XRP-Kurs nach Binance-Hack – droht der nächste Kursrutsch?
Binance-Hacker bewegen Millionen XRP – was steckt dahinter?
Der Angriff auf Binance vom vergangenen Donnerstag zählt mit einem Schaden von rund 6,3 Milliarden US$ zu den größten Krypto-Hacks überhaupt. Neben Bitcoin, Ethereum und zahlreichen weiteren Kryptowährungen waren auch XRP betroffen. Nach Untersuchungen des Blockchain-Analyseunternehmens TRM Labs wurden rund 233 Millionen XRP im damaligen Wert von etwa 296 Millionen US$ entwendet.
Interessant ist dabei, dass XRP offenbar sogar als erste Kryptowährung von dem Angriff betroffen war. Innerhalb von nur vier Minuten wurden die Coins aus fünf Binance-Wallets auf eine Adresse der Angreifer übertragen, bevor anschließend weitere Kryptowährungen folgten.
Zunächst blieben die gestohlenen XRP dort liegen. In den frühen Morgenstunden des Montags kam allerdings wieder Bewegung in die Wallet, nachdem die Angreifer ihre Bestände auf sechs neue Adressen verteilt hatten. Auf fünf dieser Wallets landeten jeweils rund 40 Millionen XRP, während auf der sechsten etwa 33 Millionen XRP eingingen.
Ob die Angreifer damit bereits einen Verkauf vorbereiten, ist bislang unklar. Die Aufteilung könnte allerdings dazu dienen, die gestohlenen Bestände schrittweise weiterzuleiten oder später über verschiedene Handelsplattformen zu verkaufen.
Anders als bei bestimmten Stablecoins lassen sich die gestohlenen XRP auch nicht einfach durch Ripple einfrieren. Zwar konnte das Unternehmen einen Teil der ebenfalls entwendeten RLUSD-Token sperren, bei XRP selbst gibt es diese Möglichkeit jedoch nicht. Die Ermittler müssen deshalb versuchen, die weiteren Transaktionen nachzuverfolgen und mögliche Verkäufe über Kryptobörsen zu verhindern.
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XRP-Kurs bleibt angeschlagen – wie geht es weiter?
Am Kryptomarkt hat der Binance-Hack bereits deutliche Spuren hinterlassen. XRP fiel am vergangenen Donnerstag von rund 1,33 US$ auf zeitweise weniger als 1,23 US$ und konnte sich anschließend nur teilweise erholen. Aktuell bewegt sich der Kurs wieder um die Marke von 1,25 US$.
Dass die Angreifer nun ihre gestohlenen XRP bewegen, sorgt deshalb für zusätzliche Unsicherheit. Sollten größere Mengen tatsächlich auf den Markt gelangen, könnte das den Verkaufsdruck erhöhen. Bislang gibt es allerdings keine Bestätigung dafür, dass die jüngsten Transfers bereits mit Verkäufen verbunden waren.
Bei Binance selbst hat sich die Situation inzwischen etwas entspannt. Die Kryptobörse hat am Sonntag damit begonnen, Auszahlungen schrittweise wieder freizugeben, darunter auch für XRP. Zudem erklärte das Unternehmen, inzwischen rund 95 % der betroffenen Vermögenswerte mit eigenen Mitteln und Sicherungsreserven wieder abgedeckt zu haben. Die XRP-Bestände der Kunden seien vollständig gedeckt.
Trotzdem dürfte es noch etwas dauern, bis das Vertrauen am Kryptomarkt wieder vollständig zurückkehrt. Nach dem Angriff hatten zahlreiche Anleger Geld von Binance abgezogen, während die Ermittlungen zu den Hintergründen weiterhin laufen.
Für XRP könnte deshalb zunächst die Marke von 1,20 US$ wichtig werden, die während des jüngsten Ausverkaufs bereits getestet wurde. Sollte der Kurs erneut darunter fallen, wäre auch ein Rückgang in Richtung 1,15 US$ möglich. Auf der Oberseite müsste XRP dagegen zunächst wieder die Region um 1,30 US$ zurückerobern, um sich von den jüngsten Verlusten etwas deutlicher zu erholen.
ℹ️ XRP in Kürze
- XRP ist die native Kryptowährung des Ripple-Netzwerks, die für schnelle und kostengünstige grenzüberschreitende Zahlungen optimiert ist.
- Der aktuelle Preis von Ripple liegt bei etwa 1,28 US$ und einer Marktkapitalisierung von rund 79 Milliarden US$.
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Fazit
Der Binance-Hack hat XRP stärker getroffen, als zunächst vielleicht vermutet wurde. Immerhin gehörte die Kryptowährung zu den ersten betroffenen Vermögenswerten und nun werden auch noch die gestohlenen Millionenbestände bewegt. Noch ist offen, was die Angreifer mit den Token vorhaben. Solange größere Verkäufe ausbleiben und sich die Lage bei Binance weiter beruhigt, könnte sich auch XRP wieder stabilisieren. Sollten die gestohlenen Bestände dagegen auf Handelsplattformen auftauchen, könnte das für erneute Unruhe sorgen.
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