+++ Masterclass mit Biotech-Koryphäe Maximilian Ruth Morgen 23.06.2026 um 19 Uhr – Hohe Zinsen und Inflationsängste: Die Netcash-Strategie als sicherer Hafen in stürmischen Börsenzeiten + exklusive Aktienidee für risikolose Rendite! | Hier anmelden! +++
stock.adobe.com/LT

BYD-Aktie: Ist die Bewertung inzwischen attraktiv?

Talfahrt geht weiter
Die BYD-Aktie steht weiter unter Abgabedruck. Zum Auftakt in die neue Handelswoche verliert der Kurs des chinesischen NEV-Herstellers -2,4% und rutscht mit 8,60 € auf den tiefsten Stand seit August 2024. Inzwischen notiert das Papier gut -50% unter dem Rekordhoch von Mai 2025. Was steckt hinter dem Abverkauf und ergeben sich daraus Chancen für die Anleger?

EU-Zölle treffen einen empfindlichen Nerv

Im Mittelpunkt der jüngsten Verkaufswelle stehen Berichte über mögliche neue EU-Zölle auf chinesische Plug-in-Hybridfahrzeuge. Die Europäische Kommission soll entsprechende Maßnahmen prüfen, die insbesondere Hersteller wie BYD treffen könnten.

Für den Konzern wäre dies ein empfindlicher Rückschlag. Nachdem Europa bereits Importzölle auf chinesische Elektroautos eingeführt hatte, verlagerte BYD seinen Fokus zunehmend auf Hybridmodelle. Doch diese Strategie könnte nun nach hinten losgehen. Höhere Einfuhrkosten würden entweder die Endpreise erhöhen oder die Margen belasten – beides keine guten Nachrichten für ein Unternehmen, das seine internationale Expansion massiv vorantreibt.

Zusätzliche Unsicherheit erzeugen die anhaltenden Handelskonflikte zwischen China, den USA und Europa. Parallel dazu sorgt eine Empfehlung des US-Verteidigungsministeriums, BYD auf eine Liste mutmaßlich militärnaher chinesischer Unternehmen zu setzen, für weiteren Zündstoff.

Für Gegenwind sorgen zudem Berichte über laufende Ermittlungen im Zusammenhang mit dem neuen BYD-Werk im ungarischen Szeged. Dort prüfen Behörden Vorwürfe hinsichtlich möglicher Umweltverstöße bei der Entsorgung von Erdreich. BYD weist die Anschuldigungen zurück und hält bislang am geplanten Produktionsstart Ende 2026 fest. Für Investoren erhöhen die Schlagzeilen jedoch die Unsicherheit rund um das wichtige Europa-Projekt.

Von der Automobilbranche zur KI: Wer einen fundierten Überblick über die Gewinner des KI-Booms erhalten möchte, findet in unserem exklusiven Report „KI-Gewinner 2026“ eine ausgewogene Analyse der Top-Performer und aufstrebenden Stars.

Operative Schwäche verschärft die Sorgen

Die politischen Risiken treffen BYD in einer Phase, in der die operativen Kennzahlen bereits erste Schwächesignale senden.

Im ersten Quartal 2026 brach der Nettogewinn um rund 55% ein, während der operative Cashflow sogar um 67% zurückging. Auch die Absatzentwicklung liefert keine überzeugenden Impulse. Zwar wurden im Mai rund 383.000 Fahrzeuge ausgeliefert, doch auf Sicht der ersten fünf Monate liegt das Absatzvolumen noch immer deutlich unter dem Vorjahresniveau.

Hinzu kommt ein zunehmend schwieriges Marktumfeld in China. Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen verliert an Dynamik, während aggressive Preiskämpfe die Margen der Hersteller unter Druck setzen. Die teilweise Rücknahme steuerlicher Anreize für E-Autos dürfte diesen Trend zusätzlich verstärken.

Internationale Expansion bleibt die große Hoffnung

Trotz aller Herausforderungen verfügt BYD weiterhin über starke Wachstumstreiber. Das Unternehmen plant, bis Ende 2026 bis zu 1,6 Millionen Fahrzeuge außerhalb Chinas zu verkaufen. Produktionsstandorte in Ungarn und Brasilien sollen dabei helfen, Handelsbarrieren langfristig zu umgehen und näher an den Absatzmärkten zu produzieren.

Analysten bleiben daher bemerkenswert optimistisch. Die UBS bestätigte zuletzt ihre Kaufempfehlung und hob das Kursziel für die Hongkong-notierten Aktien auf 135 HK$ an – gut +70% über dem aktuellem Kursniveau. Auch der Analystenkonsens signalisiert weiterhin ein erhebliches Aufwärtspotenzial.

Fundamental erscheint die Bewertung ebenfalls vergleichsweise moderat. Für 2027 wird ein Kurs-Gewinn-Verhältnis im Bereich von 12 bis 13 erwartet, während Analysten weiterhin mit steigenden Umsätzen und Gewinnen rechnen.

Apropos: Weitere Investmentempfehlungen von sharedeals findest Du in unserem Report Top-Picks 2026!

ℹ️ BYD in Kürze

  • BYD („Build your dreams“) (WKN: A0M4W9) ist ein chinesischer Mischkonzern, der vor allem im Bereich der Herstellung von Akkumulatoren und Automobilen tätig ist.
  • Der im chinesischen Shenzhen ansässige Konzern stieg 2023 zum weltgrößten Hersteller von Elektroautos auf.
  • Mit einer Marktkapitalisierung von rund 90 Milliarden € zählt BYD zu den wertvollsten Konzernen Chinas.

Wenn Du BYD beobachtest, solltest Du Dir Deinen persönlichen Informationsvorsprung sichern. Im SD Insider Newsletter berichten wir regelmäßig über Entwicklungen bei diesem und ähnlichen Werten – kompakt und ohne Umwege.

BYD weiter verfolgen – Newsletter kostenlos abonnieren »

Fazit

Derzeit dominiert bei BYD klar die Sorge vor weiteren Rückschlägen. Neue EU-Zölle, Handelskonflikte, Ermittlungen rund um das Werk in Ungarn und schwächere Geschäftszahlen haben das Sentiment massiv belastet. Gleichzeitig ist die Aktie technisch stark überverkauft und notiert auf Bewertungsniveaus, die viele Analysten als attraktiv einstufen.

Ob sich daraus eine Gegenbewegung entwickeln kann, hängt nun vor allem von zwei Faktoren ab: der weiteren Entwicklung der Handelspolitik und der Frage, ob BYD in den kommenden Quartalen wieder profitables Wachstum liefern kann. Solange diese Fragen nicht beantwortet sind, drängt sich aus Anlegersicht kein Kauf auf.

Stattdessen könnte das negative Momentum dazu führen, dass der Kurs noch weiter zurückfällt.