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Danone-Aktie: Die Wette auf Protein und Medizinnahrung

3% mehr Gewinn, aber Kurs fällt
Wenn einer den Proteinboom so richtig reitet, dann Danone. Das zeigen die heute gemeldeten Quartalsergebnisse. Ein Anstieg im Umsatz und operativen Gewinn und trotzdem straft die Börse die Aktie mit einem Kursrutsch von -4,5% ab. Ist der Danone-Protein-Boom intakt, war er das jemals, oder wird er es noch sein?

Mehr Wachstum, mehr Gewinn, ABER

Danone steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um 4,2%, getragen von Preiserhöhungen und echtem Mengenwachstum. Im ersten Halbjahr kletterten die Erlöse auf 13,9 Milliarden € und der Nettogewinn stieg um 13%. Auch die operative Marge verbesserte sich leicht auf 13,3%.

Maßgeblich wurde das Wachstum von Medizinischer Nahrung in Amerika getrieben, sprich Babynahrung oder Spezialnahrung für Allergiker. In Europa hingegen boomten pflanzliche Alternativen (Alpro), funktionale Joghurt-Marken sowie Skyr, Kafir und Protein-Yoghurts. Spannend fand ich, dass die Wasser-Sparte (Volvic, Evian, Aqua) um 4,7% zulegte, und damit die zweitstärkste Sparte des Konzerns war.

Die Jahresprognose von 3 bis 5% organischem Wachstum wurde im Earnings-Call bestätigt, doch JPMorgan-Analystin Celine Pannuti meckert: Das Mengenwachstum blieb hinter den Erwartungen zurück – sprich, ein guter Teil des Wachstums kommt aus höheren Preisen, nicht aus mehr verkauften Bechern und Flaschen. Und das nährt die Sorge, dass der Protein-Hype teils auf wackeligen Füßen steht.

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Protein-Boom: Wie lange trägt er Danone noch?

CEO Antoine de Saint-Affrique hat den Konzern in den vergangenen Jahren konsequent auf proteinreiche Milchprodukte und medizinische Spezialnahrung, etwa für Krebspatienten, ausgerichtet. Der eigentliche Rückenwind kommt dabei aus einer Ecke, die zunächst nichts mit Joghurt zu tun hat: dem Siegeszug der GLP-1-Abnehmspritzen wie Ozempic und Wegovy.

Wer weniger isst, achtet stärker darauf, dass jede Kalorie zählt – proteinreiche, darmfreundliche Lebensmittel profitieren genau davon. Das ist eine strukturelle Verschiebung im Ernährungsverhalten, die Analysten noch Jahre laufen sehen.

Doch die Krux: Genau hier wurde Danone am Mittwoch ausgebremst. Jefferies-Analyst David Hayes verwies in seinem „Underperform”-Rating mit Kursziel 62 € darauf, dass das Marktforschungsinstitut Nielsen seine Absatzstatistik für griechischen Joghurt in den USA nach unten korrigiert hat. Das könnte ein Warnsignal sein, dass die Protein-Story in den USA möglicherweise weniger robust ist, als der Konsens bisher annahm.

Nicht mehr billig, aber was dann?

Bei einem erwartetes KGV von etwa 18 und einer Dividendenrendite von rund 3,2% ist Danone kein Schnäppchen, liegt aber im Rahmen vergleichbarer Nahrungsmittelkonzerne wie Nestlé. Das durchschnittliche Analysten-Kursziel liegt weiterhin deutlich über dem aktuellen Kurs von rund 70 €. Die entscheidende Frage ist also: Wird der Proteinboom und Danones Restrukturierung die Aktie endlich hochtreiben? Oder könnte vielleicht sogar die Sparte der medizinischen Ernährung der Hauptfokus von Danone werden?

Strategischer Umbau

Der Nahrungsmittelkonzern verfolgt seit 2022 die „Renew Danone”-Strategie in der es um Übernahmen und eine Neuausrichtung geht. Seit 2024 läutete Danone die zweite Phase des Plans ein. Seitdem liegt der Fokus noch stärker auf Wissenschaft, Innovation, Protein-Trends, Darmgesundheit und medizinischer Ernährung. Der Konzern übernahm zuletzt die MADE Group, um im Gesundheitssegment in Asien-Pazifik zu wachsen nach den vorherigen Zukäufen Kate Farms (medizinische Ernährung) und The Akkermansia Company (Darmgesundheit).

Gleichzeitig zieht sich Danone aus Risikomärkten zurück: Das Argentinien-Geschäft wandert in ein Joint Venture mit Arcor, um die Abhängigkeit vom volatilen lokalen Markt zu senken.

ℹ️ Danone in Kürze

  • Das 1919 gegründete Unternehmen Danone mit Sitz in Paris ist einer der bekanntesten Lebensmittel- und Getränkehersteller der Welt.
  • Der Konzern ist in den drei Geschäftsfeldern Milch- und Pflanzenprodukte, Spezialnahrung (Baby- und medizinische Nahrung) und Wasser tätig.
  • Zu den bekanntesten Marken von Danone zählen die Joghurts Actimel, Activia und Fruchtzwerge, die Pflanzenmilch Alpro, die Babynahrung Aptamil und Milupa sowie die Wasser Evian und Volvic.
  • Danone notiert an der Börse in Paris, ist Mitglied im europäischen Leitindex EuroStoxx 50 und hat einen Börsenwert von ca. 46,7 Milliarden €.

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Fazit

Danone ist ein umstrittener Titel, denn während der Konzern die Proteinwelle reitet, ist von einem „Boom” mit Blick auf die Zahlen eher weniger die Rede. Das allerdings relativiert sich, wenn man auf die jüngste und nicht wenige Übernahmen schaut. Mit der Warnung von Jefferies vor Schwächen im US-Molkereigeschäft gehe ich nicht mit. Was mir aber eigenartig erscheint ist, dass der Kurs nur seitwärts verläuft und das seit einem Jahr. Es ging seit Mitte 2025 nur +4,8% aufwärts und YTD sogar -10% runter. Daher stufe ich Danone nicht als Kaufkandidaten ein. Der Fokus auf Wissenschaft und strategische Übernahmen mag sinnvoll sein, allerdings bringt das kurz- und mittelfristig keine Gewinne.

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