SanDisk-Aktie nach -31%: Jetzt schon zuschlagen?
Rücksetzer trotz intakter Wachstumsperspektiven
Der jüngste Kursrückgang von Sandisk ist nach Ansicht vieler Marktbeobachter nicht auf eine Verschlechterung des operativen Geschäfts zurückzuführen. Vielmehr belastete eine breit angelegte Schwäche im asiatischen Halbleitersektor auch die US-Technologiewerte.
Vor allem die deutlichen Kursverluste von SK Hynix und Samsung sorgten für zusätzlichen Verkaufsdruck. Zwar meldete Samsung für das zweite Quartal einen Rekord beim operativen Gewinn, die Umsätze blieben jedoch hinter den Erwartungen zurück. Das löste klassische Gewinnmitnahmen nach den Zahlen aus und deutet eher auf eine Anpassung der Marktpositionierung als auf eine grundsätzliche Eintrübung der Branchenaussichten hin.
Gleichzeitig bleibt der Ausblick für den Speicherchipmarkt positiv. UBS hat seine Prognosen für den Markt für High Bandwidth Memory erneut angehoben. Für das Jahr 2026 erwarten die Analysten eine Nachfrage von 33,1 Milliarden Gigabit, was einem Anstieg von 90 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Für 2027 wird bereits mit 58,7 Milliarden Gigabit gerechnet.
Nach Einschätzung von UBS dürfte sich die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage bei DRAM-Speichern bis 2027 auf 17 Prozentpunkte ausweiten. Damit würde der Engpass deutlich länger anhalten als bislang angenommen und zunehmend auch andere Elektroniksegmente betreffen. Bis 2030 könnte der Markt für HBM-Speicher nahezu ein Volumen von zehn Milliarden US-Dollar erreichen.
Analysten werden trotz Kursrückgang optimistischer
Auch an der Wall Street wächst der Optimismus. Goldman Sachs erhöhte das Kursziel für Sandisk von 1.200 auf 2.200 US-Dollar. Bernstein zeigte sich ebenfalls zuversichtlicher und hob das Kursziel auf 3.000 US-Dollar an. Als Begründung werden unter anderem verbesserte Vertragsbedingungen und eine robuste Nachfrage genannt.
Für das kommende Quartal stellte das Management einen Umsatz zwischen 7,75 und 8,25 Milliarden US-Dollar sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 30 und 33 US-Dollar in Aussicht. Beide Kennzahlen würden erneut ein Wachstum im dreistelligen Prozentbereich bedeuten. Nach mehreren Quartalen mit positiven Überraschungen könnten starke Geschäftszahlen den Grundstein für eine erneute Aufwärtsbewegung legen.
Übrigens: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.
Geldpolitik könnte Rückenwind liefern
Neben den Unternehmensdaten spielt derzeit auch die Geldpolitik eine zentrale Rolle. Seit Kevin Warsh den Vorsitz der US-Notenbank übernommen hat, hat sich der Ton innerhalb der Federal Reserve spürbar verändert.
Bei seiner ersten Sitzung überraschte Warsh die Märkte mit einer restriktiveren Haltung als viele Investoren erwartet hatten. Neun der 18 Mitglieder signalisierten Unterstützung für höhere Zinsen im Jahr 2026. Im März war innerhalb des Gremiums noch überwiegend mit Zinssenkungen gerechnet worden.
Diese Entwicklung belastete insbesondere wachstumsstarke Technologie- und KI-Aktien. Ausschlaggebend war vor allem die Sorge vor einem erneuten Inflationsanstieg infolge steigender Energiepreise im Zusammenhang mit dem Konflikt im Iran.
Inzwischen hat sich die Lage am Ölmarkt jedoch beruhigt. Gleichzeitig mehren sich Anzeichen einer Abschwächung am Immobilienmarkt sowie einer nachlassenden Dynamik am Arbeitsmarkt. Sollten sich diese Trends fortsetzen, könnte die US-Notenbank in den kommenden Monaten einen moderateren geldpolitischen Kurs einschlagen. Davon dürften insbesondere Wachstumswerte und KI-Aktien profitieren.
Charttechnik mahnt noch zur Geduld
Aus charttechnischer Sicht ist die Lage derzeit gemischt. Im Vier-Stunden-Chart nähert sich der Relative-Stärke-Index wieder neutraleren Bereichen, nachdem die Aktie zuvor deutlich überkauft war. Zudem verläuft der 200-Tage-EMA nicht weit unter dem aktuellen Kurs und könnte kurzfristig Unterstützung bieten.
Ein überzeugendes Umkehrsignal lässt sich bislang jedoch noch nicht erkennen. Deshalb bleibt Vorsicht angebracht.
Im Tageschart hat Sandisk inzwischen den 50-Tage-EMA nach unten durchbrochen. Das spricht dafür, dass die laufende Korrektur durchaus noch anhalten könnte.
Eine wichtige Unterstützungszone befindet sich im Bereich von 1.000 US-Dollar. Dort treffen ein hohes Handelsvolumen, der 200-Tage-EMA sowie das 61,8-Prozent-Retracement der vorangegangenen Aufwärtsbewegung aufeinander. Sollte diese Marke erreicht werden, entspräche dies einem weiteren Kursrückgang von rund 30 Prozent. Angesichts der hohen Volatilität der Aktie wäre ein solcher Rückgang jedoch nicht außergewöhnlich.
Darunter gilt der Bereich zwischen 600 und 700 US-Dollar als weitere bedeutende Unterstützungszone mit hoher historischer Handelsaktivität.
Welche Voraussetzungen für einen Einstieg sprechen
Ob sich die aktuelle Schwächephase als attraktive Kaufgelegenheit erweist, dürfte von mehreren Faktoren abhängen. Im Mittelpunkt stehen zunächst die nächsten Quartalszahlen. Sie werden zeigen, ob das starke Wachstum anhält, wie sich die Gewinnmargen entwickeln und welchen Ausblick das Management für die kommenden Quartale gibt.
Ebenso entscheidend bleibt die Entwicklung der Geldpolitik. Sollten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der US-Notenbank Spielraum für einen weniger restriktiven Kurs eröffnen, könnte dies die Stimmung gegenüber Wachstumswerten deutlich verbessern. Besondere Aufmerksamkeit richtet sich dabei auf die Mitte September erwarteten aktualisierten Wirtschafts- und Zinsprognosen der Federal Reserve.
Schließlich könnte auch die Charttechnik ein klares Einstiegssignal liefern. Ein Rückgang in den Bereich um 1.000 US-Dollar bei gleichzeitig deutlich überverkaufter Marktlage würde die Bewertung noch attraktiver erscheinen lassen und das Chance-Risiko-Verhältnis verbessern.
ℹ️ Sandisk Corporation in Kürze
- SanDisk (WKN: A411ZM) mit Sitz in Milpitas im US-Bundesstaat Kalifornien ist ein weltweit führender Hersteller von Speichermedien, die auf der NAND-Flash-Technologie basieren.
- Das 1988 gegründete Unternehmen wurde 2016 von Western Digital übernommen und 2025 erneut als eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen abgespalten.
- Bekannt ist SanDisk vor allem für die Entwicklung und Herstellung von Speicherkarten, USB-Sticks und Solid-State-Drives (SSDs).
- Seit einiger Zeit fokussiert sich das Unternehmen auf spezialisierte Hochleistungs-SSDs, die für das Training von KI-Modellen in Rechenzentren benötigt werden.
- SanDisk ist seit November 2025 Mitglied im US-Leitindex S&P 500 und ca. 240 Milliarden US$ wert.
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Fazit
Sandisk bleibt trotz der jüngsten Korrektur eine der spannendsten Aktien im KI- und Speicherchipsektor. Ob der Rücksetzer tatsächlich eine attraktive Einstiegschance bietet, dürfte sich in den kommenden Monaten vor allem an den Unternehmenszahlen, der Geldpolitik und der weiteren charttechnischen Entwicklung entscheiden.
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