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Uber-Aktie: Wächst hier neues Milliardenpotenzial?

Was Anleger jetzt wissen müssen
Redaktion
Die Aktie von Uber Technologies hat in den vergangenen Monaten deutlich schwächer abgeschnitten als der breite Markt. Trotz dieser Kursentwicklung sehen einige Analysten die langfristigen Wachstumstreiber des Konzerns weiterhin intakt und verweisen auf die strategische Positionierung im Bereich autonomer Mobilität, Lieferdienste und digitaler Kundenökosysteme. Während viele Investoren vor allem die Risiken durch Robotaxis und neue Wettbewerber diskutieren, richtet sich der Blick zunehmend auf die Frage, ob Uber langfristig zu einer globalen Plattform für Mobilität, Lieferdienste und digitale Alltagsservices aufsteigen kann.

Delivery-Hero-Übernahme als Beschleuniger der internationalen Expansion

Seit der Aufstockung der Beteiligung an Delivery Hero von 25 auf nahezu 37 Prozent wird verstärkt über eine vollständige Übernahme spekuliert. Zwar dürfte ein solcher Schritt regulatorische Prüfungen in Europa und anderen Regionen nach sich ziehen, dennoch wird die Transaktion von Befürwortern als strategisch sinnvoll angesehen.

Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere das europäische und lateinamerikanische Geschäft von Delivery Hero. Marken wie Foodora, Glovo, Foody, eFood und PedidosYa könnten die Präsenz von Uber Eats in wichtigen Märkten erheblich ausbauen. Dadurch würde Uber Zugang zu mehreren zusätzlichen europäischen Ländern erhalten und gleichzeitig seine Position in Lateinamerika stärken.

Weniger attraktiv erscheinen hingegen die Aktivitäten im Nahen Osten und in Teilen Asiens. Dort gelten Verkäufe einzelner Geschäftsbereiche als möglich, um Kapital freizusetzen und die Integration auf die strategisch wichtigsten Regionen zu konzentrieren. Erlöse aus solchen Veräußerungen könnten für Aktienrückkäufe oder den Schuldenabbau genutzt werden.

Die wirtschaftliche Logik hinter einer möglichen Übernahme liegt vor allem in Skaleneffekten. Größere Bestellvolumina, niedrigere Kundenakquisitionskosten sowie Einsparungen bei Technologie- und Verwaltungsausgaben könnten die Profitabilität deutlich verbessern. Schätzungen gehen von Synergieeffekten in Milliardenhöhe aus.

Darüber hinaus würde Uber seine Wettbewerbsposition gegenüber Rivalen wie DoorDash in Europa erheblich stärken. Der Ausbau bestehender Strukturen gilt dabei als deutlich kosteneffizienter als ein Markteintritt auf der grünen Wiese.

Warum autonome Fahrzeuge Uber nicht zwangsläufig verdrängen

An den Kapitalmärkten dominiert häufig die Annahme, dass Anbieter autonomer Fahrzeuge klassische Plattformen wie Uber langfristig überflüssig machen könnten. Diese Sichtweise greift nach Ansicht vieler Branchenbeobachter jedoch zu kurz.

Uber verfügt über eine enorme Datenbasis mit täglich rund 40 Millionen Fahrten und Lieferungen sowie Millionen aktiver Fahrer und Kurierpartner weltweit. Diese Daten liefern wertvolle Informationen über Nachfrageverhalten, Verkehrsströme, optimale Abhol- und Zustellpunkte sowie die effiziente Verteilung von Fahrzeugen.

Gleichzeitig entsteht im Bereich autonomer Mobilität ein zunehmend fragmentierter Markt. Unternehmen wie Waymo, Nuro, Wayve, Zoox, WeRide oder Pony AI konkurrieren mit unterschiedlichen technologischen Ansätzen.

Aus dieser Entwicklung könnte sich ein Szenario ergeben, in dem autonome Fahrtechnologie zunehmend standardisiert wird und sich die Wertschöpfung stärker auf die Plattform verlagert, die den direkten Zugang zum Kunden besitzt. In diesem Fall wäre Uber weniger Technologieanbieter als vielmehr Betreiber einer globalen Infrastruktur für Mobilität und Nachfragevermittlung.

Diese These wird durch zahlreiche Partnerschaften mit Robotaxi-Anbietern gestützt. Mehrere Unternehmen planen bereits den Einsatz autonomer Fahrzeuge über das Uber-Netzwerk in Städten wie San Francisco, Miami, Las Vegas, Los Angeles, London oder Tokio.

Uber One entwickelt sich zum zentralen Treiber

Besonders großes Potenzial wird dem Abonnementprogramm Uber One zugeschrieben. Die Mitgliederzahl ist auf rund 50 Millionen gestiegen und wächst weiterhin dynamisch.

Bereits heute entfällt mehr als die Hälfte des gesamten Buchungsvolumens auf Mitglieder. Gleichzeitig geben diese Kunden deutlich mehr Geld auf der Plattform aus und weisen eine höhere Bindung auf als Nutzer ohne Abonnement.

Damit ähnelt Uber One zunehmend erfolgreichen Mitgliedschaftsmodellen anderer Konsumkonzerne. Die regelmäßigen Einnahmen aus Abonnements erhöhen die Planbarkeit des Geschäfts und können die Abhängigkeit von konjunkturellen Schwankungen reduzieren.

Sollte die Zahl der Mitglieder weiter steigen, könnte sich die Wahrnehmung des Unternehmens an der Börse verändern. Statt eines zyklischen Mobilitätsanbieters würde Uber zunehmend als digitales Konsum-Ökosystem mit wiederkehrenden Erlösen bewertet werden.

Solides Wachstum bei Umsatz und operativem Ergebnis

Im ersten Quartal 2026 stiegen die Bruttobuchungen auf 53,7 Milliarden US-Dollar und lagen damit währungsbereinigt 21 Prozent über dem Vorjahreswert. Wachstumstreiber waren sowohl das Mobilitätsgeschäft als auch die Liefersparte.

Der Umsatz erhöhte sich auf 13,2 Milliarden US-Dollar. Belastet wurde die Entwicklung allerdings durch niedrigere Take Rates im Mobilitätssegment, die unter anderem auf geänderte Bilanzierungsregeln im Vereinigten Königreich zurückzuführen sind.

Positiv entwickelte sich dagegen die operative Profitabilität. Das Non-GAAP-Betriebsergebnis legte um 42 Prozent auf 1,88 Milliarden US-Dollar zu. Auch die Margen verbesserten sich gegenüber dem Vorjahr.

Der freie Cashflow erreichte 2,29 Milliarden US-Dollar im Quartal. Auf Zwölfmonatssicht summiert sich der Wert auf knapp 9,8 Milliarden US-Dollar. Allerdings wird darauf hingewiesen, dass bestimmte bilanzielle Effekte die Qualität dieser Kennzahl beeinflussen können.

Attraktive Bewertung und dreistellige Kursziele

Trotz der operativen Fortschritte wird Uber weiterhin mit einem vergleichsweise moderaten Bewertungsniveau gehandelt. Die Unsicherheit rund um autonome Fahrzeuge und die mögliche Übernahme von Delivery Hero sorgt nach wie vor für Zurückhaltung bei vielen Investoren.

Befürworter der Aktie argumentieren jedoch, dass ein erheblicher Teil dieser Risiken bereits im Kurs berücksichtigt sei. Sollte die Integration weiterer Geschäftsbereiche gelingen und das Wachstum bei Uber One anhalten, könnte sich auch die Bewertung des Unternehmens schrittweise erhöhen.

Langfristige Kursziele oberhalb der Marke von 100 US-Dollar werden dabei insbesondere mit steigenden Margen, höheren Cashflows und einer stärkeren Plattformposition begründet.

Kurz- und langfristige Risiken im Blick

Die größten Unsicherheiten liegen derzeit in möglichen kartellrechtlichen Hürden bei einer vollständigen Übernahme von Delivery Hero. Darüber hinaus könnten regulatorische Eingriffe im Fahrdienstgeschäft oder neue gesetzliche Vorgaben für Fahrer die Profitabilität belasten.

Auch der Wettbewerb im Liefer- und Mobilitätsgeschäft bleibt intensiv. Unternehmen wie DoorDash, Waymo und andere Marktteilnehmer investieren weiterhin massiv in Wachstum und Marktanteile.

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Redaktion

Fazit

Die Investmentthese rund um Uber stützt sich zunehmend auf drei Säulen: den Ausbau des Liefergeschäfts durch mögliche Übernahmen, die Rolle als zentrale Plattform im Zeitalter autonomer Fahrzeuge sowie das wachsende Abo-Geschäft von Uber One. Gelingt die Umsetzung dieser Strategie, könnte sich das Unternehmen langfristig von einem Fahrdienstvermittler zu einem globalen digitalen Konsum- und Mobilitätsnetzwerk entwickeln. Vor diesem Hintergrund besitzt die Aktie zu gegenwärtig weniger als 69 US-Dollar deutliches Potenzial.

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