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Evotec-Aktie: Geht die Seitwärtsbewegung weiter?

Neue Technologie vorgestellt
Die Evotec-Aktie bewegt sich seit mehreren Wochen in einer engen Handelsspanne um die Marke von 5 €. Weder den Bullen noch den Bären ist bislang ein nachhaltiger Ausbruch gelungen. Am Mittwoch notiert die Aktie bei rund 5 €. Für Anleger stellt sich daher die Frage: Steht der nächste größere Kursimpuls unmittelbar bevor oder dürfte die Seitwärtsbewegung zunächst anhalten?

J.TRAIN-Technologie soll neues Wachstum ermöglichen

Einen wichtigen strategischen Schritt stellte zuletzt die Tochtergesellschaft Just – Evotec Biologics mit der Einführung ihrer neuen J.TRAIN-Plattform vor.

Die Technologie ermöglicht Biopharmaunternehmen, die Continuous-Manufacturing-Technologie von Evotec direkt in den eigenen Produktionsstätten einzusetzen. Dabei kombiniert J.TRAIN modulare Reinraumsysteme mit standardisiertem Produktionsequipment und einer vollständig cGMP-konformen Prozessautomatisierung.

Für Kunden ergeben sich dadurch mehrere Vorteile. Produktionskapazitäten können deutlich schneller aufgebaut werden als mit klassischen Anlagen, gleichzeitig sinken die Investitionskosten.

Ob sich diese Innovation bereits in zusätzlichen Aufträgen und höheren Umsätzen niederschlägt, dürfte sich jedoch erst in den kommenden Quartalen zeigen.

Linda Zuckerman, Chief Business Officer von Just – Evotec Biologics, erklärte dazu:

Das Angebot unterstreicht die strategische Weiterentwicklung von Just – Evotec Biologics hin zu einem schnell implementierbaren, kapitaleffizienteren und technologiegetriebenen Geschäftsmodell.

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Transformation bleibt das zentrale Thema

Das laufende Geschäftsjahr steht weiterhin ganz im Zeichen des umfangreichen Restrukturierungsprogramms.

Mit dem neuen Strategieprogramm „Horizon“ setzt Evotec den begonnenen Umbau konsequent fort. Es ersetzt das bisherige Programm „Priority Reset“ und soll das Unternehmen effizienter und profitabler machen.

Geplant sind unter anderem: Die Bündelung zentraler Kompetenzen in Exzellenzzentren, die Reduzierung der Standorte von 14 auf 10 sowie der Abbau von rund 800 Arbeitsplätzen. Mittels dieser Maßnahmen sollen sich bis Ende 2027 Kosteneinsparungen von rund 75 Millionen € ergeben.

Bereits im laufenden Geschäftsjahr sollen zwischen 20 und 30 % dieser Einsparungen realisiert werden.

Das zweite Quartal wird richtungsweisend

Entscheidend für den weiteren Kursverlauf dürften die Zahlen zum zweiten Quartal werden.

Für das Gesamtjahr erwartet Evotec einen Umsatz zwischen 700 und 780 Millionen €. Im ersten Quartal wurden lediglich 156,6 Millionen € erzielt.

Beim bereinigten EBITDA prognostiziert das Management einen Wert zwischen 0 und 40 Millionen €. Nach den ersten drei Monaten stand allerdings noch ein bereinigter EBITDA-Verlust von 21,9 Millionen € zu Buche.

Damit wird deutlich: Um die Jahresziele zu erreichen, muss sich die operative Entwicklung in den kommenden Quartalen spürbar verbessern.

Bewertung

Die Aktie befindet sich derzeit in einer klassischen Wartestellung.

Positive Impulse könnten von einer Verbesserung der Profitabilität, neuen Forschungskooperationen oder zusätzlichen Meilensteinzahlungen ausgehen. Ebenso könnte ein erfolgreicher Start der J.TRAIN-Plattform das Vertrauen der Anleger stärken.

Bleibt die operative Entwicklung dagegen hinter den Erwartungen zurück und enttäuscht insbesondere das EBITDA erneut, dürfte die Aktie nochmals unter Druck geraten.

Nach dem deutlichen Kursverfall der vergangenen Jahre erscheint die Bewertung zwar deutlich günstiger als früher. Gleichzeitig müssen Anleger aber berücksichtigen, dass sich Evotec weiterhin in einer anspruchsvollen Transformationsphase befindet.

ℹ️ Evotec in Kürze

  • Evotec (WKN: 566480) mit Sitz in Hamburg ist ein international tätiges Unternehmen im Bereich der pharmazeutischen Wirkstoffforschung.
  • In Forschungs- und Entwicklungspartnerschaften mit Biotech-Unternehmen und Pharmakonzernen weltweit erforscht und entwickelt Evotec Wirkstoffkandidaten für Therapieansätze in verschiedensten medizinischen Richtungen.
  • Evotec ist Mitglied im TecDAX und knapp 900 Millionen € wert.

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Fazit

Kurzfristig spricht vieles dafür, dass sich die Seitwärtsbewegung zunächst fortsetzt. Der Markt wartet auf konkrete Belege dafür, dass die Restrukturierung erste operative Erfolge zeigt.

Die Zahlen zum zweiten Quartal dürften deshalb eine wichtige Richtungsentscheidung bringen. Fällt das Ergebnis besser aus als erwartet und verbessert sich insbesondere das EBITDA, könnte die Aktie nach oben ausbrechen. Bleibt die operative Entwicklung hingegen schwach, sind erneute Kursrückgänge nicht ausgeschlossen.

Anleger sollten vorerst abwarten.

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Interessenkonflikt: Der Autor hält Aktien des besprochenen Unternehmens Evotec. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.