Quelle: ChatGPT

Evonik-Aktie: Übernahmewahrscheinlichkeit sinkt

Neue Quartalszahlen
Die Evonik-Aktie ist momentan stark von den Übernahmebemühungen der BASF abhängig. Ein wesentlicher Faktor spielen auch die Geschäftsdaten, hier zeigt sich in den heutigen Quartalszahlen ein positives Bild. Am Dienstag notiert die Aktie bei 21 €, und liegt damit deutlich unter dem vermuteten Übernahmepreis von 24 €. Hier stellt sich die Frage: Kommt die Übernahme durch BASF noch zustande – und zu welchem Preis?

Ertragslage deutlich verbessert

Mit der Vorlage der Quartalszahlen am 3. November konnte Evonik positiv überraschen. Besonders die Ertragsentwicklung fiel deutlich besser aus als im Vorjahreszeitraum.

Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 13% auf 3,83 Milliarden €. Das war der stärkste Quartalsanstieg seit vier Jahren. Dabei erhöhten sich die Verkaufsmengen um 2%, während die Verkaufspreise um 10% zulegten.

Beim bereinigten EBITDA fiel die Entwicklung noch erfreulicher aus. Es verbesserte sich um 40% auf 629 Millionen €. Die bereinigte EBITDA-Marge erhöhte sich dadurch von 13,2 auf 16,4%.

Zu der positiven Entwicklung trugen höhere Absatzpreise, eine verbesserte Nachfrage in einzelnen Geschäftsbereichen sowie die laufenden Effizienzprogramme bei. Insbesondere im Bereich Advanced Technologies entwickelte sich das Geschäft dynamisch. Hier stieg das bereinigte EBITDA sogar um 87% auf 377 Millionen €.

Der ausgewiesene Nettoverlust reduzierte sich von 106 auf 53 Millionen €. Bereinigt um Rückstellungen und Sondereffekte stieg das Konzernergebnis von 128 auf 330 Millionen €.

Insgesamt sind die Geschäftszahlen sehr solide ausgefallen. Allerdings lag das bereinigte EBITDA mit 629 Millionen € knapp unter den Analystenerwartungen von rund 633 Millionen €. Aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung wurde Evonik für das Gesamtjahr optimistischer. Bisher erwartete der Konzern ein bereinigtes EBITDA zwischen 2,0 und 2,2 Milliarden €. Jetzt rechnet das Management mit einem Ergebnis in der oberen Hälfte dieser Spanne.

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Vorstand spricht sich für Eigenständigkeit aus

Am 30. Oktober erklärte der Evonik-Vorstand, dass er sich trotz des verbesserten Übernahmeangebots für die Eigenständigkeit des Unternehmens ausspricht.

Der Vorstand hatte das Schreiben der BASF vom 22. Oktober geprüft, in dem diese ihr Interesse an einem freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot bekundete. Auf Basis der vorliegenden Informationen entschied er jedoch, nicht in Übernahmeverhandlungen einzutreten.

Allerdings ist die Tür nicht vollständig geschlossen. Evonik erklärte sich zu einem rein informativen und vertraulichen Austausch bereit. Dabei soll BASF die Möglichkeit erhalten, ihre strategischen Beweggründe näher zu erläutern.

Nach Medienberichten erhöhte BASF das ursprüngliche Angebot von 22,15 auf 24 € je Aktie. Damit würde Evonik insgesamt mit rund 11,2 Milliarden € bewertet. Bestätigt wurde diese konkrete Angebotshöhe von keinem der beiden Unternehmen offiziell.

Auch die RAG-Stiftung spielt eine entscheidende Rolle. Sie hält rund 44% der Evonik-Anteile und ist damit der größte Einzelaktionär. Bislang hat sich die Stiftung allerdings nicht eindeutig hinter die Eigenständigkeitsstrategie des Vorstands gestellt.

ℹ️ Evonik in Kürze

  • Evonik Industries AG, kurz Evonik, ist ein weltweit führender Konzern für Spezialchemie. Die Produkte kommen sowohl im Nahrungsmittelbereich als auch im Industriebereich zum Einsatz.
  • Neben dem Hauptsitz in Essen unterhält das Unternehmen 27 internationale Produktionsstandorte, und ist in mehr als 100 Ländern tätig.
  • Das im MDAX gelistete Unternehmen wird an der Börse aktuell mit ca. 9,8 Milliarden € bewertet.

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Fazit

Die fundamentalen Daten zeigen, dass Evonik operativ auf einem besseren Weg ist. Für die weitere Kursentwicklung bleibt allerdings die mögliche Übernahme durch BASF ein wesentlicher Faktor. Der Ball liegt nun vor allem bei BASF und der RAG-Stiftung.

Das ablehnende Votum des Evonik-Vorstands reduziert die Wahrscheinlichkeit einer Einigung deutlich. Gleichzeitig dürfte BASF kaum bereit sein, den Preis beliebig weiter zu erhöhen. Ein Einstieg auf dem aktuellen Kursniveau lohnt sich aus meiner Sicht nur, wenn die Übernahme zu dem vermuteten Preis von 24 € kommt.

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