Bitcoin, Ethereum & Co.: Warum Krypto-Aktien derzeit besser laufen
Krypto-Infrastruktur gewinnt an Attraktivität
Ein bemerkenswerter Trend prägt derzeit den Kryptosektor. Während Bitcoin seit Jahresbeginn deutlich an Wert verloren hat und auch gegenüber dem S&P 500 zurückfällt, entwickeln sich zahlreiche börsennotierte Unternehmen aus dem Umfeld digitaler Vermögenswerte deutlich besser.
Davon profitieren unter anderem Fonds wie der Fidelity Crypto Industry and Digital Payments ETF, der VanEck Digital Transformation ETF oder der Global X Blockchain ETF. Auch der Finanzdienstleister Block kann sich der Schwäche von Bitcoin bislang entziehen.
Gemeinsam haben diese Investments ihre starke Ausrichtung auf die Infrastruktur der Kryptobranche. Unternehmen wie Coinbase, Galaxy Digital, Robinhood oder IREN verdienen ihr Geld nicht primär mit steigenden Kursen von Kryptowährungen, sondern mit Dienstleistungen rund um Handel, Verwahrung, Zahlungsverkehr und technische Infrastruktur.
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Institutionelle Anleger verändern Strategie
Die jüngsten Quartalsmeldungen großer Vermögensverwalter deuten auf eine Verschiebung der Kapitalströme hin. Zahlreiche Investoren reduzieren ihre direkten Positionen in Bitcoin und Ethereum, während ausgewählte Infrastrukturunternehmen weiterhin Kapital anziehen.
So haben mehrere große Hedgefonds ihre Engagements in Bitcoin- und Ethereum-ETFs deutlich zurückgefahren. Gleichzeitig wurden Beteiligungen an Unternehmen wie Coinbase, Robinhood oder Galaxy Digital teilweise ausgebaut.
Diese Entwicklung spiegelt die aktuelle Marktstimmung wider. Die Kryptowährungen selbst stehen unter Druck, während die Unternehmen, die vom Handel und der Nutzung digitaler Vermögenswerte profitieren, ihre Ertragskraft ausbauen können.
Handel bleibt die wichtigste Einnahmequelle
Ein zentraler Grund für die unterschiedliche Kursentwicklung liegt im Geschäftsmodell vieler Krypto-Unternehmen. Während der wirtschaftliche Nutzen zahlreicher Kryptowährungen weiterhin umstritten bleibt, generieren Handelsplattformen und Dienstleister laufende Einnahmen über Gebühren.
Die Handelsaktivität im Kryptomarkt hat sich in den vergangenen Jahren trotz schwankender Kurse vergleichsweise stabil gehalten. Dadurch profitieren Börsenbetreiber, Broker und Infrastrukturunternehmen unabhängig davon, ob Bitcoin steigt oder fällt.
Der eigentliche Wert entsteht damit häufig nicht innerhalb der Blockchains selbst, sondern bei den Unternehmen, die den Zugang zu diesen Netzwerken ermöglichen.
Blockchains schaffen bislang nur begrenzte Erträge
Ein Blick auf die Zahlen zeigt, warum viele Investoren Infrastrukturunternehmen bevorzugen. Ethereum etwa verarbeitet zwar enorme Transaktionsvolumina, die direkt erzielten Einnahmen bleiben jedoch vergleichsweise überschaubar.
Mit der zunehmenden Verbreitung sogenannter Layer-2-Lösungen wird ein großer Teil der Aktivität außerhalb der Hauptblockchain abgewickelt. Dadurch sinken zwar die Kosten für Nutzer, gleichzeitig verbleibt jedoch nur ein kleiner Teil der Wertschöpfung auf der eigentlichen Blockchain.
Im Vergleich dazu erzielen Unternehmen aus den Bereichen Zahlungsverkehr, Brokerage und Handelsinfrastruktur deutlich höhere Umsätze. Für viele Investoren erscheinen diese Geschäftsmodelle daher greifbarer und leichter bewertbar als die zugrunde liegenden Kryptowährungen.
Bitcoin baut seine Dominanz weiter aus
Trotz der aktuellen Schwäche bleibt Bitcoin die dominierende Kraft im Kryptomarkt. In den vergangenen Jahren konnte die Kryptowährung ihren Marktanteil kontinuierlich ausbauen, während zahlreiche frühere Hoffnungsträger an Bedeutung verloren haben.
Die Entwicklung zeigt, dass viele Investoren Bitcoin weiterhin als die überzeugendste Anlageidee innerhalb des Kryptosektors betrachten. Während Tausende Projekte um Aufmerksamkeit konkurrieren, hat sich Bitcoin als führender Vermögenswert etabliert.
Für viele Marktteilnehmer basiert die Investmentthese weiterhin auf der Vorstellung eines digitalen Reservewerts mit begrenztem Angebot und globaler Verfügbarkeit.
Stablecoins entwickeln sich zum zweiten Wachstumstreiber
Neben Bitcoin zählen Stablecoins zu den wenigen Bereichen des Kryptomarktes, die zuletzt eine überzeugende Wachstumsgeschichte vorweisen konnten.
Digitale Dollar wie USDT oder USDC ermöglichen schnelle und kostengünstige Transaktionen über Ländergrenzen hinweg. Sie werden nicht nur von Händlern genutzt, sondern zunehmend auch von Unternehmen und Privatpersonen für internationale Zahlungen.
Da Stablecoins direkt an klassische Währungen gekoppelt sind, eignen sie sich zwar nicht als spekulatives Investment. Allerdings profitieren Unternehmen und Finanzdienstleister, die entsprechende Infrastruktur bereitstellen.
Dezentrale Finanzanwendungen kämpfen mit Akzeptanzproblemen
Viele Kryptowährungen wurden mit dem Anspruch entwickelt, das traditionelle Finanzsystem grundlegend zu verändern. Die tatsächliche Verbreitung dezentraler Finanzanwendungen bleibt bislang jedoch hinter den Erwartungen zurück.
Handelsvolumina stagnieren, zahlreiche frühere Top-Projekte haben massiv an Bedeutung verloren und konnten ihre früheren Nutzerzahlen nicht wieder erreichen. Beispiele hierfür sind Cardano, Polkadot, Litecoin oder Monero.
Lediglich Ethereum und in geringerem Umfang Solana konnten ihre Stellung behaupten. Allerdings wird ein großer Teil der Aktivität mittlerweile durch Stablecoins angetrieben, was zwar die Nutzung der Netzwerke erhöht, aber nicht zwangsläufig zu einer entsprechenden Wertschöpfung innerhalb der Blockchains führt.
KI verändert die Bewertung vieler Krypto-Unternehmen
Ein weiterer wichtiger Faktor für die starke Entwicklung vieler Krypto-Aktien liegt außerhalb des eigentlichen Kryptomarktes.
Mehrere ehemalige Bitcoin-Miner haben ihre Geschäftsmodelle erweitert und investieren zunehmend in Rechenzentren für Anwendungen der künstlichen Intelligenz. Unternehmen wie IREN, Applied Digital, CleanSpark oder TeraWulf profitieren damit von einem der stärksten Börsentrends der vergangenen Jahre.
Auch Handelsplattformen wie Coinbase und Robinhood haben ihr Angebot deutlich verbreitert und profitieren zusätzlich vom anhaltend starken Aktienmarkt. Die positive Kursentwicklung vieler Krypto-Aktien ist daher nur teilweise auf den Kryptosektor selbst zurückzuführen.
Neue Anwendungsfälle könnten Kräfteverhältnis verändern
Die aktuelle Entwicklung könnte sich ändern, falls neue Blockchain-Anwendungen entstehen, die einen klaren wirtschaftlichen Mehrwert schaffen. Denkbar wären beispielsweise innovative Finanzdienstleistungen oder technologische Durchbrüche, die bestehende Schwächen heutiger Netzwerke überwinden.
Auch Ethereum bleibt ein Sonderfall. Die wachsende Nutzung von Stablecoins sorgt für eine steigende Nachfrage nach dem Netzwerk und könnte langfristig positive Auswirkungen auf den zugrunde liegenden Token haben.
Bei Bitcoin hängt die langfristige Investmentthese weiterhin maßgeblich davon ab, ob institutionelle Investoren, Staaten oder Zentralbanken die Kryptowährung künftig in größerem Umfang als Reservewert akzeptieren.
ℹ️ Bitcoin in Kürze
- Bitcoin (BTCUSD) ist die erste und größte Kryptowährung, dient primär als digitales, knappes Wertaufbewahrungsmittel und wird häufig als „digitales Gold“ bezeichnet.
- Die Kryptowährung basiert auf einem dezentral organisierten Buchungssystem, bei dem Zahlungen kryptographisch legitimiert und über ein Peer-to-Peer-Netzwerk (P2P) abgewickelt werden.
- Diese dezentrale Datenbank ist die sogenannte Blockchain.
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Fazit
Derzeit profitieren vor allem Unternehmen, die Dienstleistungen rund um Kryptowährungen anbieten, während viele digitale Vermögenswerte selbst hinter den Erwartungen zurückbleiben. Bitcoin und Stablecoins verfügen weiterhin über die überzeugendsten Anwendungsfälle, während zahlreiche andere Krypto-Projekte noch nach einer tragfähigen wirtschaftlichen Rolle suchen.
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