Airbus-Aktie: Warum so pessimistisch?

Auslieferungsprobleme

Bei dem Hersteller von Flugzeugen, Hubschraubern und Verteidigungsgeräten, Airbus, laufen die Geschäfte rund. Die Airbus-Aktie dagegen befindet sich in einem stärkeren Abwärtstrend. Seit dem Hoch im Januar mit 220 € beträgt der Gesamtverlust rund -25%. Lohnt sich jetzt schon ein Einstieg?

Close-up shot of an aircraft engineer in a blue uniform working on the undercarriage of an Airbus. The photo focuses on the engineer is hands as they use specialized tools to fix a component,
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Warten auf Quartalszahlen

Am 28. April will der Luftfahrtkonzern seine Zahlen für das erste Quartal vorstellen. Dann wird sich zeigen, ob die Zahlen wie geplant erreichbar sind.

Für das laufende Geschäftsjahr wird mit einer Auslieferung von 870 Einheiten bei den Jets gerechnet. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das ein deutliches Plus. In den ersten drei Monaten wird sich auch zeigen, ob die Auslieferungen auch tatsächlich stattfinden. Rechnerisch ergibt das einen Monatswert an Auslieferungen von 72,5 Einheiten. Im Januar wurden 19 Einheiten ausgeliefert und im Februar 35: Somit klafft in diesen beiden Monaten eine erhebliche Kluft.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr führten Lieferprobleme des Triebwerkslieferanten Pratt & Whitney zu Verzögerungen bei den Auslieferungen. Ebenfalls wird sich zeigen, in welchem Maße die Defence-Sparte sich verbessert. Die aktuelle Lage aufgrund der Kriege sowie der weltweiten Aufrüstung sollte sich hier widerspiegeln.

Das geplante bereinigte EBIT soll auf Jahressicht bei 7,5 Milliarden € liegen. Analysten gingen von einem Wert von 8 Milliarden € aus. Beim Jahres-Free-Cashflow stehen 4,5 Milliarden € auf dem Zettel – das liegt leicht unter dem Vorjahreswert von 4,7 Milliarden €.

Ob die geplanten Quartalszahlen eingehalten werden können, ist im Wesentlichen von den tatsächlichen Auslieferungen abhängig.

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Ertrag deutlich gesteigert

Das abgelaufene Geschäftsjahr ist im Wesentlichen durch den deutlichen Anstieg bei der Ertragslage geprägt. Das bereinigte operative EBIT verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 33% auf 7,1 Milliarden €. Unterm Strich stieg der Jahresüberschuss um 23% auf 5,2 Milliarden €. Der Gewinn pro Aktie (EPS) erhöhte sich von 5,36 € auf 6,61 €.

Die Aktionäre sollen an dem gestiegenen Nettogewinn beteiligt werden. Die vorgeschlagene Dividende soll von 2 € auf 3,20 € angehoben werden. Das entspricht einer Steigerung von 60%.

Insgesamt sind die Finanzkennzahlen des Geschäftsberichtes vom 19. Februar als gut zu bezeichnen, das gilt insbesondere für die Ertragszahlen. Hier machte sich die Restrukturierung bereits bemerkbar. Der Konzern soll wieder profitabler werden.

Potenzial vorhanden

Der Kursrückgang dürfte zu einem Großteil auf den Iran-Angriff zurückzuführen sein. Da der Iran die Nachbarstaaten attackiert, könnten Stornierungen von Bestellungen der dortigen Fluggesellschaften erfolgen. Das ist der Fall: Einige Fluggesellschaften stellen ihre Bestellungen zurück. Allerdings verfügt der Konzern über einen Auftragsbestand von rund 8700 Einheiten. Somit sollte dieser Aspekt nicht überbewertet werden.

Der Konzern profitiert auch von den kriegerischen Auseinandersetzungen. Der Bedarf an Fluggeräten zur Verteidigung steigt weltweit. Meiner Meinung nach, ist der Kursrückgang zu stark ausgefallen. Den fairen Kurs sehe ich bei 200 €. Die Probleme bei den Auslieferungen dürften im Jahresverlauf verringert werden.

Die Analysten sehen das einheitlich ebenfalls so. Deren mittleres Kursziel liegt bei 212 €.

Mein Fazit: Der Kursrückgang bietet wieder gute Einstiegschancen.

In diesem Zusammenhang: Regierungen stocken strategische Rohstoffreserven massiv auf – unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ analysiert zwei Aktien, die Profiteur zu großen Profiteuren werden dürften.

ℹ️ Airbus in Kürze

  • Die Airbus SE (WKN: 938914) ist Europas größter Luft- und Raumfahrt- sowie zweitgrößter Rüstungskonzern.
  • Mit 735 ausgelieferten Flugzeugen (2023) ist Airbus gegenwärtig der weltweit größte Hersteller von Passagierflugzeugen.
  • Der multinationale europäische Konzern hat seine Zentrale im französischen Toulouse, besitzt jedoch in ganz Europa etwa 70 Entwicklungs- und Produktionsstandorte.
  • Airbus ist Mitglied im europäischen Leitindex EuroStoxx 50 und ca. 130 Milliarden € wert.
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