Amazon-Aktie: Hat keiner das Erdbeben bemerkt?!

20.11.23 um 12:24

Die Amazon-Aktie (WKN: 906866) setzte vergangene Handelswoche ihren Aufwärtstrend der letzten Monate fort und beendete die Woche auf einem neuen Jahres- und zugleich 12-Monatshoch. Seit Jahresbeginn summieren sich die Kursgewinne des Cloud- und E-Commerce-Giganten auf über +70%. Und nun hat Amazon auch noch eine Nachricht bekanntgegeben, die ein wahres Erdbeben in einer Industrie auslösen könnte. Was plant Amazon als Nächstes?

stock.adobe.com/Mike Mareen

ℹ️ Amazon vorgestellt

Amazon mit Hauptsitz in Seattle im US-Bundesstaat Washington ist ein global agierender Online-Versandhändler mit einer breit gefächerten Produktpalette. In vielen Produktkategorien ist Amazon der weltweit führende Einzelhändler. Über die Verkaufs- und Logistikplattform des Konzerns können auch Privatpersonen und andere Händler ihre Produkte anbieten. Neben seiner marktführenden Position im E-Commerce ist Amazon über seine Sparte Web Services auch der weltweit größte Anbieter von Cloud Computing-Diensten. Amazon notiert im Nasdaq 100 sowie im S&P 500 Index und ist mit einem aktuellen Börsenwert von ca. 1,50 Billionen US$ das fünftwertvollste Unternehmen der Welt.

Hyundai macht den Anfang

Die Nachricht ging im Trubel der zahlreichen Quartalsberichte der letzten Tage ziemlich unter. Dabei hat sie das Potenzial, eine ganze Industrie auf den Kopf zu stellen.

Auf der Los Angeles Auto Show kündigten Amazon und der koreanische Autohersteller Hyundai an, ihre Zusammenarbeit zu vertiefen. Für sich genommen keine besonders aufregende Meldung.

Das Aufregende an der Kooperation ist aber, dass Amazon ab Ende kommenden Jahres damit beginnen wird, Hyundai-Autos in seinem Online-Store zu verkaufen. Bislang konnten Amazon-Kunden zwar Abertausende Autoersatzteile über den Shop einkaufen. Autos selbst werden aber bislang nicht angeboten. Das soll sich 2024 ändert.

Und Hyundai wird nur den Anfang machen. Weitere Automarken sollen folgen. Wie genau ein Autokauf über Amazon im Detail ablaufen wird, ist bislang nur in Teilen bekannt. Der Konzern verlautbarte, dass die für andere Produkte angebotenen Zahlungs- und Finanzierungsoptionen auch für den Autokauf gelten sollen.

Zudem sollen Kunden die Wahl haben, sich ein Auto direkt vor die Haustür oder zu einem Autohändler liefern zu lassen. Ob auch Probefahrten oder eine Vor-Ort-Begutachtung angeboten werden, ist noch unklar.

Deutsche Amazon-Kunden müssen sich aber noch in Geduld üben. Der Autokauf wird vorerst nur in den USA angeboten.

Das Allzeithoch ist nicht mehr weit

Seit Jahresbeginn befindet sich die Amazon-Aktie in einem glasklaren Aufwärtstrend. Nach einer kurzen Verschnaufpause im September und Oktober ist der Tech-Titel auf einem neuen Jahreshoch angekommen. Die Amazon-Aktie notiert übrigens aktuell nur noch rund 21% unter ihrem Allzeithoch von Ende 2021.

Das wird den Automarkt verändern

Ich finde es überraschend, dass die Amazon-Aktie so wenig auf die Ankündigung auf der Automesse in Los Angeles reagiert hat. Der Einstieg des E-Commerce-Riesen in den Automarkt dürfte dort keinen Stein auf dem anderen lassen.

In den letzten Jahrzehnten hat Amazon in nahezu jeder Produktkategorie bewiesen, dass es sich innerhalb von ein bis zwei Jahren zum umsatzstärksten Unternehmen der Kategorie entwickelt hat. Ich bin fest davon überzeugt, dass Amazon das auch im Automarkt gelingen wird.

Den meisten Autoherstellern wird gar keine andere Wahl bleiben, als ihre Fahrzeuge zukünftig auch über Amazon anzubieten. Wie sich das Angebot auf die Fahrzeugpreise insgesamt auswirken wird, bleibt abzuwarten. Ich gehe jedenfalls davon aus, dass Amazon einen starken Preisdruck auf die Branche ausüben wird.

Ich empfehle die Amazon-Aktie weiterhin zum Kauf. Der Geschäftsbereich Cloud wächst solide. Im Werbegeschäft hat sich Amazon zur Nummer 3 nach Alphabet und Meta Platforms entwickelt. Und mit dem Einstieg in das Autogeschäft dürfte auch der E-Commerce-Bereich wieder zu einem Wachstumstreiber werden.

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Interessenkonflikt: Der Autor hält Aktien des besprochenen Unternehmens Amazon. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.

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