Bayer-Aktie: Plötzlich scheint wieder die Sonne
Mit einem Kursplus von fast +5% setzt die Bayer-Aktie am Mittwochvormittag ihren Rebound der letzten Wochen fort und steht an der Spitze des DAX. Seit Jahresbeginn baut der deutsche Pharma- und Chemiekonzern damit seine Kursgewinne auf +10% aus. Was steckt hinter der starken Performance von Bayer zum Jahresbeginn und wird sie sich noch fortsetzen?
Optimismus im Pharmageschäft
Bayer gibt sich zum Start ins neue Jahr außergewöhnlich optimistisch. Auf der JPMorgan Healthcare Conference in San Francisco, der wahrscheinlich weltweit wichtigsten Zusammenkunft der Pharmabranche, strotzen die Leverkusener plötzlich vor Selbstvertrauen.
Grund für die breite Brust der Deutschen ist die rosige Einschätzung der Zukunft im Pharmageschäft.
Es ist die beste Pharma-Pipeline, die Bayer seit Langem hat,
so Stefan Oelrich, der Chef der Pharmasparte des Konzerns. Und weiter:
Wir haben jetzt fünf große Blockbuster-Kandidaten.
In den nächsten Jahren bis über das Jahr 2030 hinaus erwartet Oelrich ein extrem gutes Wachstum der Bayer-Pharmasparte.
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Drei neue Blockbuster
Diese Überzeugung ist umso erstaunlicher, als dass die Pharmasparte noch vor wenigen Monaten als Sorgenkind des Konzerns galt. Viele Anleger und Analysten machten sich begründete Sorgen, dass Bayer für seine beiden Kassenschlager, den Blutgerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea, nicht schnell genug gleichwertige Nachfolger finden könnte. Bei beiden Bayer-Blockbustern läuft peu à peu der Patentschutz aus.
Doch nun scheinen die Leverkusener vom Erfolg ihres Prostatamedikaments Nubeqa und des Nierenmedikaments Kerendia überzeugt zu sein. Im vergangenen Jahr dürfte Nubeqa bereits einen Blockbuster-Umsatz von knapp 2 Milliarden € erzielt haben. Bei Kerendia lagen die Erlöse voraussichtlich zwischen 600 und 700 Millionen €.
Der dritte neue Blockbuster im Bunde ist der Blutgerinnungshemmer Asundexian. Er war lange als Flop abgeschrieben, überzeugte aber im November in einer zulassungsrelevanten Studie mit sehr guten Daten zur Schlaganfallprävention. In drei Wochen will Bayer weitere Studiendaten zu Asundexian veröffentlichen, auf deren Grundlage sich auch das Marktpotenzial besser abschätzen lässt. Analysten schätzen das Umsatzpotenzial auf bis zu 2 Milliarden €.
Durchbruch in Sachen Glyphosat?
Neben den positiven Nachrichten aus der Pharmasparte gibt es noch eine weitere gute Nachricht, die eine noch größere Tragweite für den Kurs der Bayer-Aktie haben wird. Übermorgen will der US-amerikanische Supreme Court über die Annahme der Glyphosat-Klage entscheiden.
Sollte das oberste Gericht die Zuständigkeit in dem seit vielen Jahren andauernden Rechtsstreit zwischen Bayer und Abertausenden Klägern annehmen, besteht für den deutschen Konzern endlich die Chance auf Rechtssicherheit in den USA. Bislang haben amerikanische Gerichte hinsichtlich der vermeintlich krebsauslösenden Wirkung des Unkrautvernichters Roundup (Glyphosat) sehr unterschiedliche Urteile gefällt. Durch das Anrufen des Supreme Courts will Bayer Klarheit in dieser Angelegenheit schaffen.
Neues 12-Monatshoch
Der Chart der Bayer-Aktie entwickelte sich zuletzt hervorragend. Seit Anfang November steckt der DAX-Titel in einem steilen Aufwärtstrend.
Inzwischen notiert der Kurs wieder auf einem 12-Monatshoch bei über 40 €. Charttechnisch steht weiteren Kursgewinnen der Bayer-Aktie nichts im Wege.
Die Gründe für Skepsis fallen weg
Die Bayer-Aktie feiert seit einem Jahr ein grandioses Comeback an der Börse. In den letzten zwölf Monaten hat sich der Kurs des DAX-Titels verdoppelt.
Ich war lange ein Skeptiker einer nachhaltigen Erholung der Bayer-Aktie, aber der aktuelle Newsflow könnte endgültig den Durchbruch bringen. Die gute Entwicklung der Pipeline im Pharmabereich nimmt Anlegern die Sorge, dass Bayer über eine „Patentklippe“ fällt und kein Wachstum mehr in seinem Stammgeschäft generieren kann.
Noch wichtiger ist die aktuelle Entwicklung in den USA. Ich sehe gute Chancen, dass das Oberste Gericht in den kommenden Monaten die Rechtsunsicherheit rund um Glyphosat endgültig ausräumt.
Für Bayer hätte das den großen Vorteil, endlich eine Schlussstrich unter seine Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten ziehen zu können. Seit Jahren belastet die Bayer-Aktie die Sorge, dass diese ein Fass ohne Boden sind.
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ℹ️ Bayer in Kürze
- Die Bayer AG ist einer der weltgrößten Chemie- und Pharmakonzerne. Der Konzern ist in drei Geschäftsbereiche untergliedert: Pharmaceuticals (rezeptpflichtige Arzneimittel), Consumer Health (rezeptfreie Medikamente) und Crop Science (Pflanzenschutz und Schädlingsbekämpfung).
- Bayer hat seine Konzernzentrale in Leverkusen und unterhält weltweit Niederlassungen.
- Bayer ist im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx 50 gelistet. An der Börse wird der Konzern aktuell mit ca. 40 Milliarden € bewertet.