BYD-Aktie: Ist der Kursanstieg nachhaltig?
Fahrzeugabsatz zeigt erste Stabilisierung
Nachdem der Absatz in den vergangenen Quartalen deutlich unter Druck geraten war, zeigen die jüngsten Verkaufszahlen eine leichte Verbesserung.
Im Juni stieg der Fahrzeugabsatz gegenüber dem Vorjahr um 5,4% auf 403.472 Fahrzeuge. Darunter befinden sich sowohl batterieelektrische Fahrzeuge als auch Plug-in-Hybride. Besonders erfreulich entwickelte sich das Auslandsgeschäft: Rund 175.000 Fahrzeuge wurden außerhalb Chinas verkauft.
Auf Halbjahressicht bleibt das Bild jedoch durchwachsen. Der Gesamtabsatz ging gegenüber dem Vorjahr um 15,7% auf 1,8 Millionen Einheiten zurück, während die Exporte mit einem Anstieg von 70% auf 0,7 Millionen Einheiten deutlich zulegen konnten. Damit wird zunehmend sichtbar, dass BYD seine Abhängigkeit vom chinesischen Heimatmarkt reduziert.
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Europa bleibt ein wichtiger Wachstumstreiber
Die Expansion nach Europa besitzt für BYD weiterhin hohe Priorität.
Das Werk in Ungarn soll langfristig die europäische Produktion sichern, allerdings verzögert sich der Produktionsstart. Parallel prüft der Konzern Medienberichten zufolge weitere Produktionsmöglichkeiten in Südeuropa, um mögliche EU-Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge zu umgehen.
Eine Fertigung innerhalb Europas würde die Wettbewerbsfähigkeit deutlich verbessern und könnte mittelfristig die Margen stabilisieren.
Schwaches erstes Quartal
Die Geschäftszahlen des ersten Quartals fielen enttäuschend aus.
Der Umsatz sank gegenüber dem Vorjahresquartal um 12% auf rund 150 Milliarden Yuan (etwa 18,8 Milliarden €). Noch deutlicher fiel der Rückgang beim Nettogewinn aus, der um mehr als die Hälfte auf gut 4 Milliarden Yuan zurückging.
Hauptursache bleibt der intensive Preiswettbewerb in China. Zahlreiche Hersteller kämpfen mit hohen Rabatten um Marktanteile, was die Gewinnmargen der gesamten Branche belastet.
Bewertung
Der übergeordnete Abwärtstrend ist trotz der jüngsten Erholung weiterhin intakt. Sollten auch die Zahlen für das zweite Quartal enttäuschen, könnte die Aktie erneut unter Druck geraten. Der zuletzt leicht gestiegene Fahrzeugabsatz sollte daher nicht überbewertet werden. Zudem bleiben die geplanten EU-Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge ein Belastungsfaktor.
Auf der anderen Seite dürften inzwischen viele negative Erwartungen bereits im Kurs berücksichtigt sein. Gelingt BYD der Aufbau einer Produktion in Europa, könnten die Auswirkungen möglicher Importzölle langfristig deutlich reduziert werden. Bis sich dieser Vorteil in den Geschäftszahlen niederschlägt, dürfte jedoch noch einige Zeit vergehen.
ℹ️ BYD in Kürze
- BYD („Build your dreams“) (WKN: A0M4W9) ist ein chinesischer Mischkonzern, der vor allem im Bereich der Herstellung von Akkumulatoren und Automobilen tätig ist.
- Der im chinesischen Shenzhen ansässige Konzern stieg 2023 zum weltgrößten Hersteller von Elektroautos auf.
- Mit einer Marktkapitalisierung von etwa 85 Milliarden € zählt BYD zu den wertvollsten Autokonzernen der Welt.
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Fazit
Die fundamentale Situation hat sich zuletzt leicht verbessert, von einer klaren Trendwende kann jedoch noch keine Rede sein. Entscheidend werden die Ergebnisse des zweiten Quartals sowie die weitere Entwicklung der Margen sein.
Kurzfristig bleibt die Aktie anfällig für Rückschläge. Anleger sollten aus meiner Sicht vorerst abwarten.
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