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Nvidia-Aktie: Was Anleger von den Zahlen erwarten können

KI-Boom vor dem nächsten Test
Am Mittwochabend wird es bei Nvidia wieder richtig interessant. Der Konzern legt seine Zahlen für das zweite Geschäftsquartal vor und die Erwartungen sind hoch. Nach dem starken Wachstum der vergangenen Quartale reicht es längst nicht mehr, einfach nur gute Zahlen zu melden. Anleger wollen sehen, ob der KI-Boom weiter mit diesem Tempo läuft.

Die Messlatte liegt extrem hoch

Analysten rechnen aktuell mit einem Quartalsumsatz von rund 92 Milliarden US$ und einem Gewinn von etwa 2,08 bis 2,09 US$ je Aktie. Damit würde Nvidia den Umsatz gegenüber dem Vorjahr fast verdoppeln. Im vergangenen Quartal waren es noch 81,6 Milliarden US$ Umsatz und 1,87 US$ Gewinn je Aktie.

Bei Nvidia liegt die Schwierigkeit inzwischen allerdings darin. Solche Wachstumsraten sind längst eingepreist und der Markt erwartet regelmäßig noch etwas mehr. Ein knappes Übertreffen der Schätzungen allein könnte deshalb diesmal nicht reichen, um die Aktie deutlich nach oben zu schicken.

Auch am Optionsmarkt wird bereits mit Bewegung gerechnet. Dort wird rund um die Zahlen aktuell ein Ausschlag von etwa 5,4% eingepreist. Das ist zwar weniger als bei früheren Nvidia-Zahlen, entspricht bei der riesigen Bewertung des Konzerns aber trotzdem einer möglichen Veränderung des Börsenwerts von rund 280 Milliarden US$.

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Blackwell muss weiter liefern

Beim Geschäft mit Rechenzentren läuft für Nvidia weiterhin unglaublich viel zusammen. Blackwell und Blackwell Ultra verkaufen sich stark und haben einen großen Anteil daran, dass Nvidia zuletzt solche Wachstumsraten hinlegen konnte. Am Mittwoch wird deshalb interessant, ob sich daran etwas geändert hat oder die großen Kunden weiter kräftig bestellen.

Microsoft, Alphabet, Amazon und andere große Tech-Konzerne stecken weiterhin Milliarden in neue Rechenzentren. Für Nvidia ist das natürlich eine ziemlich komfortable Ausgangslage, denn ein großer Teil dieses Geldes landet am Ende bei Chips, Servern und der dazugehörigen Technik. Die Zahlen können nun zeigen, ob dieser Ausbau weiter mit ähnlichem Tempo läuft oder die ersten Kunden langsam etwas vorsichtiger werden.

Vera Rubin wird langsam zum nächsten großen Thema

Neben Blackwell wird auch die nächste Chipgeneration Vera Rubin immer wichtiger. Nvidia bereitet den Übergang bereits vor und Anleger werden darauf hören, ob der Zeitplan weiter steht und wie hoch die ersten Bestellungen ausfallen.

Das Thema bekommt zusätzlichen Rückenwind durch Berichte, wonach Nvidia die Preise für kommende KI-Server teilweise um mehr als 15% erhöhen will. Grund sind unter anderem höhere Kosten für Speicherchips. Betroffen wären Systeme mit Vera Rubin und Grace Blackwell, die ab 2027 ausgeliefert werden sollen.

Für Nvidia kann das zweischneidig sein. Höhere Preise helfen beim Umsatz, gleichzeitig dürfen die Kosten nicht so stark steigen, dass die Margen darunter leiden. Analysten rechnen ohnehin damit, dass die Bruttomarge in den kommenden Quartalen etwas zurückgeht und sich eher im Bereich von 73 bis 74% bewegt.

China könnte wieder mehr beitragen

Ein weiterer Punkt ist das China-Geschäft. Nvidia hatte dort in den vergangenen Quartalen immer wieder mit Exportbeschränkungen zu kämpfen. Inzwischen gibt es wieder mehr Möglichkeiten, bestimmte Chips wie den H200 nach China zu verkaufen.

Sollten diese Verkäufe schneller anlaufen als gedacht, könnte das zusätzliches Wachstum bringen. Gleichzeitig bleibt das Geschäft politisch schwer planbar. Neue Einschränkungen oder Änderungen bei den Exportregeln können die Lage jederzeit wieder verändern.

ℹ️ Nvidia Corporation in Kürze

  • Die Nvidia Corporation (WKN: A1K023) ist einer der weltweit größten Entwickler von Grafikprozessoren und Chipsätzen.
  • Die Chips und Prozessoren des Konzerns kommen in Personal Computern, Spielekonsolen, Rechenzentren und autonom fahrenden Autos zum Einsatz.
  • Das in Santa Clara im US-Bundesstaat Kalifornien beheimatete Unternehmen ist Marktführer im Bereich Hochleistungschips für Anwendungen auf Basis künstlicher Intelligenz.
  • Nvidia ist Mitglied in den US-Indizes Nasdaq 100, S&P 500 und Dow Jones und ist aktuell mit rund 5,05 Billionen US$ das wertvollste Unternehmen der Welt.

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Fazit

Bei Nvidia sind starke Zahlen inzwischen fast schon eingepreist. Rund 92 Milliarden US$ Umsatz erwartet die Wall Street, weshalb ein kleines Übertreffen allein wahrscheinlich niemanden vom Hocker haut. Am Ende wird viel daran hängen, was Jensen Huang für die nächsten Monate in Aussicht stellt. Läuft Blackwell weiter stark, kommt Vera Rubin wie geplant und bestellen die großen Cloudanbieter weiterhin kräftig, spricht erstmal wenig dafür, dass Nvidia beim Wachstum deutlich vom Gas gehen muss. Werden die Aussagen dagegen vorsichtiger, könnte das bei den hohen Erwartungen schnell zum Problem für die Aktie werden.