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Salzgitter-Aktie: Ist Aurubis jetzt die bessere Alternative?

HKM übernommen
Die Salzgitter-Aktie bewegt sich seit Jahresbeginn in einer außergewöhnlich hohen Schwankungsbreite zwischen 35 € und 66 €. Am Montag verliert sie aktuell -2,1% und notiert bei 50,20 €, damit liegt sie etwa auf dem Kursniveau von Mitte 2011. Angesichts der anhaltenden Herausforderungen in der Stahlbranche stellt sich die Frage: Lohnt sich auf diesem Niveau noch ein Einstieg oder gibt es attraktivere Alternativen?

HKM vollständig übernommen

Die Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) befanden sich bislang im Besitz von ThyssenKrupp (50 %), Salzgitter (30 %) und Vallourec (20 %). Nachdem ThyssenKrupp und Vallourec ihre Beteiligungen veräußern wollten, hat Salzgitter sämtliche Anteile übernommen und ist nun alleiniger Eigentümer.

Im Zuge der Neuausrichtung soll HKM umfassend modernisiert werden. Künftig plant das Unternehmen die Produktion von rund zwei Millionen Tonnen grünem Stahl. Gleichzeitig wird ein umfangreiches Restrukturierungsprogramm umgesetzt. Die Zahl der Beschäftigten soll bis 2028 von derzeit rund 3.000 auf etwa 1.000 reduziert werden.

Diese Maßnahmen sind aus Sicht des Managements notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern. Kurzfristig werden die hohen Investitions- und Restrukturierungskosten jedoch die Ertragslage belasten.

Zu den genauen Übernahmekonditionen wurden keine Angaben gemacht.

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Ertragsprognose angehoben

Mit Vorlage der Zahlen für das erste Quartal hob Salzgitter seine Ergebnisprognose an.

Das EBITDA VX soll nun zwischen 625 und 725 Millionen € liegen, nachdem zuvor 500 bis 600 Millionen € erwartet worden waren. Die Umsatzprognose mit 9,5 Milliarden € blieb dagegen unverändert.

Die höhere Gewinnerwartung resultiert allerdings nicht aus dem operativen Stahlgeschäft, sondern im Wesentlichen aus der positiven Entwicklung der Beteiligung an Aurubis. Salzgitter hält rund 25 % an dem Kupferkonzern und ist damit dessen größter Einzelaktionär.

Gerade angesichts der hohen Nachfrage nach Kupfer für Elektromobilität, Energienetze und Rechenzentren entwickelt sich Aurubis derzeit deutlich robuster als viele klassische Stahlhersteller.

Bewertung

Die Rahmenbedingungen für europäische Stahlunternehmen bleiben schwierig. Hohe Energiepreise, die schwache Industriekonjunktur sowie günstige Stahlimporte aus China belasten weiterhin den Markt. Die Europäische Union diskutiert zwar zusätzliche Schutzmaßnahmen, kurzfristig dürfte sich die Wettbewerbssituation jedoch kaum grundlegend verbessern.

Hinzu kommt, dass die vollständige Übernahme von HKM zunächst erhebliche finanzielle Mittel bindet und die Profitabilität belasten dürfte. Ob sich diese Investition langfristig auszahlt, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen.

Positiv hervorzuheben ist, dass Salzgitter stärker auf hochwertige Spezialstähle und weiterverarbeitete Produkte setzt als viele Wettbewerber. Dennoch bleibt das Stahlgeschäft zyklisch und konjunkturabhängig.

Der größte Werttreiber innerhalb des Konzerns ist derzeit die Beteiligung an Aurubis. Dort profitiert das Unternehmen von strukturellen Wachstumstrends im Kupfermarkt und einer deutlich attraktiveren Branchenentwicklung.

ℹ️ Salzgitter in Kürze

  • Die Salzgitter AG gehört zu den führenden Stahlkonzernen in Europa und ist international tätig.
  • Neben dem klassischen Stahlgeschäft ist der Konzern breit aufgestellt und verfügt über insgesamt rund 150 Beteiligungen.
  • Der Hauptsitz befindet sich in Salzgitter, darüber hinaus zählen 204 Standorte in 35 Ländern zum Gesamtkonzern.
  • Die Aktie ist im SDAX gelistet, der Börsenwert beträgt aktuell 2,7 Milliarden €.

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Fazit

Salzgitter bleibt ein solides Industrieunternehmen mit interessanten Beteiligungen und langfristigen Transformationsplänen. Kurzfristig dürften jedoch die Restrukturierung von HKM sowie das schwierige Marktumfeld für Stahlhersteller die Kursentwicklung begrenzen.

Wer gezielt vom langfristigen Wachstum bei Kupfer profitieren möchte, findet mit einer Direktinvestition in Aurubis aus heutiger Sicht die attraktivere Alternative.

Nach der starken Kursentwicklung erscheint das weitere Aufwärtspotenzial der Aktie jedoch zunehmend begrenzt. Viele positive Faktoren dürften bereits im Kurs berücksichtigt sein.

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