AMS-Osram-Aktie: Beginnt jetzt eine neue Ära?

Neue Zahlen

Die AMS-Osram-Aktie konnte sich nach dem starken Rückgang im Dezember bis auf 7 SFR (Schweizer Franken) wieder deutlich erholen. Am Mittwoch verliert sie aktuell -5,9% und steht bei 8,20 SFR. Damit ist der gestrige starke Kursanstieg wieder vollständig hinfällig geworden. Lohnt sich hier ein Einstieg?

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Ziele vorzeitig erreicht

Das Unternehmen schreitet bei der Umsetzung des Restrukturierungsprogramms „Re-establish the Base“ zügig voran und erreicht seine Einsparziele von 220 Millionen € ein Jahr früher als erwartet.

Die vorläufigen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vom 10. Februar sind insgesamt positiv ausgefallen. Ein direkter Vergleich mit dem Vorjahr ist wegen mehrerer Verkäufe von Geschäftsbereichen wenig aussagefähig.

Der Konzernumsatz ist mit 3,3 Milliarden € relativ stabil geblieben. Die Umsätze im Halbleiter-Kerngeschäft verbesserten sich um 7%. Die EBITDA-Marge stieg um 1,5 Prozentpunkte auf 18,3% und liegt damit ebenfalls über dem Mittelwert der Erwartungen.

Der operative Free Cashflow verbesserte sich überproportional von 43 auf 144 Millionen €. Hierin sind Geldmittelzuflüsse aus Geschäftsverkäufen nicht enthalten. Erneut wurden Design-Wins von über 5 Milliarden € erzielt.

Für das erste Quartal gibt der Konzern allerdings moderate Ziele vor. Die EBITDA-Marge soll bei 15 ± 1,5 % liegen. Hier machen sich negative Dekonsolidierungseffekte bemerkbar.

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Neue Finanzziele bis 2030 festgelegt

Der Konzernumbau neigt sich dem Ende zu. Einer der letzten Bausteine dürfte der Verkauf des nicht-optischen Sensorbereichs für 570 Millionen € an Infineon gewesen sein.

In dem neuen Transformations- und Sparprogramm „Simplify“ wurden die Finanzziele bis 2030 festgelegt. Demnach soll ein weiterer Abbau von 2000 Stellen erfolgen, davon 1000 in Europa. Mit diesem Schritt wird die Profitabilität weiter gesteigert; die bereinigte EBITDA-Marge soll dann mindestens bei 25% liegen.

Beim Free Cashflow stehen mindestens 200 Millionen € auf dem Zettel. Der Nettoverschuldungsgrad soll von derzeit 2,5 auf unter 2 sinken.

Die Ziele zeigen, dass der Konzern wieder auf den Erfolgspfad zurückkehrt.

Potenzial vorhanden

Der Transformationsprozess ist zwar noch nicht vollkommen abgeschlossen, dennoch zeichnet sich die neue Konzernstruktur ab. Das Hauptproblem der hohen Verschuldung durch die Übernahme von Osram wurde stark reduziert. Der Erlös von 570 Millionen € aus dem Verkauf von Geschäftseinheiten an Infineon dürfte die Schulden weiter massiv reduzieren.

Jetzt gilt es, nach vorn zu schauen, AMS-Osram dürfte wieder auf den Erfolgsweg zurückkehren. Die neuen Finanzziele bis 2030 sind ein Indiz hierfür. 2026 kann jedoch noch ein Übergangsjahr bleiben, danach dürfte sich die Ertragslage deutlich verbessern.

Meiner Meinung nach ist die Aktie unterbewertet, mittelfristig sind zweistellige Kurse wieder berechtigt. Kurzfristig überwiegt jedoch noch die Skepsis, daher wird die Volatilität sich fortsetzen.

Die Analysten sind überwiegend zuversichtlich und teilen diese Ansicht. Die UBS mit ihrem Zielkurs von 13,20 SFR, Barclays mit 10 SFR und die Deutsche Bank mit 9,50 SFR sind sehr zuversichtlich. JP Morgan bestätigte ihren Zielkurs von 5,35 SFR und bleibt weiterhin sehr vorsichtig.

Mein Fazit: Das jetzige Niveau bietet wieder gute Einstiegschancen.

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ℹ️ AMS-Osram in Kürze

  • Die AMS-Osram AG (WKN: A118Z8) ist in der Entwicklung und Herstellung von hochleistungsfähigen Sensorlösungen und Beleuchtungsmodulen tätig.
  • 2019 übernahm AMS den deutschen Osram-Konzern und firmiert seitdem unter dem heutigen Namen. Teile des Osram-Konzerns, die nicht in das Gesamtkonzept passten, wurden verkauft. Der vollständige Konsolidierungskurs dürfte im Jahr 2023 abgeschlossen sein.
  • Neben dem Hauptsitz im österreichischen Premstätten besitzt das Unternehmen weltweit zahlreiche Niederlassungen.
  • Die Aktie ist an der Schweizer Börse gelistet, die Marktkapitalisierung beträgt 807 Millionen SFR.
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