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D-Wave-Aktie +54%: Traden oder Halten – was ist sinnvoller?

Eine Analyse
Aktien aus dem Bereich Quantencomputing stehen wieder verstärkt im Fokus der Anleger – und verzeichneten zuletzt teils spektakuläre Kursgewinne. Besonders stark entwickelte sich die D-Wave-Aktie: Innerhalb weniger Tage legte das Papier um rund +54% zu und steht am Dienstag aktuell bei 25,40 €. Doch lohnt sich nach der Rallye noch ein Einstieg, oder was ist die bessere Variante?

Duale Technologien vorhanden

Bekannt wurde D-Wave vor allem durch seine sogenannte Annealing-Technologie. Dabei werden Quanteninformationen zunächst überlagert und anschließend in einen stabilen Zustand überführt, um komplexe Optimierungsprobleme effizient zu lösen.

Parallel entwickelt das Unternehmen jedoch zunehmend auch Gate-basierte Quantencomputer. Diese Technologie gilt langfristig als besonders vielseitig und ist derzeit der dominierende Ansatz vieler Wettbewerber.

Um seine Position im Gate-Modell auszubauen, übernahm D-Wave im ersten Quartal das Unternehmen Quantum Circuits. Es verfügt insbesondere bei fehlerkorrigierenden Gate-Systemen über umfangreiches Know-how.

Der Kaufpreis lag bei 550 Millionen US$: 250 Millionen US$ wurden in bar bezahlt und 300 Millionen US$ in D-Wave-Aktien.

Damit positioniert sich D-Wave technologisch breiter als viele Wettbewerber und könnte langfristig unabhängig davon profitieren, welche Architektur sich am Markt letztlich durchsetzt.

Für die USA sind Quantencomputer eine sehr wichtige Zukunftstechnologie. Mit dem Chips- und dem Science Act beteiligt sich die USA daher mit 100 Millionen US$ an D-Wave.

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Quartalszahlen mit Licht und Schatten

Die Ergebnisse des ersten Quartals fielen gemischt aus. Der Umsatz sank gegenüber dem Vorjahr deutlich von 15 Millionen auf 2,9 Millionen US$. Allerdings war der Vorjahreswert durch einen außergewöhnlich großen Systemverkauf in Höhe von 12,6 Millionen US$ verzerrt.

D Beim Ergebnis zeigt sich weiterhin der typische Charakter eines jungen Technologieunternehmens. Der Non-GAAP-Nettoverlust erhöhte sich von 5,4 auf 18,9 Millionen US$.  Dementsprechend stieg der Verlust je Aktie von 0,02 auf 0,05 US$.

Deutlich wichtiger erscheint derzeit die Entwicklung der Auftragseingänge: Der Auftragsbestand stieg im Jahresvergleich um rund 2.000% auf 33,4 Millionen US$. Gegenüber dem Vorquartal betrug das Wachstum 149%.

Treiber waren unter anderem: Ein Systemverkauf über 20 Millionen US$ an die Florida Atlantic University und ein SaaS-Auftrag eines Fortune-100-Unternehmens im Volumen von 10 Millionen US$.

Mit liquiden Mitteln von 588 Millionen US$ verfügt das Unternehmen allerdings weiterhin über eine solide Finanzbasis.

CEO Alan Baratz kommentierte die Zahlen so:

Die Ergebnisse des ersten Quartals unterstreichen unsere starke operative Umsetzung und die zunehmende kommerzielle Nutzung unserer Technologien.

Kommerzialisierung gewinnt an Dynamik

Im Gegensatz zu einigen Wettbewerbern verfolgt D-Wave bewusst eine aggressive Skalierungsstrategie. Das Unternehmen akzeptiert dabei, dass frühe Systeme noch nicht vollständig fehlerfrei arbeiten, um schneller kommerzielle Anwendungen anbieten zu können. Bereits 2026 sollen erste Gate-basierte Quantencomputer verfügbar werden.

Langfristig verfolgt das Unternehmen ambitionierte Entwicklungsziele: Bis Ende 2028 soll ein System mit rund 175 physischen Qubits entstehen. Bis 2030 sind Systeme mit 1.000 physischen Qubits geplant

2030 soll dann ein System mit 10 logischen Qubits vorhanden sein und bis 2032 mit 100 logischen Qubits. Zudem sind zwei bis drei Systemverkäufe pro Jahr eingeplant.

Trading als geeignete Strategie

Aus meiner Sicht eignet sich bei Aktien aus dem Quantencomputing-Sektor vor allem ein aktiver Trading-Ansatz. Der große Vorteil liegt in der enorm hohen Volatilität, die immer wieder starke Kursbewegungen in beide Richtungen ermöglicht.

So stieg die D-Wave-Aktie seit September vergangenen Jahres zunächst von rund 13 € auf 37 €, fiel anschließend wieder bis auf etwa 12 € zurück und notiert aktuell bei 25,40 €. Solche extremen Schwankungen dürften auch künftig zum typischen Kursverlauf von Quantencomputer-Aktien gehören. Wer vor dem großen Anstieg bei 16,40 € einstieg, erzielt aktuell einen Kursgewinn von rund +54%. Wer auf dem Hoch im Oktober bei 37 € eingestiegen ist und die Position bis heute gehalten hat, befindet sich trotz zwischenzeitlicher Rallyes weiterhin deutlich im Minus.

ℹ️ D-Wave Quantum in Kürze

  • D-Wave Quantum (WKN: A3DSV9), kurz D-Wave, ist ein Hardwareunternehmen, das sich mit der Entwicklung von Quantencomputern beschäftigt.
  • Das Unternehmen mit dem Hauptsitz in Burnabay, Kanada, wurde 1999 gegründet. Bekannt wurde es durch den Verkauf des ersten Quantencomputers 2011 an Lockheed Martin.
  • Neben der Hauptbörse NYSE kann die Aktie auch über Tradegate gehandelt werden. Die Marktkapitalisierung beträgt aktuell 9,3 Milliarden €.

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Fazit

D-Wave Quantum bleibt einer der spannendsten Zukunftswerte im Bereich Quantencomputing. Die technologische Positionierung, die zunehmende Kommerzialisierung sowie die stark steigenden Auftragseingänge sprechen langfristig klar für das Unternehmen.

Gleichzeitig bleibt die Aktie hochspekulativ und extrem volatil. Kurzfristig sind daher jederzeit kräftige Kursrücksetzer möglich.

Für Trader könnte das aktuelle Kursniveau eher Anlass sein, über Gewinnmitnahmen nachzudenken. Langfristig orientierte Anleger hingegen könnten trotz der bereits starken Kursentwicklung weiterhin attraktive Einstiegschancen sehen – müssen jedoch bereit sein, erhebliche Schwankungen auszuhalten.

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