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Adidas auf Erholungskurs, SAP bricht ein: DAX-Ausblick

Friedenshoffnung treibt an
Der DAX bleibt im Konsolidierungsmodus. In der abgelaufenen Handelswoche büßte das größte deutsche Börsenbarometer unter dem Strich rund 120 Punkte ein und schloss -0,49% tiefer mit 24.635 Punkten. Die höchsten Gewinne verzeichneten die Papiere von Adidas und Symrise, SAP war schwächster DAX-Wert. Was können Anleger in der neuen Woche erwarten?

Erst runter, dann wieder rauf

Die anhaltende Krise im Nahen Osten und neu entfachte Zinsängste sorgten am Montag für deutlichen Abwärtsdruck, auch wenn anfangs höhere Verluste wieder eingedämmt werden konnten. Am Dienstag und am Mittwoch fiel der Markt weiter zurück. Erst am Donnerstag hielt wieder etwas Hoffnung Einzug. Neue Friedenshoffnungen sorgten am Freitag für einen starken Wochenabschluss.

Rahmenabkommen sorgt für gute Stimmung

Nach wochenlangem Hin und Her konnten sich die Konfliktparteien überraschend auf eine gemeinsame Absichtserklärung verständigen. Die USA, der Iran und der Vermittler Pakistan bestätigten eine Vereinbarung, die eine Verlängerung der bestehenden Waffenruhe sowie die schrittweise Wiedereröffnung der Straße von Hormus vorsieht. Das offizielle Rahmenabkommen soll nach aktuellem Stand am Freitag unterzeichnet werden und als Grundlage für weiterführende Verhandlungen dienen. Dabei dürfte insbesondere das iranische Atomprogramm im Mittelpunkt stehen.

An den Finanzmärkten wurde die Einigung positiv aufgenommen. Die Aussicht auf eine nachhaltige Entspannung im Nahen Osten sorgte für Erleichterung bei den Anlegern und stützt die Aktienmärkte zum Auftakt in die neue Woche.

Besonders wichtig ist dabei die Perspektive einer Wiederöffnung der Straße von Hormus. Die Meerenge zählt zu den bedeutendsten Transportwegen für den weltweiten Ölhandel. Eine Normalisierung des Schiffsverkehrs könnte die zuletzt stark gestiegenen Energiepreise wieder deutlich unter Druck bringen.

Für die Börsen wäre dies ein doppelter Gewinn: Sinkende Ölpreise würden nicht nur die Inflation dämpfen, sondern gleichzeitig Unternehmen und Verbraucher entlasten. Entsprechend reagieren die Märkte derzeit äußerst sensibel auf jede neue Meldung rund um die Umsetzung der Vereinbarung.

Trotz Einigung bleiben Risiken bestehen

Trotz der zweifellos positiven Nachrichten bleiben jedoch einige Unsicherheiten bestehen. Das Rahmenabkommen ist zunächst lediglich eine Absichtserklärung und viele Details müssen in den kommenden Verhandlungen erst noch konkretisiert werden. Marktbeobachter verweisen darauf, dass ähnliche diplomatische Annäherungen in der Vergangenheit nicht immer zu dauerhaften Lösungen geführt haben.

Die Anleger honorieren die Fortschritte zwar, gleichzeitig bleibt die weitere Entwicklung von der tatsächlichen Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen abhängig. Sollten die Verhandlungen ins Stocken geraten oder neue Spannungen auftreten, könnte die zuletzt verbesserte Stimmung an den Börsen schnell wieder auf die Probe gestellt werden.

Ölpreis und Inflation bleiben die Schlüsselfaktoren

Bereits unmittelbar nach Bekanntwerden der Einigung gaben die Notierungen für Brent- und WTI-Rohöl deutlich nach. Für Anleger ist dies von zentraler Bedeutung. Der jüngste Inflationsschub war maßgeblich durch höhere Energiepreise ausgelöst worden und hatte die Sorgen vor einer strafferen Geldpolitik wieder verstärkt.

Sollte die Vereinbarung tatsächlich zu einer dauerhaften Entspannung am Persischen Golf führen, könnten die Inflationsrisiken schneller zurückgehen als bislang erwartet. Genau darauf setzen derzeit viele Investoren. Die deutlich nachgebenden Ölpreise wirken dabei als wichtiger Stimmungsaufheller und dämpfen zugleich die Sorgen um Konjunktur und Inflation.

Fed im Fokus: Wie reagiert Kevin Warsh?

Neben der Geopolitik richtet sich der Blick in der kommenden Woche auf die Geldpolitik in den USA. Die Sitzung der US-Notenbank Fed wird erstmals unter der Leitung des neuen Vorsitzenden Kevin Warsh stattfinden.

Zwar rechnen die meisten Analysten nicht mit einer unmittelbaren Zinserhöhung. Umso wichtiger werden jedoch die Aussagen zur weiteren Entwicklung von Inflation, Arbeitsmarkt und Wirtschaft sein.

Vor allem die Frage, wie die Fed die Folgen des Nahost-Konflikts und der gestiegenen Energiepreise bewertet, dürfte die Märkte bewegen. Anleger hoffen auf Signale, dass die Notenbank bei einer Entspannung der Lage auf weitere Straffungsmaßnahmen verzichten könnte.

KI-Euphorie bleibt ein wichtiger Marktmotor

Abseits der klassischen Makrothemen sorgt weiterhin die KI-Story für Fantasie an den Börsen. Der Rekord-Börsengang von SpaceX hat eindrucksvoll gezeigt, wie groß die Risikobereitschaft vieler Anleger weiterhin ist.

Mit einer Bewertung von rund 1,8 Billionen US$ zählt das Unternehmen aus dem Stand zu den wertvollsten Konzernen der Welt. Und die Investoren warten bereits auf mögliche Börsengänge weiterer KI-Schwergewichte wie OpenAI oder Anthropic.

Für viele Marktbeobachter gilt die Entwicklung dieser Mega-IPOs als wichtiger Gradmesser für die Stimmung im Technologiesektor. Solange die Nachfrage hoch bleibt, dürfte dies auch den breiten Aktienmarkt unterstützen.

Unternehmensseite: Commerzbank und Hornbach im Blick

Auf Unternehmensseite richtet sich die Aufmerksamkeit in Deutschland vor allem auf die Übernahmeschlacht um die Commerzbank. Am Dienstag endet die Frist des Angebots der italienischen Großbank Unicredit. Anleger werden genau beobachten, wie hoch der tatsächliche Anteil der Italiener am Ende ausfällt und ob sich der Konflikt zwischen beiden Instituten weiter zuspitzt.

Zudem legt Hornbach im Wochenverlauf Quartalszahlen vor. Die Ergebnisse könnten interessante Hinweise auf die Konsumlaune und die Entwicklung im Bau- und Heimwerkermarkt liefern.

Verfallstag könnte für zusätzliche Volatilität sorgen

Ein weiterer Termin mit erhöhter Aufmerksamkeit steht am Freitag an. Dann findet der große Verfallstag an den Terminbörsen statt. An diesem Tag laufen zahlreiche Optionen und Futures auf Aktien und Indizes aus.

Traditionell steigt rund um diesen Termin die Schwankungsintensität an den Märkten deutlich an. Vor allem bei Einzelwerten und im DAX können dadurch kurzfristig größere Kursbewegungen entstehen.

Adidas und Symrise setzen Erholung fort, SAP bricht ein

Hierzulande waren die Aktien von Adidas und Symrise die Top-Performer im DAX mit einem Wochenplus von +9,23% bzw. +7,62%. Der deutsche Sportartikelhersteller profitierte von einem Analystenlob und setzte seine Erholung seit der zweiten Märzhälfte fort. Mit dem Sprung über die 200-Tage-Linie hat sich das Chartbild deutlich aufgehellt.

Die Symrise-Aktie profitierte ebenfalls von einem positiven Analystenkommentar und setzte ihre Erholung seit Dezember fort. Am Freitag erreichte der Kurs den höchsten Stand seit August 2025.

Weniger gut lief es für die Aktie von SAP, die nach einer Zwischenerholung wieder den Rückwärtsgang eingelegt hat und auf Wochensicht mehr als -13% einbüßte. Nach neuen KI-Sorgen rückt das Mehrjahrestief von Mitte Mai wieder in den Fokus.

DAX stabilisiert sich nach schwachem Start

Der DAX hat auch in der zweiten Juniwoche Verluste hinnehmen müssen, die zu einem Rückfall unter die 20-Tage-Linie (SMA20) führten. Zur Mitte der Woche setzte der deutsche Leitindex auf der so wichtigen 200-Tage-Linie auf und nutzte diese für einen Bounce nach oben. Auch die 24.000-Punkte-Marke fungierte dabei als Unterstützung.

Am Freitag gelang der Wiederanstieg über die 50-Tage-Linie, sodass nun die 20-Tage-Linie wieder ins Blickfeld rückt. Darüber bildet die 25.000-Punkte-Marke einen weiteren Widerstand. Wird auch dieser geknackt, wäre der Weg frei für einen Anstieg zum Rekordhoch von Mitte Januar bei 25.507 Punkten.

Eintrüben würde sich das Chartbild, wenn der DAX unter die 200-Tage-Linie und die 24.000-Punkte-Marke fällt.

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Fazit

Die Ausgangslage für die neue Handelswoche ist grundsätzlich freundlich. Das vereinbarte Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran, die Aussicht auf eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus, sinkende Ölpreise und die anhaltende KI-Euphorie sorgen derzeit für Rückenwind an den Aktienmärkten.

Gleichzeitig bleibt das Umfeld fragil. Die aktuelle Erholung basiert zu einem großen Teil auf Erwartungen und weniger auf bereits geschaffenen Fakten. Entsprechend könnten geopolitische Rückschläge oder überraschend restriktive Signale der Fed jederzeit für neue Nervosität sorgen.

Für den DAX bleibt die Richtung dennoch vorerst aufwärtsgerichtet. Sollte sich die Lage am Persischen Golf weiter entspannen und der Ölpreis nachgeben, könnten die Anleger ihren Blick schnell wieder auf die positiven Themen richten und das Rekordhoch des deutschen Leitindex erneut ins Visier nehmen.

Ergänzend sei erwähnt: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.