Cameco-Aktie verliert -8% – hohe Uranpreise reichen nicht
Cameco enttäuscht mit Quartalszahlen – Kosten steigen kräftig
Cameco hat am Freitag seine Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt und konnte beim Umsatz zumindest leicht zulegen. Insgesamt setzte der Konzern 619 Millionen CAD um, was einem Plus von rund 1 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Beim Gewinn sah es allerdings deutlich schlechter aus. Bereinigt um Sondereffekte musste Cameco einen Verlust von 2 Millionen CAD verbuchen, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Gewinn von 32 Millionen CAD angefallen war. Auch das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ging um 14 % zurück.
Verantwortlich dafür waren vor allem die höheren Kosten und die geringere Uranproduktion. In der Aufbereitungsanlage Key Lake in Kanada liefen umfangreiche Wartungsarbeiten, die länger dauerten als in den vergangenen Jahren. Dadurch konnte Cameco weniger Uran produzieren, während die Kosten pro Einheit deutlich gestiegen sind. Das ist natürlich ärgerlich, denn eigentlich bekommt Cameco für sein Uran inzwischen höhere Preise. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der durchschnittliche Verkaufspreis um rund 8 %, doch durch die gestiegenen Kosten blieb davon beim Gewinn wenig übrig.
Auch beim Ausblick gab es eine kleine Enttäuschung. Für das Gesamtjahr rechnet Cameco inzwischen mit einer Uranproduktion zwischen 19,5 und 20,5 Millionen Pfund, nachdem zuvor noch bis zu 21,5 Millionen Pfund möglich erschienen. Das Management begründet die Anpassung mit einer besseren Einschätzung der Produktionsmengen zum Jahresende.
An der Börse kamen die Nachrichten überhaupt nicht gut an. Die Aktie rutschte zwischenzeitlich auf 73,89 US$ ab und erholte sich bis zum Handelsschluss immerhin wieder etwas auf 76,91 US$. Damit gingen am Freitag knapp -8% verloren.
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Uran-Boom bleibt intakt – wie geht es für Cameco weiter?
Trotz der schwachen Quartalszahlen hält Cameco an seinen langfristig positiven Erwartungen für den Uranmarkt fest. Weltweit steigt das Interesse an Atomenergie wieder, wobei neben der Versorgungssicherheit auch der wachsende Strombedarf durch KI-Rechenzentren eine wichtige Rolle spielt.
Für Cameco könnte sich daraus in den kommenden Jahren einiges ergeben. Schließlich beliefert das Unternehmen zahlreiche Atomkraftwerke mit Uran und verfügt bereits über langfristige Lieferverträge. In den nächsten fünf Jahren sind durchschnittliche Liefermengen von mehr als 28 Millionen Pfund Uran pro Jahr vertraglich abgesichert.
Dazu kommt die Beteiligung am Atomtechnikkonzern Westinghouse, der vom geplanten Ausbau der Kernenergie ebenfalls profitieren könnte. Erst im September wurde eine neue Rahmenvereinbarung zwischen den USA und Südkorea bekannt, bei der Investitionen von bis zu 120 Milliarden US$ in amerikanische Atomprojekte im Raum stehen. Bei sechs der geplanten Reaktoren könnte Technik von Westinghouse zum Einsatz kommen, wobei die entsprechenden Verträge noch nicht abgeschlossen sind.
Auch einige Analysten bleiben trotz der operativen Schwierigkeiten optimistisch. Truist Securities hatte sein Kursziel zuletzt zwar von 130 auf 125 US$ gesenkt, empfiehlt die Aktie aber weiterhin zum Kauf. Barclays ist mit einem Kursziel von 95 US$ etwas vorsichtiger und bleibt bei seiner Halteempfehlung. Beide Einschätzungen stammen allerdings noch aus der Zeit vor den jüngsten Quartalszahlen.
Nach dem kräftigen Kursrückgang wird es deshalb interessant sein, wie schnell Cameco die Probleme bei der Uranproduktion in den Griff bekommt. Sollte es gelingen, die Kosten wieder zu senken und gleichzeitig von den höheren Uranpreisen zu profitieren, könnte sich auch die Gewinnentwicklung wieder verbessern.
ℹ️ Cameco in Kürze
- Cameco (WKN: 882017) ist ein kanadischer Uranproduzent mit Sitz in Saskatoon und zählt zu den größten Anbietern weltweit.
- Schätzungen zufolge betreibt der kanadische Konzern knapp über 18% der weltweiten Abbaukapazitäten.
- Das Unternehmen fördert Uran in Kanada, den USA und Kasachstan und ist zusätzlich über die Beteiligung an Westinghouse im Nuklear-Technologiesektor aktiv.
- Cameco ist an den Börsen in New York und Toronto gelistet und wird aktuell mit rund 46 Milliarden US$ bewertet.
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Fazit
Die schwachen Quartalszahlen haben gezeigt, dass Cameco trotz der guten Aussichten für den Uranmarkt derzeit mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Vor allem die höheren Produktionskosten machen sich beim Gewinn bemerkbar, was die deutliche Reaktion an der Börse erklärt. Langfristig bleibt das Unternehmen allerdings gut aufgestellt, um vom weltweiten Ausbau der Atomenergie zu profitieren. Nach dem jüngsten Kursrückgang könnte die Aktie deshalb wieder interessanter werden, sofern Cameco die Probleme bei der Produktion lösen und seine Gewinne in den kommenden Quartalen verbessern kann.
Welche drei Uran-Aktien von diesem möglichen langfristigen Versorgungsengpass besonders profitieren könnten, zeigen wir dir nach der Freischaltung.