Rheinmetall-Aktie nach 18% Kursverlust: Fällt jetzt die 1.000-€-Marke?
Neue Aufträge, schwache Aktie
Die jüngsten Meldungen aus Nordamerika stehen im deutlichen Kontrast zum schwachen Chartbild. Rheinmetall Canada erhielt einen Auftrag zur Lieferung von Ersatzkomponenten für mobile Bodenstartgeräte der US-Navy, die Auslieferung soll zwischen Ende 2026 und Ende 2028 erfolgen. Wenige Tage zuvor sicherte sich American Rheinmetall zudem erstmals einen Auftrag von Kongsberg zur Fertigung von Komponenten für MCT-30-Türme des ACV-30-Programms der US Marines. Die einzelnen Volumina sind zwar überschaubar, strategisch verbreitert der Konzern damit jedoch seine Position im US-Verteidigungsmarkt.
Auch die übergeordneten Kennzahlen sprechen weiterhin für eine hohe operative Dynamik. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz um +39% auf 5,2 Milliarden €, das operative Ergebnis sogar um +74% auf 786 Millionen €. Der Rheinmetall Backlog erreichte 80,5 Milliarden € und lag damit rund +44% über dem Vorjahreswert. Trotz der wegen der gestrichenen F126-Fregatte leicht reduzierten Umsatzprognose erwartet das Management 2026 weiterhin organisches Wachstum von +28 bis +31% sowie eine operative Marge von rund 19%.
In diesem Zusammenhang: Regierungen stocken strategische Rohstoffreserven massiv auf – unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ analysiert zwei Aktien, die zu großen Profiteuren werden dürften.
Zur Signallage

Quelle Chart: stock3
Das blaue Präferenzszenario bleibt klar abwärtsgerichtet. Unterhalb von 1.122 € besitzt das aktivierte Verkaufssignal weiterhin Bestand und die 1.000-€-Marke dürfte schon bald erneut unter Druck geraten. Das zentrale Ziel bleibt zunächst der Kreuzsupport bei 946,60 €, wo eine horizontale Unterstützung auf die seit dem Frühjahr steigende Trendlinie trifft. Ein Bruch dieser Zone würde den Abwärtstrend nochmals verschärfen und 900,20 € in den Mittelpunkt rücken. Dort wäre erstmals wieder mit einer stärkeren technischen Gegenreaktion zu rechnen.
Eine nachhaltige Entspannung setzt dagegen deutlich höhere Kurse voraus. Selbst eine Erholung über 1.122 € wäre zunächst nur ein erster Schritt, denn zwischen 1.177 und 1.233,40 € wartet weiterhin eine massive Widerstandszone. Erst deren Rückeroberung würde die aktuelle Abwärtsstruktur ernsthaft infrage stellen und Potenzial bis 1.318,34 € freisetzen. Solange dieser Befreiungsschlag ausbleibt, bleiben die Verkäufer klar im Vorteil.
ℹ️ Rheinmetall in Kürze
- Rheinmetall (WKN: 703000) ist ein deutscher Rüstungskonzern und Automobilzulieferer mit Sitz in Düsseldorf.
- Nach Airbus ist Rheinmetall der zweitgrößte deutsche Hersteller von Rüstungsgütern.
- Schwerpunkte der Waffenproduktion sind militärische Rad- und Kettenfahrzeuge wie Kampf- und Schützenpanzer sowie Munition.
- Rheinmetall ist Mitglied in den Leitindizes DAX und EuroStoxx 50. Der Börsenwert liegt aktuell bei rund 49 Milliarden €.
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Fazit
Das vor einer Woche aktivierte Verkaufssignal der Rheinmetall-Aktie wird weiter abgearbeitet. Nach rund -18% seit dem Augusthoch dürfte nun zunächst die Marke von 1.000 € fallen, bevor 946,60 € und im erweiterten Szenario 900,20 € interessant werden. Eine zwischenzeitliche Gegenbewegung wäre jederzeit möglich, würde am negativen Gesamtbild aber wenig ändern. Erst oberhalb der Zone zwischen 1.177 und 1.233,40 € bekämen die Bullen wieder ein überzeugendes Argument.
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