Rheinmetall-Aktie nach -21%: Vor dem Korrekturende?
80 Milliarden € liefern Rückendeckung
Fundamental fehlt es weiterhin nicht an Nachfrage. Erst zum Wochenstart meldete Rheinmetall einen neuen Großauftrag über mehrere zehntausend 155-mm-Artilleriegeschosse mit einem Volumen im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Produktion läuft bereits, die Auslieferung soll 2027 abgeschlossen sein. Gemessen am Rheinmetall Backlog von 80,5 Milliarden € verändert ein einzelner Auftrag dieser Größenordnung zwar wenig, er unterstreicht aber die anhaltend hohe Nachfrage. Bis 2030 will der Konzern seine jährliche Produktionskapazität bei 155-mm-Artilleriemunition auf rund 1,5 Millionen Geschosse ausbauen.
Auch mein Kollege Vincent Uhr sieht nach dem deutlichen Kursrückgang wieder Chancen und verweist in seiner aktuellen Einordnung auf die starke operative Entwicklung. Im ersten Halbjahr legte der Umsatz um +39% auf 5,23 Milliarden € zu, das operative Ergebnis sogar um +74% auf 786 Millionen €. Gleichzeitig bleibt jedoch der schwache operative Free Cashflow von -1,62 Milliarden € ein Risikofaktor. Der enorme Kapazitätsausbau kostet zunächst viel Geld und nicht jeder im Backlog enthaltene Rahmenvertrag wird automatisch zum erwarteten Zeitpunkt in Umsatz umgewandelt.
In diesem Zusammenhang: Regierungen stocken strategische Rohstoffreserven massiv auf – unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ analysiert zwei Aktien, die zu großen Profiteuren werden dürften.
Zur Signallage

Quelle Chart: stock3
Das zuletzt favorisierte Abwärtsszenario hat mit dem Test der 1.000-€-Marke sein erstes großes Ziel erreicht. Damit steigt grundsätzlich die Chance auf eine Gegenbewegung, zumal die Aktie wieder in die Nähe einer seit Anfang 2025 etablierten Aufwärtstrendlinie läuft. Ein vorheriger Rücksetzer bis 946,60 € wäre dabei keineswegs problematisch, sondern könnte sogar ein interessantes Niveau für einen bullischen Konter darstellen. Hält diese Unterstützung, dürfte zunächst 1.122 € zurück in den Fokus rücken. Oberhalb davon wartet zwischen 1.177 und 1.233,40 € weiterhin die entscheidende Widerstandszone, deren Rückeroberung das Bild erheblich verbessern würde.
Vorsicht wäre dagegen bei einem nachhaltigen Bruch von 946,60 € geboten. Dann rückt zunächst 900,20 € als letzte größere Haltelinie in den Mittelpunkt. Fällt auch diese Marke, wäre die bislang mögliche Bodenbildung gescheitert und das graue Alternativszenario aktiviert. In diesem Fall müsste mit einer deutlich tieferen Korrektur bis 772 € gerechnet werden. Der Kampf um die vierstellige Marke ist daher wichtig, die eigentliche charttechnische Entscheidung fällt jedoch etwas tiefer.
ℹ️ Rheinmetall in Kürze
- Rheinmetall (WKN: 703000) ist ein deutscher Rüstungskonzern und Automobilzulieferer mit Sitz in Düsseldorf.
- Nach Airbus ist Rheinmetall der zweitgrößte deutsche Hersteller von Rüstungsgütern.
- Schwerpunkte der Waffenproduktion sind militärische Rad- und Kettenfahrzeuge wie Kampf- und Schützenpanzer sowie Munition.
- Rheinmetall ist Mitglied in den Leitindizes DAX und EuroStoxx 50. Der Börsenwert liegt aktuell bei rund 47 Milliarden €.
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Fazit
Die Rheinmetall-Aktie hat nach rund -21% Korrektur das erste Abwärtsziel erreicht und nähert sich einer technisch interessanten Zone. Einen Rücklauf bis 946,60 € würde ich noch als Chance auf einen Konter werten. Hält diese Unterstützung, sind zunächst 1.122 und später 1.177 bis 1.233,40 € wieder erreichbar. Unter 900,20 € würde sich das Bild dagegen nochmals massiv verschlechtern und 772 € auf die Agenda rücken.
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