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Anthropic-IPO: Diese 3 Aktien profitieren vom Börsengang

Wie profitieren?
Redaktion
Der US-amerikanische KI-Entwickler Anthropic steht kurz vor einem der meistbeachteten Börsengänge der vergangenen Jahre. Medienberichten zufolge hat das Unternehmen vertraulich die Unterlagen für einen Börsengang in den USA eingereicht. Nach einer Finanzierungsrunde im Mai wird Anthropic inzwischen mit über einer Billion US-Dollar bewertet.

Der Entwickler der Claude-KI-Plattform soll bereits Anfang Mai auf eine annualisierte Umsatzrate von rund 47 Milliarden US-Dollar gekommen sein. Für Investoren, die vor dem Börsengang an diesem Wachstum teilhaben möchten, bieten sich derzeit vor allem Beteiligungen an drei börsennotierten Technologiekonzernen an, die eng mit Anthropic verflochten sind.

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Alphabet setzt auf Beteiligung und Infrastruktur

Eine der umfassendsten indirekten Möglichkeiten bietet Alphabet. Der Google-Mutterkonzern ist nicht nur strategischer Investor, sondern auch zentraler Infrastrukturpartner von Anthropic. Berichten zufolge hat Alphabet Investitionen von bis zu 40 Milliarden US-Dollar zugesagt. Bereits frühere Gerichtsunterlagen deuteten darauf hin, dass Google rund 14 Prozent an Anthropic hält.

Darüber hinaus profitiert Alphabet von umfangreichen Cloud- und Hardwareverträgen. Anthropic soll sich verpflichtet haben, innerhalb von fünf Jahren rund 200 Milliarden US-Dollar für Google-Cloud-Dienste und spezialisierte KI-Chips auszugeben. Damit wird der KI-Entwickler zu einem bedeutenden Kunden für Googles wachsendes Cloud-Geschäft.

Alphabet investiert gleichzeitig massiv in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur. Das Unternehmen verfügt über eigene Tensor Processing Units (TPUs), Axion-Prozessoren, Nvidia-GPUs sowie ein weltumspannendes Netzwerk aus Rechenzentren und Glasfaserverbindungen. Die geplanten Investitionsausgaben für das Geschäftsjahr 2026 liegen zwischen 180 und 190 Milliarden US-Dollar, wobei ein weiterer Anstieg für 2027 erwartet wird.

Dennoch bleibt Alphabet mehr als nur eine Wette auf Anthropic. Mit der eigenen Gemini-Modellfamilie tritt Google direkt gegen Claude an. Die Kursentwicklung der Aktie wird daher weiterhin vor allem von Suchmaschinenwerbung, YouTube, dem Cloud-Geschäft und regulatorischen Risiken bestimmt.

Amazon profitiert doppelt vom KI-Boom

Auch Amazon hat sich frühzeitig eine starke Position bei Anthropic gesichert. Der E-Commerce- und Cloud-Konzern plant Investitionen von bis zu 33 Milliarden US-Dollar in das KI-Unternehmen. Davon wurden bereits 8 Milliarden US-Dollar bereitgestellt, während weitere Zusagen an das Erreichen bestimmter Geschäftsziele geknüpft sind.

Die Beteiligung hat sich bereits als äußerst wertvoll erwiesen. Nach Angaben von Business Insider stieg der Wert von Amazons ursprünglichem Investment von 8 Milliarden US-Dollar auf über 60 Milliarden US-Dollar. Damit zählt Anthropic zu den bedeutendsten strategischen Beteiligungen des Konzerns.

Zusätzlich profitiert Amazon über seine Cloud-Sparte AWS von langfristigen Liefer- und Infrastrukturverträgen. Anthropic plant, in den kommenden zehn Jahren nahezu 100 Milliarden US-Dollar für AWS-Technologien auszugeben. Das Unternehmen will dabei Rechenkapazitäten von bis zu fünf Gigawatt sichern, die auf Amazons Trainium-Chips und Graviton-Prozessoren basieren.

AWS zählt bereits mehr als 100.000 Kunden, die Claude-Modelle nutzen. Damit profitiert Amazon sowohl von möglichen Wertsteigerungen seiner Beteiligung als auch von laufenden Einnahmen als Infrastrukturpartner eines der am schnellsten wachsenden KI-Unternehmen der Welt.

Gleichzeitig bleibt Amazon ein breit diversifizierter Konzern. Faktoren wie die Entwicklung des Online-Handels, die Werbesparte, die Profitabilität von AWS und das Konsumverhalten der Verbraucher haben deutlich größeren Einfluss auf den Aktienkurs als die Beteiligung an Anthropic.

Salesforce verbindet KI mit Unternehmenssoftware

Eine dritte Möglichkeit bietet Salesforce. Der Softwarekonzern investiert seit 2023 über seine Venture-Capital-Sparte in Anthropic und hat seine Beteiligung in mehreren Finanzierungsrunden ausgebaut. Aktuellen Schätzungen zufolge könnte der Anteil inzwischen einen Wert von rund 5 Milliarden US-Dollar erreicht haben.

Besonders eng ist die operative Zusammenarbeit beider Unternehmen. Salesforce hat die Claude-Modelle in seine Unternehmensplattform Agentforce 360 integriert und nutzt die Technologie für Automatisierungs- und KI-Anwendungen im Unternehmensumfeld.

Umgekehrt gehört Anthropic selbst zu den wichtigen Salesforce-Kunden. Das Unternehmen setzt die Kollaborationsplattform Slack als zentrales Betriebssystem für interne Prozesse ein und nutzt außerdem Sales Cloud für Vertriebsaktivitäten. Die Nutzung von Slack bei Anthropic soll sich allein im ersten Quartal verfünffacht haben.

Für Anleger bietet Salesforce damit eine direkte Verbindung zur wachsenden Nachfrage nach KI-gestützter Unternehmenssoftware. Allerdings ist auch hier die Entwicklung des Kerngeschäfts entscheidend. Die Nachfrage nach CRM-Lösungen, die Verbreitung von Agentforce und die Monetarisierung von Slack bleiben die wichtigsten Kurstreiber. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass leistungsfähige KI-Agenten langfristig klassische Softwarelösungen teilweise ersetzen könnten.

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Redaktion

Fazit

Wer vor einem möglichen Börsengang von Anthropic von dessen Wachstum profitieren möchte, findet in Alphabet, Amazon und Salesforce drei unterschiedliche indirekte Investmentmöglichkeiten. Während Alphabet und Amazon vor allem über milliardenschwere Beteiligungen und Infrastrukturpartnerschaften profitieren, bietet Salesforce einen stärkeren Zugang zum Unternehmenssoftware-Markt rund um KI-Anwendungen. Für Anleger bleibt jedoch wichtig: Keine dieser Aktien ist ein reiner Anthropic-Ersatz, da jeweils zahlreiche weitere Geschäftsbereiche die Bewertung und Kursentwicklung maßgeblich beeinflussen.

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