Aixtron-Aktie: Erster Schock verdaut – was kommt jetzt?

Vorläufige Jahreszahlen

Die Aixtron-Aktie bricht am Donnerstag zum Börsenbeginn um bis zu rund -10% ein, erholt sich mittlerweile wieder vollkommen steht aktuell wieder bei 24,20 €. Hintergrund für diesen Rückgang sind die durchwachsenen Geschäftszahlen. Was bedeutet das für den weiteren Kursverlauf?

Aixtron
stock.adobe.com/Rafael Henrique

Schwache Nachfrage hinterlässt Spuren

Dass die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr schwach ausfallen, war bekannt. Der Konzern senkte die Prognose aufgrund der angespannten Wirtschaftslage. 2025 wurde dabei als Übergangsjahr bezeichnet.

Der Umsatz sank um 12% gegenüber dem Vorjahr auf 556,6 Millionen €. Besonders schwach lief das SIC-Geschäft. Das Geschäft mit der Optoelektronik war dagegen stark; hier machte sich die Nachfrage nach Lasern für KI-Rechenzentren positiv bemerkbar.

Der Volumenrückgang sowie hohe Kosten für den Personalabbau belasteten die Ertragslage überproportional. Das operative EBIT reduzierte sich um knapp ein Viertel auf 100,3 Millionen €. Die sich daraus ergebende EBIT-Marge fiel von 21 auf 18%. Unterm Strich verblieb ein Konzernergebnis von 85,3 Millionen € – im Vorjahr lag es bei 100,6 Millionen €.

Positiv fiel der Free Cashflow aus. Er verbesserte sich um 250 Millionen €, somit fiel ein Überschuss von 182 Millionen € an. Die Cash-Generierung steht im Fokus der Geschäftspolitik. Ursache für den Anstieg waren ein Lagerabbau sowie geringere Investitionen.

Insgesamt lagen die Zahlen im oberen Bereich der Prognose, können jedoch nicht überzeugen.

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Flaute geht weiter

Insgesamt wird mit keiner großen Veränderung gerechnet. Für das erste Quartal wird mit einem erwarteten Umsatz von 65 Millionen € ± 10 Millionen € gerechnet. Für das Gesamtjahr wird ein Umsatz von 520 Millionen € ± 30 Millionen € erwartet.

Die EBIT-Marge soll bei 16 bis 19% liegen. Sollte so kommen, dürfte auch 2026 ein Übergangsjahr werden.

Dr. Felix Grawert, Vorstandsvorsitzender der AIXTRON, kommentierte die Aussichten so:

Unsere langfristigen Wachstumstreiber – KI-Infrastruktur, erneuerbare Energien und Elektromobilität – bleiben unverändert intakt. In 2026 werden Anwendungen für die optische Datenkommunikation und GaN Leistungselektronik unsere wesentlichen Umsatztreiber sein.

Was bedeutet das für die Aktie?

Eine erste Reaktion war heute zu sehen. Grund für den anfänglichen Kurseinbruch dürfte der schwache Ausblick gewesen sein. Hier wurden bessere Zahlen erwartet. Die darauf folgende Kurserholung zeigte jedoch, dass hier übertrieben wurde. Den fairen Wert sehe ich weiterhin weiterhin bei 25 €. Einen starker Ausbruch Richtung 30 € erwarte ich vorerst nicht.

Die jüngsten Analystenbewertungen sehen das ähnlich. Jefferies erhöhte zuletzt seinen fairen Wert auf 27 €. JP Morgan mit 25,20 € und Barclays mit 25 € liegen bei meinen Erwartungen. Die Deutsche Bank mit 20 € bleibt sehr vorsichtig.

Mein Fazit: Der Kursrückgang sollte nicht überbewertet werden.

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Interessenkonflikt: Der Autor hält Aktien des besprochenen Unternehmens Aixtron. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.

ℹ️ Aixtron in Kürze

  • Aixtron ist ein Hersteller von CVD-Anlagen (Chemical Vapour Deposition), mit denen Bauelemente für elektronische und opto-elektronische Anwendungen auf Basis von Verbindungs- und organischen Halbleitern produziert werden.
  • In einigen Bereichen gehört das Unternehmen zu den weltweit führenden CVD-Anlagenherstellern. Der Hauptsitz befindet sich in Herzogenrath.
  • Das Unternehmen ist Mitglied im MDAX und im TecDAX und wird an der Börse aktuell mit rund 2,7 Milliarden € bewertet.
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