Rivian-Aktie: Wo endet diese Achterbahnfahrt?
Frisches Geld...
Auslöser des heutigen Kurseinbruchs der Rivian-Aktie ist die Bekanntgabe einer Kapitalerhöhung. Der amerikanische Elektroautohersteller will 75 Millionen neuer Aktien auf den Markt werfen. Zudem sicherte sich Rivian die Option, den Konsortialbanken weitere 11,25 Millionen Aktien zu übertragen.
Rivian beabsichtigt, mit dem frischen Kapital in Höhe von schätzungsweise 1,5 Milliarden US$ die Eigenkapitalanforderungen für ein milliardenschweres Darlehen des US-Energieministeriums zu erfüllen. Dieses staatliche Darlehen ist essenziell, um den Bau und die Ausrüstung des neuen Werks im US-Bundesstaat Georgia zu finanzieren, wo künftig der günstigere Hoffnungsträger, das SUV R2, in hoher Stückzahl vom Band laufen soll.
...zu einem klug gewählten Zeitpunkt
Das Timing der Kapitalerhöhung ist klug gewählt, denn zeitgleich gab der Autobauer seine Umsatzprognose für das zweite Quartal bekannt. Sie liegt mit 1,55 bis 1,65 Milliarden US$ deutlich über den Erwartungen der Wall-Street-Analysten, die mit 1,45 Milliarden US$ weniger Wachstum auf dem Zettel hatten.
Erst Ende letzter Woche überzeugte Rivian die Börse mit starken Absatzzahlen und einer Prognoseanhebung. Im abgelaufenen Vierteljahr lieferte der Elektroautohersteller knapp über 12.000 Autos aus — deutlich mehr als die erwarteten 9.000 bis 11.000 Einheiten. Angesichts des unerwartet starken Absatzes hob Rivian die Prognose für das Gesamtjahr um 3.000 Autos auf 65.000 bis 70.000 Stück an.
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Eine hochkritische Chart-Phase
Das Chartbild der Rivian-Aktie befindet sich aktuell in einer hochkritischen Phase. Gestern schoss der Kurs des Autobauers auf ein neues Jahreshoch bei über 20 US$.
Heute wird er im US-Handel wieder auf das 3-Monatshoch bei 18 US$ zurückfallen. Wichtig wäre, dass sich die Rivian-Aktie oberhalb dieses Hochs halten kann, um nicht in Gefahr einer Trendwende zu geraten.
Drei Gründe für einen Kauf
Grundsätzlich rate ich Anlegern, die Finger von kleinen Autobauern zu lassen. Sie haben in einer extrem wettbewerbsintensiven Branche, in der alle Nischen von mehreren Herstellern besetzt sind, aufgrund fehlender Skaleneffekte keine Chance.
Die Rivian-Aktie ist einer der ganz wenigen Ausnahmen, die ich mache. Und das hat drei Gründe, die da heißen: Amazon, Uber und Volkswagen.
Amazon ist seit jeher strategischer Partner von Rivian und sorgt mit dem Kauf seiner Elektrovans für eine Grundauslastung. Zudem kann man bei einer Beteiligung in Höhe von 13% von einem strategischen Interesse sprechen.
Volkswagen ist mit einer ähnlich hohen Beteiligung der zweite strategische Partner von Rivian. Erst kürzlich begruben die Wolfsburger ihre eigene Software-Tochter Cariad, was bedeutet, dass sie sich in Zukunft voll und ganz in diesem kritischen Bereich auf die Fähigkeiten von Rivian verlassen werden.
Und Uber will in den kommenden fünf Jahren rund 50.000 Robotaxis mit Rivian-Technologie auf die Straßen Europas und Nordamerikas bringen. Auch das ist für mich ein klarer Vertrauensbeweis in die enormen Software-Skills des Autobauers.
Daran entscheidet sich das Schicksal
Das Schicksal von Rivian wird sich mit dem Markterfolg des R2 entscheiden. Die Serienproduktion ist im Juni angelaufen. Der Markt wird die Verkaufszahlen des neuen Automodells mit Argusaugen verfolgen.
Ich bin guter Dinge, dass der R2 ein Erfolg wird. Bereits der R1 von Rivian hat sich gut verkauft. Die Rivian-Ingenieure scheinen zu wissen, worauf es auf dem US-Automarkt ankommt. Mit einem Preis von knapp 60.000 US$ positioniert sich Rivian mit dem R2 im Premium-SUV-Segment. Im kommenden Jahr soll jedoch eine günstigere Version für 45.000 US$ folgen.
Zum Abschluss: Weitere Top-Picks 2026 für das aktuelle Jahr findest Du in unserem kostenlosen Report.
ℹ️ Rivian in Kürze
- Rivian Automotive (WKN: A3C47) ist ein US-Hersteller von Elektrofahrzeugen.
- Neben dem R1-Modell in einer Pick-up- und einer SUV-Version baut Rivian elektrische Lieferfahrzeuge für Amazon. Mit rund 17% der Anteile ist Amazon auch Großaktionär von Rivian.
- 2026 soll mit dem R2 ein zweites Automodell von Rivian auf den Markt kommen.
- Das 2009 gegründete Unternehmen hat seinen Sitz in Plymouth im US-Bundesstaat Michigan.
- Rivian notiert an der US-Technologiebörse Nasdaq und ist ca. 26 Milliarden US$ wert.
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Fazit
Wer sein Geld gerne in der Automobilindustrie investieren will, findet heutzutage kaum noch hoffnungsvolle Kandidaten. Die europäischen Autohersteller stecken in einer schweren Krise, aber auch bei den Chinesen wachsen die Bäume nicht mehr in den Himmel.
Die Rivian-Aktie ist eines der hoffnungsvollsten Papiere der Branche. Der Elektroautobauer aus den USA wächst hochdynamisch und hat aufgrund seiner drei strategischen Partnerschaften das Zeug dazu, sich in den kommenden Jahren zu einem der mittelgroßen Hersteller zu entwickeln.