Aumovio-Aktie: +22% seit Erstnotiz – ist das berechtigt?
Die Aumovio-Aktie wird erst seit September als eigenständige Aktie gehandelt. Der Ausgabekurs lag bei 35 €; am Mittwoch steht sie aktuell bei 42,90 €. Was ist hier jetzt zu erwarten?
Jahresziele präzisiert
Insgesamt gibt der Konzern sich für das laufende Geschäftsjahr zuversichtlich und präzisierte seine Prognose. Demnach wird mit einer bereinigten EBIT-Marge von 2,5 bis 4% gerechnet. Mit der Bekanntgabe der Quartalszahlen am 7. November wurde der Zielwert genauer gefasst – die Marge soll jetzt im oberen Bereich liegen. Beim Umsatz wird ein Wert von 18 bis 19 Milliarden € angestrebt, allerdings im unteren Bereich.
Mittelfristig soll dann der Umsatz auf 20 bis 22 Milliarden € steigen, verbunden mit einer EBIT-Marge von 4 bis 6%. Langfristig sind dann ein Umsatz von mehr als 24 Milliarden € sowie eine EBIT-Marge von 6 bis 8% eingeplant.
CFO Jutta Dönges, CFO von Aumovio, kommentierte die Ziele so:
Mit unserer soliden finanziellen Basis und den starken Ergebnissen blicken wir zuversichtlich nach vorne. Wir bestätigen – und präzisieren – unser Finanzziel für das bereinigte EBIT am oberen Ende der Spanne.
Ertrag deutlich gesteigert
Das große Problem bisher war, dass die Ertragslage sehr gering war. Das war auch mit ein Grund, dass Continental die Sparte als eigenständige Gesellschaft auslagerte. In dem Quartalsbericht ist ersichtlich, dass der operative Ertrag in den ersten neun Monaten deutlich gesteigert wurde. Das bereinigte operative EBIT erhöhte sich von 166 Millionen € im Vorjahreszeitraum auf 409 Millionen €. Dementsprechend stieg die EBIT-Marge von 1,1 auf 2,9%. Allerdings fiel das dritte Quartal schlechter aus als im Vorjahr.
Der Umsatz verringerte sich von 14,7 auf 14,1 Milliarden €. Der Auftragseingang lag bei 14,6 Milliarden €. Insgesamt sind die Geschäftszahlen zufriedenstellend ausgefallen. Das Problem der geringen Rentabilität ist trotz des Ertragsanstieges noch immer vorhanden.
Was bedeutet das für die Aktie?
Das Zulieferer-Geschäft für die Automobilbranche ist momentan in einer schwierigen Situation. Die geringe Ertragskraft war auch der Grund für die Ausgliederung des bisherigen Mutterkonzerns Continental. An dieser Situation wird sich vorerst auch nichts ändern.
Meiner Meinung nach ist die Aktie überbewertet. Sie liegt mit einem Anstieg von +22% über dem damaligen Ausgabekurs von 35 €. Als eigenständiges Unternehmen kann die Strategie zwar flexibler gestaltet werden, das Umfeld bleibt jedoch weiterhin schwach. Positiv ist, dass das Problem der hohen Kosten aktiv angegangen wird. Einen fairen Wert sehe ich bei 40 €.
Die Analysten sind sehr unterschiedlicher Bewertungen. Barclays ist mit ihrem Zielkurs von 60 € sehr zuversichtlich, hier wird die höhere Profitabilität in den Fokus gestellt. Die Deutsche Bank sieht mit 50 € ebenfalls weiteres Potenzial. Jefferies sieht den fairen Wert bei 36,20 € , das liegt geringfügig über dem Ausgabekurs.
Mein Fazit: Ein Einstieg bei dem jetzigen Kursniveau ist wenig ratsam.
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ℹ️ Aumovio in Kürze
- Die Aumovio SE (WKN: AUMOV1) ist ein Automobilzulieferer und entstand 2025 als Spin-off aus dem Geschäftsbereich Automotive der Continental AG. Das Unternehmen ist ein wichtiger Zulieferer der Automobilbranche.
- Der Hauptsitz befindet sich in Frankfurt; der Konzern ist mit rund 100 Standorten in mehr als 25 Ländern vertreten.
- Die Aktie ist im MDAX gelistet und wird aktuell mit 4,3 Milliarden € bewertet.