Oracle-Aktie: Wieder ein Top-Tipp im Tech-Sektor?
Operative Entwicklung erreicht neue Höchststände
Aus fundamentaler Sicht präsentiert sich Oracle derzeit in einer bemerkenswert starken Verfassung. Die Ergebnisse des vierten Quartals des Geschäftsjahres 2026 per Ende Mai verdeutlichen die Dynamik, die das Unternehmen aktuell entfaltet. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 20,6 Prozent von 15,90 Milliarden auf 19,18 Milliarden US-Dollar zu.
Mit dem Umsatzwachstum stieg auch die Profitabilität deutlich. Der Nettogewinn erhöhte sich von 3,43 Milliarden auf 4,22 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn kletterte von 4,88 Milliarden auf 6,15 Milliarden US-Dollar. Besonders eindrucksvoll entwickelte sich der operative Cashflow, der von 6,16 Milliarden auf 14,62 Milliarden US-Dollar sprang. Bereinigt um Veränderungen im Working Capital stieg dieser Wert von 6,13 Milliarden auf 7,45 Milliarden US-Dollar. Das EBITDA verdoppelte sich nahezu von 5,53 Milliarden auf 10,68 Milliarden US-Dollar.
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Starkes Gesamtjahr bestätigt den Wachstumskurs
Die Entwicklung im Schlussquartal war kein Ausreißer, sondern Teil eines breiteren Trends. Auch auf Gesamtjahresbasis konnte Oracle im Geschäftsjahr 2026 gegenüber dem Vorjahr bei Umsatz, Gewinn und Cashflow deutlich zulegen.
Der wichtigste Wachstumstreiber bleibt das Cloud-Geschäft. Die Cloud-Umsätze stiegen im Jahresvergleich um 38,7 Prozent von 24,51 Milliarden auf 33,99 Milliarden US-Dollar. Diese Entwicklung spiegelt die zunehmende Nachfrage nach Rechenleistung, Cloud-Infrastruktur und KI-Anwendungen wider. Oracle zählt dabei zu den Unternehmen, die von diesem strukturellen Trend besonders stark profitieren können.
Cloud-Sparte dominiert zunehmend das Geschäft
Oracle weist die Betriebskosten der Cloud-Sparte gemeinsam mit dem Softwaregeschäft aus. Während die Umsätze des Softwaresegments leicht von 24,72 Milliarden auf 24,54 Milliarden US-Dollar zurückgingen, verbesserten sich die kombinierten Segmentgewinne dennoch von 37,66 Milliarden auf 40,93 Milliarden US-Dollar.
Andere Geschäftsbereiche spielen im Vergleich dazu eine deutlich kleinere Rolle. Das Hardwaregeschäft erzielte zuletzt einen Umsatz von 3,08 Milliarden US-Dollar sowie einen Segmentgewinn von 2,22 Milliarden US-Dollar. Das Servicegeschäft entwickelte sich ebenfalls positiv. Hier stiegen die Erlöse von 5,23 Milliarden auf 5,74 Milliarden US-Dollar, während sich der Segmentgewinn nahezu verdoppelte und von 657 Millionen auf 1,19 Milliarden US-Dollar zulegte.
Ambitionierte Ziele für das Geschäftsjahr 2027
Das Management blickt optimistisch auf das laufende Geschäftsjahr. Für 2027 wird ein Umsatz von rund 90 Milliarden US-Dollar erwartet. Gegenüber den 67,36 Milliarden US-Dollar des Vorjahres entspräche dies einem Wachstum von 33,6 Prozent.
Darüber hinaus rechnet Oracle mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von etwa 8,05 US-Dollar. Auf Basis dieser Prognose würde der bereinigte Nettogewinn auf rund 23,47 Milliarden US-Dollar steigen. Daraus könnten sich ein bereinigter operativer Cashflow von etwa 29,39 Milliarden US-Dollar sowie ein EBITDA von rund 33,50 Milliarden US-Dollar ergeben.
Rekordauftragsbestand schafft langfristige Visibilität
Die hohen Wachstumsziele werden durch einen außergewöhnlich starken Auftragsbestand gestützt. Zum Ende des Geschäftsjahres 2026 verfügte Oracle über einen Backlog von 638 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Zuwachs von 85 Milliarden US-Dollar gegenüber dem Ende des dritten Quartals und stellt eine massive Steigerung gegenüber den 137,8 Milliarden US-Dollar des Geschäftsjahres 2025 dar.
Ein derartiger Anstieg bei einem Unternehmen dieser Größenordnung ist bemerkenswert und unterstreicht die hohe Nachfrage nach den Angeboten des Konzerns. Gleichzeitig investiert Oracle massiv in den Ausbau seiner Rechenzentrumskapazitäten. Bereits im ersten Quartal des laufenden Jahres sollen zusätzliche Kapazitäten von nahezu einem Gigawatt geschaffen werden. Zum Vergleich: Im gesamten Geschäftsjahr 2026 kamen insgesamt 1,2 Gigawatt hinzu.
Langfristige Wachstumspläne bis 2030
Der enorme Auftragsbestand eröffnet dem Unternehmen auch über das Jahr 2027 hinaus erhebliche Wachstumsmöglichkeiten. Für den Zeitraum von 2026 bis 2030 erwartet das Management ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von 31 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll jährlich um rund 28 Prozent steigen.
Um diese Ziele zu erreichen, investiert Oracle in bislang ungekanntem Umfang. Allein im laufenden Jahr sind Investitionen von rund 70 Milliarden US-Dollar vorgesehen. Im Vorjahr lagen die Ausgaben bei 48 Milliarden US-Dollar. Angesichts der geplanten Expansion dürfte dieser Wert in den kommenden Jahren weiter steigen.
Sollten die Prognosen eintreffen, könnte Oracle im Jahr 2030 einen bereinigten Nettogewinn von rund 76,42 Milliarden US-Dollar erzielen. Der bereinigte operative Cashflow würde dann voraussichtlich bei etwa 95,70 Milliarden US-Dollar liegen, während das EBITDA auf rund 109,09 Milliarden US-Dollar steigen könnte.
Bewertung erscheint günstig
Auf Basis der aktuellen Geschäftszahlen und der langfristigen Prognosen wirkt die Bewertung der Aktie weiterhin attraktiv. Im Vergleich mit mehreren Wettbewerbern bewegt sich Oracle überwiegend am günstigeren Ende der Bewertungsbandbreite.
Lediglich eines der betrachteten Vergleichsunternehmen weist sowohl beim Kurs-Gewinn-Verhältnis als auch beim Verhältnis von Unternehmenswert zu EBITDA niedrigere Kennzahlen auf. Beim Verhältnis von Kurs zu operativem Cashflow schneiden zwei der Vergleichsunternehmen günstiger ab.
Erhebliches Kurspotenzial bei erfolgreicher Umsetzung
Sollte Oracle die eigenen Wachstumsziele erreichen und die Bewertungskennzahlen auf dem heutigen Niveau verbleiben, ergibt sich bis zum Jahr 2030 ein außergewöhnliches Renditepotenzial. Die Berechnungen deuten auf mögliche jährliche Kurszuwächse zwischen 36 und 40 Prozent hin.
Verglichen mit den langfristigen Durchschnittsrenditen des S&P 500 von rund zehn bis elf Prozent pro Jahr wäre dies eine deutlich überdurchschnittliche Entwicklung. Selbst wenn das Unternehmen nur einen Teil seiner Ziele erreicht, könnte sich daraus noch immer ein attraktiver Mehrwert für Aktionäre ergeben.
ℹ️ Oracle in Kürze
- Oracle (WKN: 871460) ist ein US-Soft- und Hardwarekonzern mit Hauptsitz in Austin im US-Bundesstaat Texas.
- Bekannt ist der Konzern vor allem als Betreiber eines Datenbanksystems. Darüber hinaus bietet Oracle seinen Kunden Cloud-Infrastruktur und zahlreiche Anwendungen an.
- Gegründet im Jahre 1977 und mit einem Jahresumsatz von über 50 Milliarden US$ zählt Oracle zu den ältesten und größten Tech-Konzernen weltweit.
- Oracle ist Mitglied im US-Leitindex S&P 500 und ca. 476 Milliarden US$ wert.
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Fazit
Oracle verbindet derzeit hohe Wachstumsraten mit einer im Branchenvergleich weiterhin moderaten Bewertung. Der enorme Auftragsbestand und die ambitionierten Cloud- und KI-Pläne sprechen dafür, dass das Unternehmen auch in den kommenden Jahren zu den großen Gewinnern des Technologiesektors zählen könnte.
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