Super Micro Computer-Aktie: Jetzt wieder über 100 US$?
Super Micro bleibt auf Wachstumskurs
Super Micro Computer, der kalifornische Anbieter von KI-Servern, hat in den vergangenen zwei Jahren eine äußerst wechselhafte Entwicklung an der Börse erlebt. Operativ bleibt die Nachfrage nach den flüssigkeitsgekühlten Serversystemen des Unternehmens jedoch ausgesprochen robust. Dies gilt insbesondere für die mit Nvidia-GPUs bestückten GB200- und GB300-NVL72-Systeme, die bei großen Rechenzentrumsbetreibern stark gefragt sind und maßgeblich dazu beigetragen haben, dass Super Micro im vergangenen Quartal einen Rekordumsatz erzielen konnte.
Der Umsatz hat sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum nahezu verdoppelt. Gleichzeitig verbesserte sich die bereinigte Bruttomarge deutlich, was sowohl auf einen günstigeren Produktmix als auch auf den steigenden Anteil margenstärkerer Serverkonfigurationen zurückzuführen ist. Besonders bemerkenswert ist zudem der Ausblick für das Geschäftsjahr 2027. Die erwartete Umsatzentwicklung könnte aus heutiger Sicht eine höhere Bewertung der Aktie rechtfertigen.
Da sich der Umsatz zunehmend auf margenstärkere Serverprodukte verlagert und die neue Vera-Rubin-GPU-Plattform von Nvidia in der zweiten Jahreshälfte hochgefahren werden soll, könnte sich das Umsatzwachstum von Super Micro weiter beschleunigen. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von lediglich 7,6 erscheint die Aktie im Vergleich zu anderen Unternehmen aus dem Bereich KI-Infrastruktur weiterhin günstig bewertet.
Bisherige Einschätzung bestätigt sich
Bereits in unseren letzten Updates wurde Super Micro als spekulativer Kauf eingestuft, nachdem sich die Stimmung rund um das Unternehmen nach erheblichen Belastungen durch Vorwürfe möglicher Verstöße gegen Exportkontrollen wieder aufgehellt hatte. Die Vorwürfe führten unter anderem dazu, dass einer der Mitgründer des Unternehmens in diesem Jahr angeklagt wurde. Aus fundamentaler Sicht erwiesen sich diese Belastungen bislang jedoch eher als Ablenkung, denn die operative Entwicklung blieb überzeugend.
Auch im vierten Geschäftsquartal konnte Super Micro seine Bruttomargen weiter steigern und gleichzeitig vom starken Wachstum der Investitionen in KI-Infrastruktur profitieren. Die grundlegende Investmentthese bleibt damit intakt. Hinzu kommt, dass die niedrige gewinnbasierte Bewertung eine beträchtliche Sicherheitsmarge bietet, sofern die Nachfrage nach KI-Infrastruktur weiterhin auf hohem Niveau bleibt.
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Rekordumsatz durch boomende KI-Infrastruktur
Beim Gewinn konnte Super Micro die Erwartungen deutlich übertreffen, während der Umsatz hinter den Prognosen zurückblieb. Das Unternehmen erzielte einen Profit von 1,70 Dollar je Aktie und lag damit 0,74 Dollar über der Konsensschätzung. Der Umsatz belief sich auf 11,12 Milliarden Dollar und verfehlte die durchschnittliche Prognose um 443 Millionen Dollar.
Besonders stark entwickelt sich die Nachfrage nach flüssigkeitsgekühlten Server-Racks, die mit Nvidia-GPUs ausgestattet sind. Diese Systeme ermöglichen es Kunden, große KI-Cluster effizient aufzubauen, und sorgten im vierten Quartal für einen erheblichen Umsatzschub.
Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erreichte Super Micro einen Umsatz von 11,12 Milliarden Dollar. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht dies einem Wachstum von 93 Prozent. Im Vergleich zum unmittelbar vorhergehenden Quartal legte der Umsatz um weitere 9 Prozent zu. Hintergrund sind die anhaltend hohen Investitionen in KI-Infrastruktur und der massive Ausbau von Rechenzentren in den USA.
Mit der Einführung neuer KI-Serverplattformen dürfte sich diese Entwicklung fortsetzen. Nvidia arbeitet mit Vera Rubin bereits an der nächsten Generation seiner KI-Beschleuniger. Die neuen Systeme sollen eine höhere Rechendichte ermöglichen und könnten Super Micro sowohl beim Umsatz als auch bei der Profitabilität zusätzlichen Auftrieb verleihen.
Produktmix verbessert die Profitabilität
Deutlich verbessern konnte Super Micro auch seine Bruttomarge. Im jüngsten Quartal stieg sie auf 17,6 Prozent, nachdem sie im zweiten Quartal noch bei 6,4 Prozent gelegen hatte. Treiber sind vor allem margenstärkere Systeme wie die GB200- und GB300-NVL72-Server sowie die zunehmende Skalierung flüssigkeitsgekühlter Rack-Lösungen.
Gleichzeitig dürfte der KI-Infrastrukturmarkt weiter kräftig wachsen. Gartner erwartet für das laufende Jahr ein Wachstum der weltweiten KI-Ausgaben um 47 Prozent auf 2,6 Billionen Dollar und weitere 35 Prozent im Folgejahr. Auch große Cloud-Anbieter erhöhen ihre Investitionen, was Super Micro zusätzlichen Rückenwind verschafft. Für das Geschäftsjahr 2027 stellt das Unternehmen einen Umsatz von 65 bis 72 Milliarden Dollar in Aussicht, was einem Wachstum von rund 75 Prozent entsprechen würde.
Aktie im Branchenvergleich auffällig günstig
Im Vergleich zu Unternehmen aus dem Bereich Cloud-Infrastruktur und KI-Server ist Super Micro derzeit deutlich günstiger bewertet. Das erwartete KGV liegt bei nur 7,6, gegenüber 13,8 bei Oracle und 14,5 bei Hewlett Packard Enterprise. Der Bewertungsabschlag ist vor allem auf frühere Kontroversen und Verzögerungen bei Finanzberichten zurückzuführen.
Gleichzeitig sprechen starkes Umsatzwachstum, steigende Margen und die erwartete Einführung von Nvidias Vera-Rubin-Plattform für weiteres Potenzial. Bei einem KGV von 15 und einem für 2028 erwarteten Gewinn von 5,33 Dollar je Aktie ergäbe sich ein theoretischer Wert von rund 80 Dollar und damit ein Aufwärtspotenzial von etwa 100 Prozent.
Der Markt preist weiterhin einen erheblichen Risikoabschlag ein. Gelingt es Super Micro, die Margen weiter zu steigern und das erwartete Wachstum zu realisieren, könnte sich dieser Abschlag deutlich verringern.
Risiken bleiben erheblich
Trotz der positiven operativen Entwicklung dürfen die Risiken nicht unterschätzt werden. Die Vorwürfe möglicher Verstöße gegen Exportkontrollen sowie die Probleme mit den internen Kontrollsystemen, die im vergangenen Jahr zu einer verspäteten Vorlage des Geschäftsberichts führten, belasten das Vertrauen der Anleger weiterhin.
Das Management trägt damit einen Teil der Verantwortung für den deutlichen Bewertungsabschlag gegenüber den Wettbewerbern. Gleichzeitig sprechen die aktuellen Fundamentaldaten, insbesondere die Entwicklung der Bruttomarge, für eine deutliche operative Verbesserung.
Eine Neubewertung der Aktie wäre vor allem dann gefährdet, wenn es dem Unternehmen nicht gelänge, den Umsatzanteil margenstärkerer Serverprodukte weiter zu erhöhen. Ebenso kritisch wäre eine erneute Verschlechterung der Bruttomarge.
ℹ️ Super Micro Computer in Kürze
- Super Micro Computer (WKN: A0MKJF) mit Sitz in San José in Kalifornien ist ein US-Anbieter von Server- und Speichertechnologien.
- Das Unternehmen verfügt über eine sehr breite Produktpalette, die von Hauptplatinen und Barebones über Server bis zu Computergehäusen und Kühlungslösungen reicht.
- Super Micro Computer ist Mitglied im S&P 500-Index. Das Unternehmen wird aktuell mit rund 25,8 Milliarden US$ bewertet.
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Fazit
Die anhaltende Nachfrage nach Nvidia-GPUs und flüssigkeitsgekühlten Server-Racks sorgt bei Super Micro weiterhin für hohe Wachstumsraten, während Unternehmen weltweit ihre KI-Rechenzentren ausbauen. Die Wachstumsthese bleibt damit voll intakt.
Besonders bemerkenswert war der starke Anstieg der Bruttomarge im Quartalsvergleich. Höherwertige Serverlösungen wie die GB200- und GB300-NVL72-Systeme verbessern den Produktmix und tragen damit zunehmend zur Profitabilität bei.
Auch der Ausblick für 2027 fällt überzeugend aus und steht im Einklang mit den hohen Wachstumsprognosen für den KI-Rechenzentrumsmarkt. Die erwartete Skalierung der Vera-Rubin-Plattform in der zweiten Jahreshälfte könnte dem Unternehmen zusätzliches Wachstum bescheren.
Super Micro bleibt damit eine spekulative Möglichkeit, um auf weiter steigende Investitionen der großen Cloud-Anbieter und eine zunehmende Nachfrage nach Nvidia-basierten KI-Systemen zu setzen. Bei einem erwarteten KGV von nur 7,6 ist ein erheblicher Teil der bestehenden Risiken bereits in der Bewertung berücksichtigt, sodass bei anhaltend starken KI-Investitionen in den kommenden 12 bis 24 Monaten eine deutliche Neubewertung möglich erscheint.
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