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Alphabet-Aktie -5%: Übertriebene oder angemessene Kursreaktion?

Zwei Belastungsfaktoren
Es ist ein seltenes Ereignis geworden, dass die Alphabet-Aktie an einem Tag über -5% an Wert verliert. Am gestrigen Montag trat es ein und auch Dienstagmorgen setzt der Technologieriese seine Abwärtsbewegung mit einem Kursverlust von über -2% im europäischen Handel fort. Was drückt auf den Kurs von Alphabet und ist es eine gute Gelegenheit, in die Aktie einzusteigen?

Ein Brain Drain

Unmittelbarer Auslöser für den gestrigen Kursrückgang der Alphabet-Aktie war die Nachricht, dass hochkarätige KI-Köpfe Google verlassen haben. Besonders schwer wiegt der Abgang von DeepMind-Vizepräsident und Nobelpreisträger John Jumper, der zum Konkurrenten Anthropic gewechselt ist, sowie von Gemini-Mitentwickler Noam Shazeer, den es zu OpenAI zieht.

An der Börse schürt so ein Brain Drain von Top-Leuten sofort die Angst, dass Google trotz seiner Finanzkraft im extrem harten Tech-Wettbewerb um die klügsten KI-Köpfe an Boden verliert. Besonders ärgerlich dürfte für den Technologiekonzern sein, dass Jumper und Shazeer zu Anthropic und OpenAI wechseln — zweifellos den aktuell zwei stärksten Wettbewerbern von Google im Bereich der generativen KI.

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Und eine unerwartete Aussage

Ein weiterer Grund für den Dämpfer, den die Alphabet-Aktie zum Wochenbeginn erlitt, könnte ausgerechnet Microsoft-Chef Satya Nadella gewesen sein. In einem Interview mit dem renommierten Wall Street Journal stellte Nadella die Behauptung auf, dass KI zunehmend „austauschbar“ („commoditized“) werde.

Die Börse versetzen solche Negativaussagen von führenden Unternehmenslenkern aus der Tech-Branche regelmäßig in Aufregung. „Commoditized“ bedeutet schließlich nichts anderes, als dass die Preise und folglich auch die Margen der KI-Player mangels Differenzierung im Wettbewerb unter Druck geraten werden.

Für Alphabet kommen diese Nachrichten zur Unzeit. Wie alle anderen Tech-Giganten investiert auch die Google-Mutter Jahr für Jahr gewaltige Summen in den Aufbau einer KI-Rechenzentrumsinfrastruktur.

Im Gesamtjahr 2026 dürften es 180 bis 190 Milliarden US$ werden. Experten gehen aufgrund dieser Mega-Investitionen davon aus, dass der Free Cashflow von Alphabet im laufenden Jahr um über 70% gegenüber dem Vorjahr einbrechen wird.

Der Chart hat sich verdüstert

Das Chartbild der Alphabet-Aktie hat sich zuletzt etwas verdüstert. Seit Mitte Mai befindet sich der Kurs in einem leichten Abwärtstrend.

Negativ anzumerken ist, dass der Support bei 348 US$ wohl nicht halten wird. Die Aktie konnte nun in die nächste Unterstützungszone zwischen 310 und 320 US$ zurückfallen.

Das ist verschmerzbar

Ich würde die beiden Belastungsfaktoren der Alphabet-Aktie zum Wochenbeginn nicht überbewerten. Der Abgang von Spitzenleuten ist immer ärgerlich. Aber für einen Konzern mit fast 200.000 Mitarbeitern sehe ich nie eine Gefahr durch einen so kleinen Brain Drain. Alphabet hat so viele exzellente Technologieexperten in seinen Reihen und besitzt nach wie vor eine so hohe Attraktivität als Arbeitgeber, dass die Kündigung von einigen wenigen Mitarbeitern verschmerzbar ist.

Auch in Sachen Bewertung ist die Alphabet-Aktie meiner Ansicht nach immer noch einen Kauf wert. Das aktuelle Forward-KGV liegt bei 25. Für einen so hervorragend positionierten Technologiekonzern, der nach wie vor mit ca. 20% wächst und eine operative Marge von über 30% aufweist, ist das keineswegs ein zu hoher Wert.

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ℹ️ Alphabet in Kürze

  • Alphabet Inc. (WKN: A14Y6H) ist eine im kalifornischen Mountain View ansässige Holding und Muttergesellschaft der weltgrößten Suchmaschine Google.
  • Neben Google betreibt Alphabet auch die Videoplattform YouTube und ein Cloud-Business. Zudem gehören zahlreiche Venture-Unternehmen, wie beispielsweise DeepMind und Waymo, zur Holding.
  • Alphabet ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500. Der Konzern wird zu den sogenannten „Big Five“ der Technologieindustrie gezählt und ist aktuell rund 4,25 Billionen US$ wert.

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Fazit

Größere Kursrückgänge haben sich in der Vergangenheit immer als gute Gelegenheiten erwiesen, in die Alphabet-Aktie zu investieren. Das wird meiner Überzeugung nach auch diesmal so sein.

Alphabet gehört aufgrund seines Geschäftsmodells zu denjenigen Konzernen, die am besten in der Lage sein werden, die milliardenschweren Investitionen in KI zu monetarisieren. Ich glaube nicht, dass die Margen des Tech-Konzerns langfristig darunter leiden werden.