Alibaba-Aktie: Wie viel Potenzial steckt 2026 drin?

Neue Wachstumsphase
Redaktion

Die Aktie von Alibaba steht nach den jüngsten Entwicklungen im Halbleiterhandel zwischen den USA und China wieder stärker im Rampenlicht. Die Aussicht auf leistungsfähigere Rechenzentren verleiht dem Papier potenziell neuen Auftrieb und nährt Spekulationen über eine anhaltende Belebung des Cloud-Geschäfts.

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Der Alibaba-Kurs stieg vergangenen Donnerstag um mehr als fünf Prozent, nachdem die US-Regierung den Weg für die Lieferung von H200-Grafikprozessoren nach China freigemacht hatte. Die Verfügbarkeit dieser besonders leistungsfähigen Chips dürfte vor allem das Cloud-Segment beflügeln, das sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Wachstumstreiber im Konzern entwickelt hat.

Cloud-Geschäft gewinnt rasant an Bedeutung

Im vergangenen Halbjahr erzielte die Cloud-Sparte ein Umsatzplus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr, maßgeblich getragen von der zunehmenden Nutzung von KI-Produkten und -Diensten wie dem Chatassistenten Qwen innerhalb der eigenen Plattform. Gleichzeitig wächst das Interesse der Anleger an chinesischen Cloud-Anbietern, was Alibaba zu einem potenziellen Überflieger für das Jahr 2026 macht und trotz gestiegener Bewertung weiteres Aufwärtspotenzial eröffnet.

Rückenwind aus früheren Investitionen

Die starke Entwicklung der Cloud-Erlöse zeigt, dass sich die milliardenschweren Ausgaben der vergangenen Jahre auszahlen. Alibaba hatte rund 53 Milliarden US-Dollar in den Ausbau von Cloud- und KI-Infrastruktur gesteckt und damit bewusst Prioritäten zugunsten dieses Geschäftsbereichs gesetzt, während das klassische E-Commerce-Geschäft vergleichsweise weniger Kapital erhielt.

Neue Nvidia-Chips als Wachstumstreiber

Der Konzern soll sich auf die Einfuhr von bis zu 200.000 H200-Prozessoren vorbereiten, sofern die chinesischen Behörden zustimmen. Diese Chips sind ein entscheidender Faktor, da der bisherige Mangel an Hochleistungs-GPUs die Entwicklung und den Betrieb von KI-Anwendungen in den Rechenzentren gebremst hatte. Mit den neuen Lieferungen könnte sich das Wachstum des Cloud-Geschäfts ab 2026 deutlich beschleunigen.

Leistungsplus für die gesamte Infrastruktur

Der H200-Chip bietet mit rund 1.979 Teraflops eine etwa siebenfach höhere Rechenleistung als der zuvor eingesetzte H20, der aus regulatorischen Gründen gedrosselt war. Diese Steigerung erlaubt schnellere Trainingsläufe für Modelle wie Qwen 2.5, verkürzt Entwicklungszyklen und steigert die Attraktivität der gesamten Cloud-Plattform für Unternehmenskunden.

Abhängigkeit von ausländischer Technologie bleibt

Zwar verlangt Peking inzwischen, dass mindestens die Hälfte neuer Halbleiterausrüstung aus heimischer Produktion stammt, doch Chinas Technologiekonzerne sind bei Hochleistungs-GPUs weiterhin auf US-Anbieter angewiesen. Die Knappheit solcher Chips hatte bereits Wettbewerber wie Baidu dazu veranlasst, eigene Prozessoren zu entwickeln, was am Markt mit höheren Bewertungsmultiplikatoren honoriert wurde.

Bewertungsabschlag gegenüber US-Konkurrenten schrumpft

Alibaba wird derzeit mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16,7 bewertet und ist damit deutlich günstiger als US-Unternehmen mit großen Cloud-Plattformen. Im Vergleich zu Amazon, das neben dem Onlinehandel mit AWS den weltweit größten öffentlichen Cloud-Dienst betreibt, liegt Alibaba nur bei rund 65 Prozent der entsprechenden Bewertung, obwohl sich die Lücke zuletzt dank des Cloud-Booms merklich verkleinert hat.

Zielkurse spiegeln wachsende Zuversicht wider

Auf Basis eines als fair angesehenen Multiplikators von 20 würde sich für Alibaba ein Kursziel von 188 US-Dollar ergeben. Angesichts der wachsenden Bedeutung von KI-Geschäften und der starken Nachfrage nach Technologieunternehmen mit Chip- und Cloud-Bezug könnte selbst diese Bewertung noch Spielraum nach oben lassen.

Politische Eingriffe als Hauptrisiko

Langfristig bleibt die Gefahr, dass chinesische Vorgaben zur lokalen Chipproduktion weiter verschärft werden und ausländische Hersteller vom Markt ausgeschlossen werden könnten. Zudem hängt die Investmentstory stark davon ab, dass das Cloud-Geschäft seinen Wachstumskurs dank der Verbreitung von Qwen und anderer KI-Anwendungen fortsetzt.

Ausblick auf eine neue Wachstumsphase

Die Freigabe der H200-Lieferungen nach China könnte die Leistungsfähigkeit von Alibabas Cloud-Infrastruktur erheblich steigern und die Abhängigkeit von weniger leistungsfähigen Chips beenden. Höhere Trainingskapazitäten und bessere KI-Dienste würden die Attraktivität der Plattform erhöhen, die Kundennachfrage ankurbeln und damit das Umsatzwachstum der Cloud-Sparte im Jahr 2026 und darüber hinaus deutlich beschleunigen.

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ℹ️ Alibaba in Kürze

  • Die Alibaba Gruppe mit Sitz in Hangzhou ist einer der größten E-Commerce-Konzerne Chinas.
  • Das 1999 gegründete Unternehmen hat sich in den letzten Jahren zu einer riesigen Firmengruppe mit zahlreichen Tochterunternehmen entwickelt.
  • Kerngeschäft von Alibaba sind die Online-Marktplätze Alibaba, AliExpress, Taobao und Tmall. Darüber hinaus bietet der Konzern Cloud-Services, Logistik- und Finanzdienstleistungen an.
  • Die Alibaba Gruppe hat eine Marktkapitalisierung von ca. 360 Milliarden US$.
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