Apple-Aktie -3%: War das nicht gut genug?
Top-Umsätze mit iPhones und Macs
Nein, von einer Enttäuschung kann man definitiv sprechen, denn Apple übertraf mit seinen Quartalszahlen sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn die Erwartungen der Analysten. Der Tech-Gigant steigerte seinen Umsatz auf Jahressicht um 12% auf 114,5 Milliarden US$. Analysten hatten im Vorfeld 113,5 Milliarden US$ auf dem Zettel.
Zentrale Säule des Geschäfts bleibt auch weiterhin das iPhone. Die Erlöse mit Smartphones legten um 17% im Vergleich zum Vorjahr auf 57,6 Milliarden US$ zu. Der neue Rekord für ein Schlussquartal wurde vor allem durch die robuste Nachfrage nach der neuen iPhone-18-Pro-Reihe ermöglicht. Der Markt hatte lediglich mit iPhone-Umsätzen in Höhe von 56,5 Milliarden US$ gerechnet.
Noch besser als bei den iPhones lief das Apple-Business mit den Mac-Computern. Hier schoss der Umsatz im abgelaufenen Vierteljahr um 24% in Höhe auf insgesamt 10,8 Milliarden US$. Damit wurde der Analystenkonsens von 9,7 Milliarden US$ für die Mac-Sparte deutlich übertroffen.
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Enttäuschungen in anderen Bereichen
Leicht unterdurchschnittlich entwickelte sich allerdings der Service-Bereich (App Store, iCloud, Apple Music etc.). Hier stieg der Umsatz nur um 9,8% auf 31,6 Milliarden US$, traf damit allerdings die Markterwartung punktgenau.
Schlecht lief das Geschäft hingegen in der Tablet-Sparte, die einen Umsatzeinbruch von 10% auf 6,2 Milliarden US$ verbuchte und damit unter den Erwartungen lag. Und auch in der Kategorie Wearables, Home und Zubehör konnte Apple mit einem Umsatzrückgang von 7,9% auf 8,3 Milliarden US$ nicht den Analystenkonsens von 9,0 Milliarden US$ erfüllen.
Apple-Produkte erfreuten sich zuletzt weltweit großer Beliebtheit. Im US-amerikanischen Heimatmarkt kletterte der Umsatz um 10% auf 48,7 Milliarden US$. In Europa steigerte Apple seine Erlöse sogar um12% auf 32,0 Milliarden US$. Und in der Vertriebsregion Greater China erhöhte sich der Umsatz um 21% auf 17,5 Milliarden US$.
Gewinnbelastungen voraus
Beim Gewinn gelang Apple ebenfalls eine positive Überraschung. Der Nettogewinn stieg um 12% gegenüber dem Vorjahr auf 30,7 Milliarden US$. Der Gewinn je Aktie erhöhte sich sogar um 14% auf 2,10 US$ und schlug die Markterwartung von 2,00 US$ deutlich.
Trotz des unerwartet hohen Umsatz- und Gewinnwachstums reagierte die Apple-Aktie negativ auf die Zahlen. Das dürfte in erster Linie am Ausblick auf das so wichtige erste Quartal des neuen Geschäftsjahres liegen, das mit dem Black Friday und Weihnachten traditionell ein großer Umsatzbringer ist.
Apple geht im laufenden Vierteljahr von einem Rückgang der Bruttomarge von zuletzt 47,9% auf 45,0 bis 46,0% aus. Höhere Preise für Speicherchips und andere Komponenten belasten die G&V des Technologieriesen. Auch die Kosten im Zusammenhang mit der Einführung neuer KI-Funktionen scheinen auf die Marge zu drücken.
Der Aufwärtstrend ist vorbei
Es sieht ein wenig nach Trendwende im Chart der Apple-Aktie aus. Nachdem der Kurs vergangenen Donnerstag auf ein neues Allzeithoch geklettert ist, zeichnet sich nun der dritte Tag in Folge mit Kursverlusten ab.
Der seit Ende März anhaltende Aufwärtstrend der Apple-Aktie ist damit durchbrochen. Ich gehe davon aus, dass die Aktie nun ihren Support bei 310 US$ testen wird.
Die Bewertung bereitet Bauchschmerzen
Der neue Apple-Chef John Ternus hat in seinem ersten Quartal überzeugende Zahlen vorgelegt. Im zu Ende gegangenen Geschäftsjahr 2026 konnte der Konzern seinen Umsatz um 15% auf 478,8 Milliarden US$ steigern. Der Gewinn je Aktie kletterte sogar um 20% auf 8,98 US$.
Umsatz und Gewinn sind bei Apple eigentlich nie das Problem. Vielmehr ist es die Bewertung, die mir ein wenig Bauchschmerzen bereitet.
Die Apple-Aktie wird derzeit mit einem Forward-KGV von 35 gehandelt. Im neuen Geschäftsjahr 2027 gehen Analysten allerdings von einer Abflachung des Umsatzwachstums auf 10% aus. Der Gewinn je Aktie dürfte sich nach Expertenmeinung sogar nur um 7% erhöhen.
Für so eine starke Verlangsamung des Wachstums ist mir die aktuelle Bewertung der Apple-Aktie viel zu ambitioniert. Der prognostizierte Rückgang der Bruttomarge zum Jahresende und die konservative Gewinnschätzung für das gesamte GJ zeigen, dass Analysten und sogar Apple selbst davon ausgehen, dass der Konzern steigende Kosten nicht mehr 1:1 auf seine Kunden überwälzen kann.
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ℹ️ Apple in Kürze
- Apple (WKN: 865985) mit Sitz im kalifornischen Cupertino ist ein US-Technologiekonzern, der Hardware wie Smartphones, Notebooks, Tablets und Unterhaltungselektronik sowie Betriebssysteme und Anwendungssoftware entwickelt und vertreibt.
- Darüber hinaus betreibt der Konzern ein Online-Portal für den Vertrieb von Filmen, Musik und Software.
- Apple ist Mitglied in allen drei US-Leitindizes Dow Jones Industrial, Nasdaq 100 und S&P 500 und mit einer Marktkapitalisierung von ca. 4,9 Billionen US$ ist Apple derzeit das wertvollste Unternehmen der Welt.
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Fazit
Apple ist immer noch ein großartiges und dynamisch wachsendes Unternehmen. Um die Zukunft des iPhone- und Mac-Herstellers mache ich mir nicht die geringsten Sorgen.
Aber zu großartig ist mit auch die aktuelle Bewertung der Apple-Aktie. Sie hat den Bezug zu den Wachstumsraten verloren. Ich glaube deshalb, dass der Kurs kein weiteres Upside mehr hat.