Adyen-Aktie -18%: Auf den Spuren von PayPal?
Mit einem Crash von -18% ist die Adyen-Aktie am Donnerstagmorgen der ganz große Verlierer im EuroStoxx 50, durchbricht die Marke von 1.000 € nach unten und fällt auf ein neues 12-Monatstief. Was hat den gewaltigen Kurssturz ausgelöst und können Anleger hier nun Schnäppchen machen?
Zu schwache Zahlen und Prognosen
Auslöser des Kursbebens der Adyen-Aktie war die Vorstellung der Zahlen für das abgelaufene Jahr. 2025 stieg der Umsatz um 21% auf 2,36 Milliarden €. Was der Börse aber gar nicht schmeckte, war die nachlassende Wachstumsdynamik im zweiten Halbjahr. Das Umsatzwachstum des niederländischen Zahlungsdienstleisters verringerte sich in der zweiten Jahreshälfte auf 17% und verfehlte die Erwartungen der Analysten
Ähnliches Spiel beim Ergebnis. Der EBITDA kletterte zwar um 26% auf 1,25 Milliarden €, was einer Marge von 53% entspricht. Aber auch hier lag Adyen leicht unter den optimistischen Prognosen des Marktes. Trotz massiver Effizienzsteigerungen stieg der Gewinn nicht so stark wie erwartet, da der Zahlungsabwickler massiv in Personal und Infrastruktur investieren musste.
Für das laufende Jahr rechnet Adyen mit einem Umsatzplus von 20 bis 22%, was in etwa die Markterwartungen trifft. Bei der Margenprognose verfehlte der Zahlungsdienstleister allerdings den Analystenkonsens leicht. Adyen rechnet nur mit einer Profitabilität auf Höhe des Vorjahres.
Besonders übel stieß der Börse offenbar auf, dass die US-Handelspolitik dem Adyen-Management Sorgen bereitet. Die neuen Zölle haben wohl starke Auswirkungen auf das Transaktionsvolumen bei wichtigen Kunden. Vor allem asiatische Exportunternehmen wie Shein und Temu sind davon betroffen. Diese Unsicherheit belastet den Ausblick für das restliche Jahr 2026 erheblich.
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Superbullische Analysten
Trotz der im Wesentlichen verfehlten Erwartungen sind Analysten durch die Bank immer noch megaoptimistisch in Bezug auf die Adyen-Aktie eingestellt. Superbulle ist die US-Großbank JPMorgan, die ihr Kursziel nach der Zahlenvorlage nur minimal von 2.500 auf 2.450 € reduzierte. Damit sehen die US-Banker ein Upside von fast +150%.
Auch die Deutsche Bank und die Investmentbank Jefferies empfehlen die Adyen-Aktie nach wie vor zum Kauf. Beide Banken reduzierten aber ihre Kursziele von 2.000 auf 1.700 € bzw. von 2.039 auf 1.835 €.
Etwas vorsichtiger ist die deutsche Privatbank Berenberg. Ihre Experten sehen mit einem Kursziel von 1.550 € das geringste Upside für die Adyen-Aktie.
Im dreistelligen Bereich
Das Chartbild der Adyen-Aktie ist durch den heutigen Kurssturz massiv angeschlagen. Der seit gut einem Monat bestehende Abwärtstrend hat sich dadurch massiv beschleunigt und die Aktie ist unter die psychologisch wichtige Marke von 1.000 € gefallen.
Hochproblematisch finde ich, dass sich der nächste Support erst im Bereich von rund 800 € befindet. Die Aktie muss schleunigst wieder in den vierstelligen Bereich klettern, da ansonsten ein weiterer Absturz droht.
Warum so viel teurer als PayPal?
Ich kann die Bullishness der genannten Banken überhaupt nicht nachvollziehen. Ja, Adyen ist ein nach wie vor dynamisch wachsendes Unternehmen. Aber das Wachstum beschleunigt sich auch nicht mehr.
Die operative Marge ist exzellent. Aber auch hier sind keine Verbesserungen mehr in Sicht.
Große Bauchschmerzen bereitet mir die Bewertung. Mit einem Forward-KGV von 28 ist die Adyen-Aktie mehr als dreimal so teuer wie die PayPal-Aktie mit einem Wert von 8.
Okay, Adyen ist der etwas dynamischere Wert. Aber ich gehe davon aus, dass sich das in Zukunft ändern wird. Der Markt für Zahlungsdienstleistungen ist extrem hart umkämpft. Selbst ein Marktführer wie PayPal schafft es kaum mehr, Wachstum zu generieren. Dieses Ende des Wachstums wird auch Adyen eher früher als später drohen.
Ich rate Anlegern deshalb, derzeit die Finger von der Adyen-Aktie zu lassen. Sie ist mir schlichtweg zu teuer.
Abschließend: Im Gegensatz zu Adyen glauben wir an die folgen Aktien. Hol Dir unseren kostenlosen Report Top-Picks 2026!
ℹ️ Adyen in Kürze
- Adyen (WKN: A2JNF4) ist ein niederländischer Dienstleister auf dem Gebiet der Zahlungsabwicklung.
- Mit der Software von Adyen können Unternehmen Zahlungen sowohl im stationären als auch im Online-Handel abwickeln.
- Zu den Kunden des Zahlungsdienstleisters zählen renommierte Konzerne wie Booking.com, H&M, Netflix und Uber.
- Das in Amsterdam ansässige Unternehmen ist Mitglied im europäisichen Leitindex EuroStoxx 50. An der Börse ist Adyen aktuell mit rund 30 Milliarden € bewertet.