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Ryanair-Aktie: Startet sie jetzt wieder durch?

Frische Zahlen
Der Kurs der Ryanair-Aktie flog in den letzten Wochen lust- und richtungslos in einem Korridor zwischen 22 und 24 € auf und ab. Können die Quartalszahlen dem irischen Billigflieger dabei helfen, wieder durchzustarten, und was sollten Anleger daraus machen?

Umsatz okay, Gewinn nicht okay

Die Zahlen von Ryanair für das abgelaufene zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 fielen in Summe eher enttäuschend aus. Der Umsatz stieg, aber höhere Treibstoffkosten und niedrigere Ticketpreise drückten den Gewinn. Hier die Details:

Im letzten Quartal transportierte die Low-cost Airline 5% mehr Passagiere als im Vorjahr. Da der durchschnittliche Ticketpreis jedoch um 2% unter dem Vergleichswert des Vorjahres lag, stieg der Quartalsumsatz von Ryanair nur um 4%. Die Auslastung der Maschinen lag zuletzt unverändert auf einem sehr hohen Niveau von 96%.

Negativ entwickelte sich jedoch der Gewinn des Billigfliegers. Der operative Gewinn sank im zweiten Quartal um 7% auf 1,82 Milliarden € und der Nettogewinn reduzierte sich um 6% auf 1,61 Milliarden €.

Grund für den deutlichen Gewinnrückgang waren die stark gestiegenen Kerosinkosten. Der Preis für nicht abgesichertes Kerosin hat sich laut Unternehmensangaben verdoppelt.

Die Geschäftsentwicklung der Fluggesellschaft im ersten Halbjahr des GJ 26/27 ist sogar noch schlechter als im abgelaufenen Vierteljahr. Die Zahl der Passagiere stieg zwar um 6%. Aufgrund 4% niedrigerer Ticketpreise legte der Umsatz allerdings nur um 3% zu. Der Nettogewinn brach in den ersten sechs Monaten des laufenden GJ sogar um 15% ein.

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Pure Langeweile im Chart

Charttechnisch herrscht seit Wochen pure Langeweile bei der Ryanair-Aktie. Bei 22 € scheint sie zwar einen starken Support gefunden zu haben, aber jede Erholungsbewegung ging bislang bei 24 € zu Ende. Ich gehe angesichts der schwachen Zahlen davon aus, dass sich die Seitwärtsbewegung der Airline-Aktie fortsetzen wird.

Das zeigt die Schwäche des Geschäftsmodells

Ich kann Anlegern vor dem Hintergrund der jüngsten Zahlen nur den Rat geben, nicht in die Ryanair-Aktie zu investieren. Der Kurs reagierte zum Wochenauftakt zwar leicht positiv auf die Quartalszahlen, für mich sind sie alles andere als ein Grund zum Feiern.

Das leichte Umsatzwachstum des Billigfliegers ist niedrigeren Ticketpreisen geschuldet. Andersrum formuliert: Hätte Ryanair seine Preise nicht gesenkt, wäre auch der Umsatz nicht gestiegen.

In Zeiten stark steigender Treibstoffkosten müsste die Airline eigentlich das Gegenteil tun, und zwar ihre Preise anheben. Das kann sie aber offenbar nicht ohne Passagierverluste.

Für das kommende Geschäftsjahr rechnet Ryanair mit weiterem Passagierwachstum von rund 3%. Ob sich daraus ein Umsatzwachstum ableiten lässt, wage ich zu bezweifeln.

Hinzu kommt meine negative Einschätzung in Bezug auf die weitere Kostenentwicklung. Die Situation im Nahen Osten ist zwar ruhig, aber nach wie vor angespannt. Ich gehe davon aus, dass die USA Ende des Monats ihre Angriffe auf den Iran wieder aufnehmen werden. Was das für den Öl- und Kerosinpreis bedeutet, kann sich jeder ausmalen.

Die Zeiten, in denen Ryanair eine erfolgreiche und dynamisch wachsende Fluggesellschaft war, die den etablierten Playern das Fürchten lehrte, sind längst vorbei. Das Modell der Billigflieger ist angesichts stark gestiegener Kosten kaum mehr aufrecht zu erhalten. Sie können ihre auf den ersten Blick günstigen Tickets nur noch durch massive Zusatzgebühren aufrechterhalten.

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ℹ️ Ryanair in Kürze

  • Ryanair (WKN: A1401Z) ist eine irische Billigfluggesellschaft mit Sitz in Dublin.
  • Mit 184 Millionen Passagieren im Geschäftsjahr 2023/24 ist Ryanair die größte Fluggesellschaft Europas.
  • Die 1984 gegründete Airline hat zahlreiche Veränderungen in der europäischen Luftfahrtindustrie angestoßen, darunter das Anfliegen von Nebenzielen, die Beschleunigung von Turnaround-Zeiten sowie das Erheben von Gepäck- und Zusatzgebühren.
  • An der Börse hat Ryanair aktuell einen Wert von ca. 24,50 Milliarden €.

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Fazit

Ryanair ist aktuell nicht in der Lage, den starken Spritpreisanstieg an seine Kunden weiterzugeben. Das zeigt meiner Meinung nach deutlich, wie schwach das Geschäftsmodell der Low-cost Airline inzwischen geworden ist.

Die Ryanair-Aktie wird meiner Ansicht nach nicht mehr durchstarten. Mit einem Forward-KGV von 14 ist sie angesichts ihrer Wachstums- und Gewinnschwäche zu hoch bewertet.