Quelle: ChatGPT

Infineon-Aktie: Nach -40%-Crash – kommt jetzt die große Erholung?

Deutsche Bank stuft Tech-Sektor hoch
Die Infineon-Aktie hat in den vergangenen Wochen massive Korrekturen verzeichnet und notiert aktuell über -40% unter den einstigen Höchstständen, die im Bereich 90 € lagen. Sollten Anleger das gesunkene Bewertungsniveau zum Einstieg nutzen oder kann es für den größten deutschen Halbleiterkonzern noch weiter nach unten gehen?

Intel-Crash schürt neue KI-Sorgen

Der jüngste Ausverkauf bei Halbleiterwerten hat Infineon empfindlich getroffen. Auslöser war insbesondere der enttäuschende Ausblick von Intel. Der US-Konzern erwartet im Schlussquartal 2026 einen Umsatz von 15 bis 16 Milliarden US$, während Analysten mit 17,1 Milliarden US$ gerechnet hatten. Hinzu kommen anhaltende Schwächen im PC-Geschäft. Auch die milliardenschweren KI-Investitionen von Amazon und Alphabet sorgen angesichts der Belastungen für den freien Cashflow zunehmend für Skepsis.

Allerdings halte ich es für falsch, Infineon mit Intel über einen Kamm zu scheren. Die Münchner profitieren insbesondere von der Stromversorgung moderner KI-Rechenzentren. Gemeinsam mit Nvidia arbeitet der Konzern an GaN-basierten Stromwandlungssystemen für 800-Volt-Architekturen. Zudem entwickelt Infineon neue Referenzdesigns für Hochspannungsverteilung und leistungsstarke Server.

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KI-Fantasie und EU-Milliarden als Kurstreiber

Auch die langfristigen Wachstumsperspektiven bleiben vielversprechend. In Villach investiert Infineon bis 2034 rund 1,1 Milliarden € in eine neue Fertigung für Galliumnitrid-Leistungshalbleiter. Die Europäische Kommission hat dafür Fördermittel von 319 Millionen € im Rahmen des Chips Acts genehmigt. Der Produktionsstart ist bis Ende 2027 geplant.

Rückenwind kommt zudem von der Deutschen Bank. Diese hat den globalen Technologiesektor nach dem jüngsten Ausverkauf auf „Overweight“ hochgestuft. Die gesunkene Investorenpositionierung und bereits eingepreiste KI-Sorgen hätten das Chance-Risiko-Verhältnis verbessert. Ein Signal, das auch für Infineon Mut machen könnte.

Zahlen am 10. November werden zum Lackmustest

Am 10. November veröffentlicht Infineon seine Jahreszahlen und den Ausblick für 2027. Analysten erwarten für das vierte Quartal durchschnittlich 4,71 Milliarden € Umsatz, ein Ergebnis je Aktie von 0,63 € und eine Segmentergebnis-Marge von rund 23 %. Besonders wichtig werden Aussagen zum KI-Geschäft sowie zur Nachfrage aus Automotive und Industrie.

Das Analystenbild bleibt unterdessen ausgesprochen positiv: 27 von 33 Experten empfehlen den Kauf der Aktie, sechs votieren für Halten. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 87,09 €, was einem Upside-Potenzial von +70% entspricht. Hinzu kommt die gesunkene Bewertung. Mit einem erwarteten KGV von rund 21 ist Infineon nach dem jüngsten Kursrückgang deutlich attraktiver bewertet.

Charttechnik bleibt angeschlagen

Seit Ende Juni befindet sich die Aktie in einem ausgeprägten Abwärtstrend mit fallenden Hochs und Tiefs. Der Bruch der 50- und 200-Tage-Linie sowie das Ende Oktober entstandene Death Cross unterstreichen das negative Momentum. Bei 48,23 € liegt eine wichtige Unterstützung. Fällt diese, droht ein weiterer Rücksetzer bis zum Hoch aus dem Jahr 2021 bei 43,845 €. Erst die Rückeroberung beider Durchschnittslinien würde das Chartbild wieder aufhellen.

  • Infineon (WKN: 623100) gehört zu den führenden internationalen Herstellern von Halbleitern. Die Schwerpunkte dabei liegt bei der Energieeffizienz, der Mobilität sowie der Sicherheit. Die Chips von Infineon finden sich in fast allen Geräten des modernen Lebens.
  • Hauptsitz des Unternehmens ist in Neubiberg bei München, daneben unterhält der Konzern weltweit Niederlassungen.
  • Die im DAX gelistete Aktie wird aktuell mit 66,5 Milliarden € bewertet.

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Fazit

Trotz der charttechnischen Risiken bleibe ich für Infineon grundsätzlich bullisch gestimmt. Der KI-Boom ist keineswegs vorbei, und die Nachfrage nach effizienter Stromversorgung dürfte weiter zunehmen. Gleichzeitig rechne ich mit einer Fortsetzung der zyklischen Erholung im Bereich Automotive und bei industriellen Anwendungen. Die deutlich gesunkene Bewertung eröffnet damit aus meiner Sicht eine attraktive Einstiegschance für langfristig orientierte Anleger.

Die Zahlen am 10. November müssen allerdings bestätigen, dass Infineon operativ auf Kurs bleibt. Kurzfristig ist deshalb weiterhin mit Volatilität zu rechnen – langfristig überwiegen für mich jedoch die Chancen.

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