Apple-Aktie zieht an: Alles besser als gedacht?

Stabile Aussichten

Die Aktie von Apple ist mit Rückenwind in das neue Geschäftsjahr gestartet und schließt heute nach einer Kursrallye bei gut 4% Plus. Der Konzern hatte die Erwartungen der Wall Street letzte Woche klar übertroffen, der Kurs konnte jedoch in einem schwachen Umfeld zunächst kaum Boden gutmachen. Klar ist: Die Zahlen und ein optimistischer Ausblick unterstreichen die anhaltende Relevanz Apples im globalen Technologiesektor.

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Starker Jahresauftakt trotz verhaltener KI-Fantasie

Apple ist mit besser als erwarteten Ergebnissen in das neue Geschäftsjahr gestartet und stellte zugleich einen robusten Ausblick für das zweite Quartal in Aussicht. Dies gelang trotz der Tatsache, dass die neuen KI-Funktionen des iPhone 17 bislang nur begrenztes zusätzliches Nachfragepotenzial entfalten, nachdem die umfassende Überarbeitung von Siri im vergangenen Jahr verschoben worden war.

Die aktuellen Verkaufszahlen deuten darauf hin, dass künstliche Intelligenz für viele Verbraucher kein ausschlaggebendes Kriterium beim Smartphone-Wechsel darstellt. Dennoch entwickelt sich der laufende iPhone-Zyklus deutlich dynamischer als erwartet. Apple befindet sich inzwischen im Modus einer aktiven Angebotsnachsteuerung, ein Szenario, das zuletzt während der Einführung von 5G-Geräten zu beobachten war.

Partnerschaften als strategischer Wachstumstreiber

Die jüngsten Quartalszahlen bestätigen zwar die Stärke des iPhone-Zyklus, doch dieser Aspekt allein bildet nicht das Fundament der positiven langfristigen Einschätzung. Entscheidender ist die strategische Zusammenarbeit mit Google im Bereich künstlicher Intelligenz. Im Mittelpunkt steht ein mögliches Distributionsmodell, bei dem Apple Anbietern von Sprachassistenten oder großen Sprachmodellen Gebühren für eine bevorzugte Platzierung in seinem Ökosystem in Rechnung stellen könnte. Ergänzend ergibt sich zusätzliches Potenzial durch den Erneuerungszyklus der Geräte, da Apple Intelligence ausschließlich auf neueren iPhone-Generationen verfügbar ist.

Im weiteren Verlauf richtet sich der Blick jedoch auf die Zahlen des ersten Quartals sowie auf zentrale Risiken des laufenden Jahres, insbesondere im Hinblick auf die Bruttomargen.

iPhone-Nachfrage treibt Ergebnisse nach oben

Trotz der Skepsis des Vorjahres im Zusammenhang mit Verzögerungen bei Siri erreichten die iPhone-Umsätze im abgelaufenen Quartal 85,27 Milliarden US-Dollar. Damit setzt sich das Wachstum der wichtigsten Produktlinie eindrucksvoll fort. Die Nachfrage nach dem iPhone 17 ist so hoch, dass das Management von erheblichen Lieferengpässen berichtet. Ursache sind begrenzte Kapazitäten bei modernen Fertigungsprozessen für System-on-a-Chip-Komponenten.

Der Konzern profitierte dabei von außergewöhnlich hohen Verkaufszahlen, die zu ungewöhnlich niedrigen Lagerbeständen im Handel führten. Selbst vor diesem Hintergrund berücksichtigt der Ausblick für das laufende Quartal bereits ein Umsatzwachstum zwischen 13 und 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Rückkehr des Wachstums und Erholung in China

Auf Konzernebene zeigt sich eine klare Beschleunigung des Wachstums, wie sie zuletzt im Herbst 2021 zu beobachten war. Besonders deutlich fiel die Erholung in China aus, wo die iPhone-Umsätze um 38 Prozent auf 25,5 Milliarden US-Dollar zulegten. Trotz dieser Dynamik bleibt der Anteil Chinas am Gesamtumsatz unter dem Niveau Europas und der amerikanischen Märkte.

Die starke Nachfrage führte zugleich zu einem Anstieg der installierten Gerätebasis auf 2,5 Milliarden aktive Geräte. Dieser Zuwachs wirkt als zusätzlicher Impuls für das Dienstleistungsgeschäft, das im Quartal Erlöse von 30 Milliarden US-Dollar erzielte und damit um knapp 14 Prozent wuchs.

Dienstleistungen stärken die Profitabilität

Auch wenn das Wachstum der Servicesparte in etwa dem historischen Trend entspricht, liegt deren Bedeutung vor allem in der hohen Profitabilität. Mit einer Bruttomarge von über 76 Prozent übertrifft dieser Bereich das Konzerndurchschnittsniveau deutlich. Insgesamt haben sich die Bruttomargen seit Mitte 2025 spürbar verbessert, wobei der Ausblick für das kommende Quartal trotz steigender Speicherpreise weiterhin stabil bleibt.

KI-Strategie und Investitionen im Blick

Im Bereich künstlicher Intelligenz blieb das Management über die bereits bekannte Kooperation hinaus zurückhaltend mit neuen Details. Gleichzeitig deuteten Aussagen zur Investitionsplanung darauf hin, dass die Ausgaben für Rechenzentren und Cloud-Kapazitäten künftig wieder anziehen könnten. Mit der erwarteten Einführung einer personalisierteren Siri-Version auf Basis von Googles Gemini-Technologie dürfte die Nachfrage nach Cloud-Rechenleistung steigen, da nicht alle Nutzer KI-Funktionen direkt auf ihren Geräten ausführen wollen.

Herausforderungen abseits des iPhones

Nach den Quartalszahlen wurden die Umsatzschätzungen am Markt zwar leicht angehoben, doch die Zurückhaltung vieler Investoren erklärt sich aus der Schwäche anderer Produktbereiche. Mac- und Wearables-Umsätze gingen zurück, während das iPad nur moderat zulegen konnte. Die starke Abhängigkeit vom iPhone erhöht zudem die Anfälligkeit gegenüber Lieferengpässen, was potenziell Umsatz kostet.

Speicherpreise als Margenrisiko

Ein weiteres Risiko ergibt sich aus steigenden Kosten für DRAM-Speicher. Der Ausbau von KI-Rechenzentren hat dazu geführt, dass Hersteller Kapazitäten in Richtung spezialisierter Speicherchips verlagern. Prognosen gehen von deutlichen Preisanstiegen bei herkömmlichem DRAM im kommenden Jahr aus. Während der Effekt im ersten Quartal noch gering war, könnte er sich in der zweiten Jahreshälfte deutlich verstärken und die Margen belasten.

Bewertung im Branchenvergleich

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 31 auf Basis der erwarteten Gewinne des kommenden Jahres und vor der heutigen Rallye liegt Apple im Mittelfeld der großen Technologiewerte. Im Vergleich zur übrigen Tech-Branche erscheint die Bewertung nicht überzogen, auch wenn das Umsatzwachstum hinter einigen Wettbewerbern zurückbleibt.

Ausblick und strategische Perspektive

Die Kursreaktion nach der Zahlenvorlage fiel verhalten aus, da die starke iPhone-Nachfrage die Sorgen um steigende Kosten ausglich. Der übergeordnete Aufwärtstrend der Aktie bleibt intakt. Langfristig gilt die Zusammenarbeit zwischen Apple und Google als zentraler Wachstumstreiber, insbesondere durch mögliche Erlöse aus der Distribution von KI-Diensten. Diese strategische Option stellt einen wesentlichen Faktor für die weitere Entwicklung des Unternehmens dar.

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ℹ️ Apple in Kürze

  • Apple mit Sitz im kalifornischen Cupertino ist ein US-Technologiekonzern, der Hardware wie Smartphones, Notebooks, Tablets und Unterhaltungselektronik sowie Betriebssysteme und Anwendungssoftware entwickelt und vertreibt.
  • Darüber hinaus betreibt der Konzern ein Online-Portal für den Vertrieb von Filmen, Musik und Software.
  • Apple ist Mitglied in allen drei US-Leitindizes Dow Jones Industrial, Nasdaq 100 und S&P 500 und mit einer Marktkapitalisierung von ca. 3,97 Billionen US$ ist Apple derzeit das drittwertvollste Unternehmen der Welt.
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