Rocket Lab-Aktie: Besser als SpaceX?
Die Aktie von Rocket Lab bleibt trotz ihrer hohen Bewertung interessant, weil das Unternehmen sein Geschäft zunehmend über Raketenstarts hinaus ausbaut. Neutron, der Auftragsbestand von 2,36 Milliarden US-Dollar, die Satellitenproduktion und die geplante Iridium-Übernahme könnten langfristig eine integrierte Raumfahrtplattform schaffen.
Electron überzeugt, Neutron bleibt der große Wachstumstreiber
Rocket Lab hat mit dem 93. erfolgreichen Electron-Start erneut seine operative Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt. Die Mission brachte einen Satelliten des japanischen Kunden iQPS ins All und war bereits der neunte Start für diesen Auftraggeber. Wiederholte Aufträge zeigen, dass Electron zunehmend als verlässliche Infrastruktur für Satellitenkonstellationen etabliert ist.
Auch das politische Umfeld spielt Rocket Lab in die Karten. Die neue US-Raumfahrtpolitik setzt auf deutlich mehr Starts und eine stärkere Rolle kommerzieller Anbieter. Mit seinen HASTE- und GHOST-Fähigkeiten ist Rocket Lab gut auf diese Entwicklung vorbereitet.
Der wichtigste Fortschritt steckt hinter den Quartalszahlen
Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 62 Prozent auf 234 Millionen US-Dollar, während der Auftragsbestand mit 2,36 Milliarden US-Dollar einen Rekord erreichte. Noch wichtiger ist jedoch, dass Rocket Lab bereits weitere seiner mittelgroßen und teilweise wiederverwendbaren Neutron-Trägerraketen produziert, bevor der Erstflug stattgefunden hat.
Der freie Cashflow fiel deshalb auf minus 110,1 Millionen US-Dollar. Ein Teil dieses Mittelabflusses ist jedoch auf Investitionen in zusätzliche Neutron-Fahrzeuge zurückzuführen. Rocket Lab versucht damit, nach dem Erstflug möglichst schnell eine regelmäßige Startkadenz aufzubauen.
Auch die Preisgestaltung ist bemerkenswert. Neutron wird bereits vor dem Erstflug mit rund 50 bis 55 Millionen US-Dollar pro Start vermarktet. Das deutet darauf hin, dass Kunden die Rakete nicht lediglich als experimentelles Projekt betrachten, sondern bereits mit einer künftig wertvollen Startkapazität rechnen.
Satelliten und Starts wachsen zu einem integrierten Geschäft zusammen
Rocket Lab erweitert seine Wertschöpfung zunehmend über das reine Startgeschäft hinaus. Besonders wichtig ist der Flatellite-Auftrag im Wert von 397 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen soll dabei Satelliten produzieren und deren Start mit Neutron übernehmen.
Dadurch entsteht ein potenzieller Kreislauf: Mehr Satellitenaufträge erhöhen die Nachfrage nach eigenen Raketen, während die Kombination aus Fertigung und Startdienst Rocket Lab bei weiteren Programmen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen kann. Zusätzliche Aufträge für geostationäre Satelliten im Wert von mehr als 160 Millionen US-Dollar unterstreichen diese Entwicklung.
Echte Top-Rendite: Als Mitglied bei sharedealsPlus profitierst Du von wahren Börsenstars (+13.000% in 7 Jahren) und den richtigen Aktientipps zur richtigen Zeit!
Iridium könnte für wiederkehrende Erlöse sorgen
Die geplante Übernahme von Iridium würde Rocket Lab Zugang zu einem globalen Kommunikationsnetz und L-Band-Spektrum verschaffen. Mit mehr als 2,5 Millionen Abonnenten würde das Unternehmen damit ein Geschäft übernehmen, das stärker auf wiederkehrende Erlöse ausgerichtet ist.
Zudem könnte die bestehende Infrastruktur von Iridium zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten für Rocket Lab schaffen und die Verbindung zwischen Raumfahrzeugen, Starts und Kommunikation weiter stärken.
Neutron entscheidet über das langfristige Potenzial
Das größte Risiko bleibt die technische und industrielle Umsetzung von Neutron. Rocket Lab investiert bereits erheblich in weitere Fahrzeuge, obwohl der Erstflug noch aussteht. Ein grundlegendes Designproblem könnte deshalb viel Kapital binden.
Gelingt der Übergang zur Serienproduktion dagegen wie geplant, könnte Neutron zum zentralen Baustein der gesamten Unternehmensstrategie werden. Dann ließen sich Raketenstarts, Satelliten, Komponenten und Kommunikationsdienste zu einer integrierten Raumfahrtplattform verbinden.
Bewertung bleibt hoch
Rocket Lab wird trotz fehlender Profitabilität mit einer sehr hohen Bewertung von aktuell rund 44 Milliarden US-Dollar gehandelt. Auf Basis des erwarteten Unternehmenswert-Umsatz-Verhältnisses liegt die Bewertung bei mehr als dem 40-Fachen und sogar geringfügig über der von SpaceX.
Allerdings befindet sich Rocket Lab in einer früheren Entwicklungsphase. Für 2030 wird ein Umsatz von rund 2,66 Milliarden US-Dollar erwartet. Sollte Neutron erfolgreich in die Serienproduktion übergehen und Rocket Lab die Satelliten- und Kommunikationsgeschäfte weiter ausbauen, könnte die heutige Bewertung langfristig besser begründet sein.
ℹ️ Rocket Lab USA in Kürze
- Rocket Lab USA (WKN: A419CG) ist ein in Long Beach in Kalifornien ansässiger Hersteller von Luft- und Raumfahrtprodukten und Anbieter von Raketentransporten.
- Das 2006 gegründete Unternehmen entwickelt und betreibt die Trägerrakete Electron, die Kleinsatelliten ins All transportiert.
- Darüber hinaus stellt Rocket Lab USA Satellitenkomponenten wie Star Tracker, Reaktionsräder, Solarzellen und -anordnungen, Satellitenfunkgeräte, Trennsysteme sowie Flug- und Bodensoftware her.
- Rocket Lab USA ist Mitglied im Nasdaq 100 und ist ca. 44 Milliarden US$ wert.
Rocket Lab kaufen, halten oder verkaufen? Unsere zehnköpfige Redaktion berichtet regelmäßig über Rocket Lab und informiert Dich in Echtzeit, wenn Handlungsbedarf besteht. Aktiviere dafür einfach unseren kostenlosen Aktien-Alarm und sichere Dir Deinen persönlichen Informationsvorsprung.
Rocket Lab weiterverfolgen – jetzt kostenlosen Aktien-Alarm aktivieren »
Fazit
Rocket Lab entwickelt sich zunehmend vom Raketenanbieter zu einem breit aufgestellten Raumfahrtunternehmen. Die Bewertung ist anspruchsvoll, doch ein erfolgreicher Neutron-Hochlauf könnte das langfristige Wachstumspotenzial der Aktie deutlich erhöhen.
Übrigens: 3 Trend-Aktien sollest Du jetzt auf dem Zettel haben. Hier geht’s zum Gratis-Report für das Schlussquartal 2026!