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Amazon-Aktie: Was könnte sie wieder beflügeln?

Fehlende Impulse

Die Aktie von Amazon bewegt sich seit Monaten in einer auffallend engen Handelsspanne. Während andere Technologieriesen deutlich zulegen konnten, bleibt die Kursentwicklung hinter den Erwartungen vieler Anleger zurück – doch strategische Investitionen könnten den langfristigen Wachstumspfad erneut untermauern.

Amazon
stock.adobe.com/Alexey Novikov

Aktie zeigt Underperformance

Die Kapitalmärkte senden derzeit ein gemischtes Signal. Die Amazon-Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten lediglich einen Zuwachs von weniger als zehn Prozent erzielt und damit sowohl den Technologie-Korbinstrumenten der sogenannten Magnificent Seven als auch dem breiten Markt deutlich hinterhergehinkt. Auch der Vergleich mit dem S&P 500 zeigt eine klare Underperformance.

Diese Entwicklung spiegelt vor allem die Skepsis vieler Investoren gegenüber der aggressiven Investitionsstrategie des Unternehmens wider. Marktteilnehmer sorgen sich, dass hohe Ausgaben die Kapitalrendite belasten könnten. Erinnerungen an die kostspieligen Expansionsphasen während der Pandemie sind dabei noch präsent – auch wenn die aktuellen Investitionen einem anderen strategischen Ziel folgen.

Amazon investiert massiv, um im Wettbewerb mit den großen Technologieunternehmen strategisch die Nase vorn zu behalten. Anders als viele Konkurrenten arbeitet der Konzern jedoch weiterhin mit einem vergleichsweise margenschwachen Einzelhandelsgeschäft. Besonders international liegt die operative Marge im E-Commerce-Segment bei lediglich rund drei Prozent.

Gleichzeitig bleibt der Onlinehandel die Grundlage des gesamten Konzerns. Das Handelsgeschäft bildete nicht nur den Ursprung des Unternehmens, sondern lieferte auch die Infrastruktur und das operative Fundament für den späteren Aufbau von Amazon Web Services.

Diese Kombination aus E-Commerce und Cloud hat sich als wirkungsvolle Wachstumsmaschine erwiesen. Auch wenn die Margenstruktur zwischen Einzelhandel und Cloudgeschäft stark auseinandergeht, zeigt die Gesamtentwicklung des Unternehmens den Erfolg dieser Strategie. Amazon ist inzwischen der umsatzstärkste Konzern der Welt, während AWS knapp 18 Prozent zum Gesamtumsatz beiträgt. Das Handelsgeschäft hat damit entscheidend dazu beigetragen, den langjährigen Branchenprimus Walmart zu überholen.

Wachstumsstory noch lange nicht zu Ende

Der Anteil des Onlinehandels am gesamten Einzelhandel in den USA wächst weiterhin stetig. Nach einem pandemiebedingten Ausschlag hat sich die Durchdringung stabilisiert und lag im dritten Quartal 2025 bei rund 16,4 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes. Auch international zeigt sich ein ähnliches Bild. Anfang 2025 entfielen bereits rund 20 Prozent des Einzelhandels auf E-Commerce. Die Zahlen verdeutlichen, dass der strukturelle Trend zum Onlinehandel weltweit anhält und Amazon weiterhin erhebliche Expansionsmöglichkeiten besitzt.

Gleichzeitig steht der digitale Handel vor einer neuen technologischen Phase. Künstliche Intelligenz beginnt zunehmend, die Interaktion zwischen Konsumenten und Onlineplattformen zu verändern. Insbesondere KI-gestützte Einkaufsassistenten könnten künftig eine zentrale Rolle im Onlinehandel spielen. Für Amazon ist diese Entwicklung besonders relevant. Das Unternehmen verfügt über eine etablierte Plattform mit hoher Kundenbindung, die sich nur schwer verdrängen lässt. Schwierigkeiten anderer KI-Akteure bei der Integration von Shopping-Funktionen zeigen, wie komplex dieser Markt ist.

Damit bleibt Amazon nicht nur der dominierende E-Commerce-Anbieter, sondern baut seine Position auch in angrenzenden Geschäftsbereichen aus. Besonders dynamisch entwickelt sich das Werbegeschäft des Konzerns. Die Anzeigensparte generiert inzwischen fast 70 Milliarden Dollar Umsatz und greift zunehmend Marktanteile an, die lange Zeit von Unternehmen wie The Trade Desk geprägt wurden.

Parallel prüft Amazon neue Möglichkeiten, seine Werbetechnologie auch für externe Plattformen verfügbar zu machen – etwa für Anzeigen in KI-Chatbots. Durch die enorme Händlerbasis könnte das Unternehmen dieses Segment schnell skalieren und zusätzliche Erlösquellen erschließen.

Ein weiterer Expansionsbereich liegt in der Logistik. Amazon arbeitet daran, seine Lieferinfrastruktur stärker in den Markt für sogenannte Less-than-Truckload-Transporte auszudehnen. Damit würde der Konzern direkt mit spezialisierten Logistikunternehmen wie Old Dominion Freight Line konkurrieren.

Die Strategie zielt darauf ab, durch Größe und Infrastruktur zusätzliche Effizienzgewinne zu realisieren. Das Einzelhandelsgeschäft von Amazon scheint damit noch lange nicht an seine Wachstumsgrenzen zu stoßen.

Cloudgeschäft und KI treiben den nächsten Investitionszyklus

Neben dem Handelsgeschäft bleibt die Cloud-Sparte AWS der zentrale Wachstumsmotor des Konzerns. Im Zuge des globalen KI-Wettlaufs verstärkt Amazon seine Investitionen erheblich.

Besonders aufmerksam verfolgten Investoren zuletzt Amazons Beteiligung an einer neuen Finanzierungsrunde von OpenAI in Höhe von rund 50 Milliarden Dollar. Die Partnerschaft verschafft dem Konzern Zugang zu fortschrittlichen KI-Technologien und stärkt seine Position im Wettbewerb mit anderen Technologiekonzernen.

Um die ambitionierten Pläne zu finanzieren, hat Amazon zudem eine der größten Unternehmensanleihen der Geschichte platziert und rund 37 Milliarden Dollar aufgenommen. Das starke Interesse der Investoren unterstreicht das Vertrauen der Kapitalmärkte in die finanzielle Stabilität und Kreditwürdigkeit des Unternehmens.

Die hohen Investitionen spiegeln sich auch in der Planung für die kommenden Jahre wider. Amazon stellt für die nächste Phase seiner Infrastruktur- und KI-Expansion Kapitalausgaben von rund 200 Milliarden Dollar in Aussicht.

Kurzfristig belastet diese Strategie den freien Cashflow, doch langfristig erwarten Analysten wieder deutlich steigende Ergebnisse. Prognosen gehen davon aus, dass sich der freie Cashflow spätestens bis 2027 wieder deutlich erholen könnte – selbst unter der Annahme weiterhin hoher Investitionen.

Gleichzeitig dürfte die operative Hebelwirkung des Geschäftsmodells weiter zunehmen. Schätzungen zufolge könnte das operative Ergebnis bis 2028 jährlich um mehr als 20 Prozent wachsen.

Bewertung eröffnet langfristige Chancen

Trotz der ambitionierten Investitionspläne erscheint die Bewertung der Aktie moderat. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt derzeit unter dem 28-fachen der prognostizierten Gewinne.

Diese Bewertung deutet darauf hin, dass viele Investoren die kurzfristigen Belastungen durch die hohen Investitionen stärker gewichten als die möglichen langfristigen Wachstumschancen.

Langfristig orientierte Anleger könnten darin jedoch eine Gelegenheit sehen. Amazons Strategie setzt weiterhin auf ein Zusammenspiel aus E-Commerce, Cloud-Infrastruktur, Werbung und künstlicher Intelligenz – ein Ökosystem, das sich in der Vergangenheit immer wieder als besonders skalierbar erwiesen hat.

Wir halten die Amazon-Aktie daher auf ihrem aktuellen Niveau unter 210 US-Dollar für kaufenswert.

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ℹ️ Amazon in Kürze

  • Amazon (WKN: 906866) mit Hauptsitz in Seattle im US-Bundesstaat Washington ist ein global agierender Online-Versandhändler mit einer breit gefächerten Produktpalette.
  • In vielen Produktkategorien ist Amazon der weltweit führende Einzelhändler. Über die Verkaufs- und Logistikplattform des Konzerns können auch Privatpersonen und andere Händler ihre Produkte anbieten.
  • Neben seiner marktführenden Position im E-Commerce ist Amazon über seine Sparte Web Services auch der weltweit größte Anbieter von Cloud Computing-Diensten.
  • Amazon notiert im Nasdaq 100 sowie im S&P 500 Index und ist mit einem aktuellen Börsenwert von ca. 2,25 Billionen US$ eines der wertvollsten Unternehmen der Welt.
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