Commerzbank-Aktie: UniCredit gibt 96 Millionen Aktien aus!
Das Angebot ist aktuell 41,31 € wert
Das Umtauschverhältnis steht fest: Für jede angediente Commerzbank-Aktie erhalten Anleger 0,485 neue UniCredit-Aktien. Auf Basis des jüngsten UniCredit-Kurses von 85,17 € entspricht das einem Gegenwert von rund 41,31 €.
Die Commerzbank-Aktie beendete den Freitag jedoch bei 42,73 €. Das Tauschangebot liegt damit momentan etwa 3,3% unter dem Börsenkurs. Damit beide Werte gleichziehen, müsste die UniCredit-Aktie auf ungefähr 88,10 € steigen – vorausgesetzt, der Commerzbank-Kurs bleibt unverändert.
Immerhin hat sich das Angebot durch die Rallye der UniCredit-Aktie deutlich verbessert. Als die Angebotsunterlagen im Mai veröffentlicht wurden, war das Aktienpaket lediglich 31,07 € wert und lag rund 8,7% unter dem damaligen Commerzbank-Kurs.
Für heutige Käufer ist der Vergleich allerdings nur noch eine Bewertungskennzahl. Die Annahmefrist endete bereits am 3. Juli. Nur Anleger, die ihre Papiere rechtzeitig angedient haben, erhalten nach dem Vollzug die neuen UniCredit-Aktien.
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Die Übernahme wird technisch vorbereitet
Insgesamt wurden 198,48 Millionen Commerzbank-Aktien in das Angebot eingeliefert. Aus dem Umtauschverhältnis ergibt sich die Ausgabe von 96,26 Millionen neuen UniCredit-Aktien. Sie werden ausschließlich gegen die angedienten Commerzbank-Papiere ausgegeben, sodass UniCredit dafür keine zusätzlichen Schulden aufnehmen muss.
Die bisherigen UniCredit-Aktionäre werden dadurch um rund 6% verwässert. Umgekehrt werden die ehemaligen Commerzbank-Anteilseigner nach dem Vollzug gemeinsam etwa 6% des vergrößerten UniCredit-Kapitals besitzen.
Zusammen mit den bereits gehaltenen Aktien und Finanzinstrumenten kommt UniCredit anschließend auf 47,59% des Commerzbank-Kapitals beziehungsweise 49,65% der stimmberechtigten Aktien. Noch stehen regulatorische Genehmigungen und weitere Angebotsbedingungen aus. Der jüngste Beschluss zeigt aber, dass UniCredit den Vollzug inzwischen konkret vorbereitet.
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Der Börsenkurs verlangt mehr als das Angebot
Dass die Commerzbank-Aktie oberhalb des aktuellen Gegenwerts notiert, ist bemerkenswert. Der Markt setzt offenbar entweder auf bessere Übernahmebedingungen, weitere Kursgewinne bei UniCredit oder einen eigenständigen Wert der Commerzbank oberhalb von 41 €.
Dafür liefert das operative Geschäft Argumente. Im ersten Halbjahr verdiente die Bank rund 1,8 Milliarden € und hat inzwischen einen weiteren Aktienrückkauf über bis zu 1,2 Milliarden € gestartet. Gleichzeitig bietet die politische Entwicklung neue Fantasie.
Am Montag treffen Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und UniCredit-Chef Andrea Orcel aufeinander. Berlin fordert Medienberichten zufolge den Erhalt der Frankfurter Börsennotierung, Schutz für Arbeitsplätze und eine Fortführung des Mittelstandsgeschäfts. Solche Zugeständnisse könnten die Zustimmung erleichtern, aber zugleich einen Teil der von UniCredit erhofften Kostensynergien begrenzen.
ℹ️ Commerzbank in Kürze
- Die Commerzbank (WKN: CBK100) ist eine Universalbank mit Sitz in Frankfurt am Main. Gemessen an der Bilanzsumme ist sie das viertgrößte Geldhaus Deutschlands.
- Das Bankinstitut betreut rund elf Millionen Privat- und Firmenkunden in Deutschland und Europa und besitzt mit rund 400 Filialen eines der dichtesten Filialnetze aller deutschen Privatbanken.
- Die Aktie ist im DAX gelistet, an der Börse ist die Commerzbank derzeit aktuell mit 45,9 Milliarden € bewertet.
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Fazit
Der Kapitalbeschluss macht eine Übernahme wahrscheinlicher, bietet heutigen Käufern jedoch keinen sicheren Kursaufschlag. Bei 42,73 € kostet die Commerzbank-Aktie bereits mehr als das aktuelle UniCredit-Angebot. Ich würde die Aktie deshalb halten, ihr aber nicht allein wegen der Übernahmefantasie hinterherlaufen – zusätzliches Potenzial benötigt bessere Bedingungen oder weiter steigende eigenständige Gewinne.