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KNDS-IPO: Lohnt sich hier eine Zeichnung?

Bund steigt mit ein
Mit dem geplanten Einstieg des Bundes bei KNDS dürfte der lange erwartete Börsengang des europäischen Rüstungskonzerns in den kommenden Tagen konkrete Formen annehmen. Für Anleger stellt sich damit die entscheidende Frage: Lohnt sich die Zeichnung der KNDS-Aktie?

Bund steigt als Großaktionär ein

Bislang befand sich KNDS jeweils zur Hälfte im Besitz der französischen Regierung sowie der deutschen Eigentümerfamilien Bode und Braunbehrens.

Nach Medienberichten haben sich die Eigentümerfamilien, Frankreich und die Bundesregierung nun auf eine neue Eigentümerstruktur verständigt.

Demnach soll der Bund 40 % der Anteile übernehmen. Frankreich würde ebenfalls 40 % halten. Die verbleibenden 20 % sollen im Rahmen des Börsengangs an Investoren platziert werden.

Ursprünglich war vorgesehen, dass Deutschland und Frankreich ihre Beteiligungen mittelfristig auf jeweils 30 % reduzieren. Zuletzt signalisierte Frankreich jedoch, seinen Anteil langfristig bei 40 % halten zu wollen.

Für den Börsenhandel wäre ein höherer Streubesitz grundsätzlich vorteilhaft. Gerade für die spätere Aufnahme in wichtige Aktienindizes spielt die frei handelbare Aktienzahl eine zentrale Rolle.

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Fahrplan für den Börsengang

Eine wichtige Voraussetzung für den IPO ist die Zustimmung des Haushaltsausschusses des Bundestags zum Einstieg des Bundes.

Die entsprechende Entscheidung wird zeitnah erwartet, vorgesehen ist der 24. Juni. Nach einem positiven Beschluss könnte der weitere Zeitplan sehr schnell umgesetzt werden.

Nach aktuellen Informationen sollen die Details des Börsengangs noch im Laufe des Monats veröffentlicht werden. Der Handelsstart könnte anschließend bereits wenige Wochen später erfolgen.

Operative Entwicklung überzeugt

Fundamental präsentiert sich KNDS derzeit in starker Verfassung.

Im vergangenen Geschäftsjahr stieg der Umsatz um 16% auf 4,4 Milliarden €. Besonders dynamisch entwickelte sich das Munitionsgeschäft, dessen Erlöse um knapp 25% auf 612 Millionen € zulegten. Auch die beiden Kernbereiche Land Systems Germany und Land Systems France konnten ihre Umsätze deutlich steigern.

Noch stärker fiel die Verbesserung der Profitabilität aus. Das operative EBIT erhöhte sich von 500 Millionen € auf 661 Millionen €. Die operative Marge verbesserte sich gleichzeitig von 13,2% auf 15%.

Besonders beeindruckend bleibt die Auftragslage. Der Auftragseingang erreichte zuletzt 13,5 Milliarden €, während sich der Auftragsbestand auf 33,1 Milliarden € summierte.

Angesichts der steigenden Verteidigungsausgaben in Europa und vielen anderen Regionen der Welt dürften die Auftragseingänge auch in den kommenden Jahren auf einem hohen Niveau bleiben.

Zeichnungschance oder Vorsicht?

Noch vor wenigen Monaten wäre ein Börsengang eines Rüstungskonzerns vermutlich auf enorme Nachfrage gestoßen.

Mittlerweile hat sich die Stimmung jedoch etwas verändert. Viele Rüstungsaktien haben nach ihren starken Kursanstiegen deutliche Korrekturen erlebt.

Ein Beispiel hierfür ist die tschechische CSG Group. Nach einem erfolgreichen Börsendebüt stieg die Aktie zunächst deutlich an, bevor sie anschließend unter den Ausgabepreis zurückfiel. Der Ausgabepreis lag bei 25 €, aktuell notiert sie bei etwa 14 €.

Ein ähnlicher Verlauf ist auch bei KNDS nicht ausgeschlossen.

Entscheidend wird letztlich die Bewertung sein. Sollte die Aktie zu einer ambitionierten Bewertung an den Markt kommen, könnte das kurzfristige Aufwärtspotenzial begrenzt sein. Erfolgt die Platzierung dagegen mit einem angemessenen Bewertungsabschlag, könnten sich attraktive Chancen ergeben.

Interessant ist dabei, dass der Kaufpreis des Bundes laut Medienberichten unter den ursprünglichen Preisvorstellungen der bisherigen Eigentümer liegen soll. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Bewertung realistischer ausfällt als zunächst erwartet.

ℹ️ Rheinmetall in Kürze

  • KNDS gehört zu den führenden europäischen Herstellern von Landverteidigungssystemen. Zu den bekanntesten Produkten zählen der Kampfpanzer Leopard 2 sowie die Panzerhaubitze 2000.
    Darüber hinaus entwickelt und produziert das Unternehmen gepanzerte Fahrzeuge, Mannschaftstransporter, militärische Brückensysteme, Robotiklösungen und Munition.
  • KNDS entstand 2015 durch die Fusion des deutschen Rüstungskonzerns Krauss-Maffei Wegmann mit dem französischen Staatsunternehmen Nexter.
  • Der rechtliche Sitz befindet sich in Amsterdam, die operative Zentrale liegt in München. Weltweit ist der Konzern mit 34 Standorten vertreten.
  • Die Aktie soll nach aktuellem Stand sowohl in Paris als auch in Frankfurt notiert werden. Der Unternehmenswert wird von Marktbeobachtern derzeit auf rund 15 bis 18 Milliarden € geschätzt.

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Fazit

Ob sich eine Zeichnung lohnt, hängt maßgeblich von den endgültigen Emissionsbedingungen ab. Insbesondere die Bewertung und die Zuteilung für Privatanleger werden entscheidend sein.

Sollte die Aktie zu einer fairen Bewertung an den Markt kommen, könnte der Börsengang attraktiv sein. Bei einer zu hohen Bewertung droht dagegen das Schicksal der CSG Group, die nach anfänglicher Euphorie unter Druck geraten ist.

Anleger sollten daher zunächst die offiziellen Emissionsdetails abwarten und erst dann eine Entscheidung treffen.

In diesem Zusammenhang: Regierungen stocken strategische Rohstoffreserven massiv auf – unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ analysiert zwei Aktien, die zu großen Profiteuren werden dürften.