ist die Bayer-Aktie meiner Meinung nach kaufenswert.

Abschließend sei erwähnt: Wer grundsätzliches Interesse am Sektor hat, könnte sich auch registrieren für den kostenlosen Newsletter von Biotech-Profi Maximilian Ruth.

ℹ️ Bayer in Kürze

  • Die Bayer AG ist einer der weltgrößten Chemie- und Pharmakonzerne. Der Konzern ist in drei Geschäftsbereiche untergliedert: Pharmaceuticals (rezeptpflichtige Arzneimittel), Consumer Health (rezeptfreie Medikamente) und Crop Science (Pflanzenschutz und Schädlingsbekämpfung).
  • Bayer hat seine Konzernzentrale in Leverkusen und unterhält weltweit Niederlassungen.
  • Bayer ist im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx 50 gelistet. An der Börse wird der Konzern aktuell mit ca. 45,7 Milliarden € bewertet.
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