Adidas schmiert ab, Qiagen zieht an: DAX-Ausblick

Volatiler Kursverlauf

Der DAX hat eine volatile Woche hinter sich. Unter dem Strich büßte das größte deutsche Börsenbarometer knapp 400 Punkte ein und schloss -1,57% tiefer mit 24.900 Punkten. Die höchsten Verluste gab es bei Adidas und Zalando, Qiagen war bester Index-Wert. Was können Anleger in der neuen Woche erwarten?

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Nach Abverkauf auf Erholungskurs

Nach neuen Zollandrohungen aus den USA begann die Woche tiefrot. Auch am Dienstag und am Mittwoch gaben die Kurse nach. Der Zollrückzieher von Donald Trump am Mittwochabend verhalf den Märkten zum Ende der Woche aber wieder zu einer spürbaren Erholung.

Erst Risk-off, dann TACO-Trade

Die vergangene Woche bot ein Wechselbad der Gefühle aus Sicht der Anleger. Nachdem Donald Trump am Wochenende im Streit um Grönland neue Zölle gegen acht europäische Länder, darunter auch Deutschland, angekündigt hatten, stießen Anleger zu Beginn der Woche ihre Aktien im Rahmen einer klassischen „Risk-off“-Bewegung ab und flüchteten in sichere Anlagen.

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos folgte zur Mitte der Woche dann aber die Trendwende. US-Präsident Trump gab bekannt, dass es einen Deal in der Grönland-Frage gegeben hat und nahm gleichzeitig die Zölle zurück, die ursprünglich ab dem 01. Februar in Kraft treten sollten.

Einzelheiten zu den Grundlagen einer Vereinbarung, die die USA mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte getroffen haben, sind zwar noch nicht bekannt. Doch wie schon in jüngerer Vergangenheit zeigt sich wieder einmal das gewohnte Muster, dass Trump Zölle als Druckmittel verwendet, um einen für ihn günstigen Deal durchzusetzen und es am Ende nicht so schlimm kommt wie anfangs befürchtet. Das ist der berühmte TACO-Trade.

Geopolitik und Geldpolitik im Fokus

Gleichzeitig bleiben die geopolitischen Spannungen deutlich erhöht, da ein US-Militärschlag gegen den Iran weiterhin im Bereich des Möglichen ist. Und auch in Bezug auf Kuba sollen die Vereinigten Staaten einen möglichen Regierungswechsel durchspielen. Der Bedarf nach sicheren Häfen sorgt für eine anhaltende Nachfrage nach Edelmetallen: Gold und Silber eilen von einem Rekord zum Nächsten.

Die Geopolitik dürfte daher auch in der kommenden Woche im Fokus stehen. Darüber hinaus bleibt aber auch die Geldpolitik ein wichtiges Thema. Am 28. Januar kommt die US-Notenbank Fed zur nächsten Zinssitzung zusammen. Es ist davon auszugehen, dass die Zinsen auf dem aktuellen Niveau belassen werden, interessant dürften jedoch die Aussagen von Fed-Chef Powell bei der abschließenden Pressekonferenz zum weiteren geldpolitischen Kurse sein.

Darüber hinaus geht die Berichtssaison in die heiße Phase. Während die Zahlen bislang durchaus positiv ausgefallen sind, war die Reaktion an der Börse eher zurückhaltend. Nun rücken mehr und mehr die großen Tech-Konzern in den Mittelpunkt. In der neuen Woche öffnen Microsoft, Tesla, Apple und Meta ihre Bücher. Aus Europa stehen die Quartalsberichte von ASML und LVMH im Fokus. Dazu legen die DAX-Konzerne SAP und Deutsche Bank Zahlen vor.

Ebenfalls von Interesse ist der neueste ifo-Geschäftsklimaindex, der bereits am Montag erscheint. Nach der positiven Überraschung bei den Einkaufsmanagerindizes zuletzt könnte sich auch die Stimmung in den deutschen Unternehmen entsprechend aufgehellt haben.

Adidas und Zalando schmieren ab, Qiagen zieht an

In der abgelaufenen Woche waren hierzulande die Papiere von Adidas und Zalando die schwächsten Performer mit Verlusten von -10,49% bzw. -6,55%. Der deutschen Sportartikelhersteller litt unter negativen Analystenkommentaren und sackte auf ein neues 3-Jahres-Tief.

Die Zalando-Aktie fiel nach einer rund zweimonatigen Erholung weiter zurück und befindet sich nun wieder auf Höhe 50-Tage-Linie (SMA50). Sollte sie durchbrochen werden, könnte der Verkaufsdruck wieder deutlich zunehmen.

Deutlich besser erging es Qiagen mit einem Wochenplus von +12,54%. Die Aktie des Diagnostikspezialisten profitiert derzeit von Übernahmefantasien.

DAX beendet Woche unter 25.000 Punkten

Der DAX hat nach deutlichen Verlusten in der ersten Wochenhälfte und einem Rückfall auf ein neues Jahrestief die Kurve bekommen und sich zum Ende der Woche wieder über das alte Hoch von 24.771 Punkten zurückgekämpft.

Gleichwohl schloss der Index knapp unterhalb der 25.000-Punkte-Marke. Sie dürfte gleich zu Beginn der neuen Woche im Fokus stehen. Gelingt der schnelle Anstieg darüber, könnten auch die Jahreshochs bei 25.507 Punkten wieder rasch angelaufen werden.

Prallt der Index aber nach unten ab, wäre auch ein Rücklauf zur 50-Tage-Linie (SMA50) denkbar, die sich aktuell bei 24.263 Punkten befindet.

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