AMS-Osram-Aktie: Vom Sanierungsfall zum potenziellen KI-Wert?
KI-Fantasie könnte zum Kurstreiber werden
Der Kapitalmarkt fokussiert sich derzeit stark auf Unternehmen, die vom Boom rund um Künstliche Intelligenz profitieren können.
Besonders gefragt sind Hersteller von Halbleitern, Sensoren und Infrastrukturkomponenten für Rechenzentren. Beispiele wie AT&S zeigen, wie schnell eine Neubewertung stattfinden kann, wenn Investoren ein Unternehmen als potenziellen KI-Profiteur wahrnehmen.
Auch AMS Osram könnte zunehmend in dieses Raster fallen. Das Unternehmen verfügt über umfangreiche Kompetenzen in den Bereichen Sensorik und Photonik – Technologien, die für moderne KI-Anwendungen und die Infrastruktur von Rechenzentren immer wichtiger werden.
Bislang wird dieser Aspekt aus Sicht vieler Marktteilnehmer noch nicht vollständig berücksichtigt. Gelingt es dem Unternehmen, seine technologische Kompetenz in diesen Märkten erfolgreich zu monetarisieren, könnte AMS Osram künftig deutlich stärker als Technologie- und Halbleiterunternehmen wahrgenommen werden als bislang.
Tipp: Bleibe mit unserem kostenlosen SD Insider Newsletter immer über die aktuellsten Börsen-Chancen informiert.
Kooperation eröffnet neue Perspektiven
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt das Unternehmen mit der Bekanntgabe einer neuen Technologiepartnerschaft im Zusammenhang mit dem jüngsten Quartalsbericht.
Zwar wurde der Name des Partners nicht veröffentlicht, jedoch arbeiten beide Unternehmen gemeinsam an sogenannten Micro-Emitter-Arrays.
Diese Technologie soll den Datentransfer zwischen Hochleistungsprozessoren deutlich energieeffizienter gestalten. Gerade bei KI-Rechenzentren gewinnt dieser Faktor zunehmend an Bedeutung, da deren Stromverbrauch in den kommenden Jahren erheblich steigen dürfte.
Sollte sich diese Technologie erfolgreich etablieren, könnte AMS Osram von einem langfristigen Wachstumsmarkt profitieren.
Sanierung macht deutliche Fortschritte
Die größten Herausforderungen der vergangenen Jahre resultierten aus der Übernahme von Osram.
Die Transaktion führte zu einer hohen Verschuldung und brachte zahlreiche Geschäftsbereiche in den Konzern, die nur begrenzt zum strategischen Kerngeschäft passten.
Inzwischen ist die Portfoliobereinigung weit fortgeschritten. Das Management konzentriert sich zunehmend auf die Bereiche Sensorik und Photonik, während weniger profitable Aktivitäten verkauft oder reduziert werden.
Ein wichtiger Schritt war dabei die Veräußerung von Unternehmensteilen sowie die weitere Reduzierung der Verschuldung. Zum Ende des ersten Quartals lagen die Nettofinanzverbindlichkeiten bei rund 1 Milliarde € und damit deutlich unter den Höchstständen der vergangenen Jahre.
Auch operativ zeigen sich Fortschritte. Im ersten Quartal übertraf AMS Osram die eigenen Erwartungen. Statt der prognostizierten 760 Millionen € Umsatz wurden 796 Millionen € erzielt. Das bereinigte EBITDA erreichte mit 131 Millionen € das obere Ende der Zielspanne.
Damit setzt sich die schrittweise wirtschaftliche Erholung des Konzerns fort.
ℹ️ AMS-Osram in Kürze
- Die AMS-Osram AG (WKN: A118Z8) ist in der Entwicklung und Herstellung von hochleistungsfähigen Sensorlösungen und Beleuchtungsmodulen tätig.
- 2019 übernahm AMS den deutschen Osram-Konzern und firmiert seitdem unter dem heutigen Namen. Teile des Osram-Konzerns, die nicht in das Gesamtkonzept passten, wurden verkauft. Der vollständige Konsolidierungskurs dürfte im Jahr 2023 abgeschlossen sein.
- Neben dem Hauptsitz im österreichischen Premstätten besitzt das Unternehmen weltweit zahlreiche Niederlassungen.
- Die Aktie ist an der Schweizer Börse gelistet, die Marktkapitalisierung beträgt 1,9 Milliarden SFR.
Wenn Du Ams-Osram beobachtest, solltest Du Dir Deinen persönlichen Informationsvorsprung sichern. Im SD Insider Newsletter berichten wir regelmäßig über Entwicklungen bei diesem und ähnlichen Werten – kompakt und ohne Umwege.
Ams-Osram weiter verfolgen – Newsletter kostenlos abonnieren »
Fazit
AMS Osram hat den schwierigen Teil seiner Transformation weitgehend hinter sich gelassen. Gleichzeitig entsteht mit den Aktivitäten im Bereich Sensorik und Photonik eine zusätzliche KI-Fantasie, die bislang nur teilweise im Aktienkurs reflektiert sein dürfte.
Für risikobereite Anleger könnte die Aktie daher weiterhin interessant sein – insbesondere dann, wenn sich AMS Osram zunehmend als Zulieferer für zukünftige KI-Infrastrukturen etabliert.
Übrigens: KI sorgt für Disruption bei Software-Firmen. Welche Unternehmen stark betroffen sind, lest Ihr im The Unlucky Seven Report.