Bayer-Aktie -5%: Schreibt die Börse sie nun wieder ab?
Bad news aus den USA
Der Grund für den heutigen Kurseinbruch der Bayer-Aktie ist in einem doppelten Rückschlag zu finden: ein unerwartet schwerer Dämpfer in einem wichtigen Glyphosat-Berufungsverfahren in den USA paart sich mit einer Hiobsbotschaft aus der Pharma-Pipeline.
Hauptgrund für das heutige Minus ist wahrscheinlich die Nachricht, dass ein US-Bundesberufungsgericht am späten Vorabend einen wegweisenden Antrag von Bayer abgewiesen hat. Der deutsche Konzern hatte gehofft, in einem aktuellen Verfahren ein Grundsatzurteil zu erwirken, das besagt, dass Bundesrecht (die Genehmigung der US-Umweltbehörde EPA, wonach Glyphosat keine Warnhinweise auf Krebs benötigt) das Recht der einzelnen Bundesstaaten überwiegt. Dies hätte als Schild gegen Tausende künftige Klagen gedient.
Das Gericht wies die Argumentation von Bayer jedoch zurück. Damit bleibt das rechtliche Risiko in den USA unberechenbar hoch.
Anleger hatten im Vorfeld darauf gehofft, dass Bayer die juristische Flanke im Sommer 2026 endlich schließen kann. Diese Hoffnung hat heute einen herben Dämpfer erhalten, und die Angst vor weiteren Milliardenvergleichen oder Schadensersatzzahlungen flammt schlagartig wieder auf.
Und schlechte Nachrichten aus der Pharma-Pipeline
Zusätzlich belastet eine Enttäuschung aus der Pharmasparte die fundamentale Stimmung der Investoren. Bayer musste am Morgen bekannt geben, dass eine fortgeschrittene Phase-III-Studie des potenziellen Blockbusters Asundexian (einem Blutgerinnungshemmer, der eigentlich den alternden Kassenschlager Xarelto ersetzen sollte) wegen mangelnder Wirksamkeit in einer spezifischen Patientengruppe vorzeitig abgebrochen werden musste.
Da die Pharma-Pipeline von Bayer ohnehin als relativ dünn gilt, bricht mit diesem Rückschlag eine der wichtigsten Säulen für das langfristige Umsatzwachstum in den kommenden Jahren weg.
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Es wird düster im Chart
Das Chartbild der Bayer-Aktie hat sich zuletzt deutlich verdüstert. Seit knapp zwei Wochen steckt der DAX-Titel in einem massiven Abwärtstrend.
Der Widerstand des 3-Monatstiefs bei 36 € wurde am gestrigen Montag mit einem Schlag durchbrochen. Nun droht der Bayer-Aktie ein Rückfall auf das Kursniveau von 30 €.
Das Rendite-Risiko-Verhältnis passt nicht
Ich rate Anlegern trotz des jüngsten Kursrückgangs auch weiterhin, die Finger von der Bayer-Aktie zu lassen. Das Rendite-Risiko-Verhältnis passt meiner Meinung nach immer noch nicht.
Ein Forward-KGV von über 8 ist mir für einen Chemie-Pharma-Konzern, der nicht mehr wächst und auch nicht sonderlich profitabel ist, zu hoch. Hinzu kommt die massive Rechtsunsicherheit, die sich Anleger mit einem Investment in die Bayer-Aktie nach wie vor einkaufen.
Der Oberste Gerichtshof der USA wird noch vor der Sommerpause ein Urteil in der Causa Glyphosat fällen. Sollte es positiv ausfallen, sprich Bundesrecht über dem Recht der Einzelstaaten stehen, dürfte die Bayer-Aktie mit einer Kursexplosion reagieren.
Sicher ist das allerdings nicht. In den USA bewegt man sich juristisch aufgrund des nicht kodifizierten Rechts immer auf sehr dünnem Eis. Ein Sieg Bayers ist keineswegs ausgemachte Sache.
Abschließend: An diese Top-Picks 2026 glauben wir mehr als an die Bayer-Aktie.
ℹ️ Bayer in Kürze
- Die Bayer AG ist einer der weltgrößten Chemie- und Pharmakonzerne. Der Konzern ist in drei Geschäftsbereiche untergliedert: Pharmaceuticals (rezeptpflichtige Arzneimittel), Consumer Health (rezeptfreie Medikamente) und Crop Science (Pflanzenschutz und Schädlingsbekämpfung).
- Bayer hat seine Konzernzentrale in Leverkusen und unterhält weltweit Niederlassungen.
- Bayer ist im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx 50 gelistet. An der Börse wird der Konzern aktuell mit ca. 33 Milliarden € bewertet.
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Fazit
Wer sein Geld im Pharma- oder Chemiesektor investieren will, findet meiner Ansicht nach zahlreiche Aktien, die ein deutlich besseres Rendite-Risiko-Verhältnis mitbringen, als die von Bayer. Anleger sollten auch weiterhin besser an der Seitenlinie ausharren.