Nvidia-Aktie: Warum Analysten noch viel höhere Kurse sehen
Rekordzahlen trotz gigantischer Erwartungen
Die Erwartungen waren enorm und trotzdem hat Nvidia erneut geliefert. Der KI-Pionier übertraf mit seinen Quartalszahlen sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn die Prognosen der Analysten deutlich. Die Aktie reagierte zwar nur verhalten und rutschte am Tag leicht ins Minus, doch an der Wall Street überwiegt trotzdem die Zuversicht. Der Grund: Viele Analysten sehen den KI-Boom erst am Anfang.
Nvidia steigerte den Umsatz im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 um 85% auf 81,6 Milliarden US$. Der Gewinn je Aktie lag mit 1,87 US$ ebenfalls klar über den Erwartungen. Wachstumstreiber bleibt das Data-Center-Geschäft, das allein rund 75 Milliarden US$ Umsatz beisteuerte.
Besonders stark fiel auch der Ausblick aus: Für das laufende Quartal erwartet Nvidia Erlöse von rund 91 Milliarden US$ – deutlich mehr als von Analysten prognostiziert. Gleichzeitig kündigte der Konzern ein neues Aktienrückkaufprogramm über 80 Milliarden US$ sowie eine massive Dividendenerhöhung an.
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Analysten heben reihenweise Kursziele an
Die Reaktionen der Analysten fielen überwiegend positiv aus. Evercore ISI erhöhte das Kursziel von 352 auf 413 US$. Analyst Mark Lipacis sieht in den milliardenschweren Rückkäufen und der höheren Dividende zusätzliches Potenzial für eine höhere Bewertung der Aktie.
Auch BofA Securities bleibt bullisch und hob das Kursziel auf 350 US$ an. Morgan Stanley bemühte einen Vergleich aus dem Golfsport und sprach von einem Quartal „geradeaus das Fairway hinunter“. Analyst Joseph Moore sieht Nvidia weiterhin als technologischen Spitzenreiter im KI-Markt. Die Citigroup erhöhte ebenfalls die Schätzungen und verweist vor allem auf die zunehmende Breite der Nachfrage außerhalb der klassischen Cloud-Konzerne. Das Kursziel liegt bei 300 US$.
Mizuho, Bernstein und Raymond James schraubten ihre Prognosen ebenfalls nach oben und sehen die Aktie nun zwischen 300 und 330 US$ fair bewertet.
Der durchschnittliche Analystenkonsens liegt mittlerweile bei knapp 293US$ – und damit rund ein Drittel über dem aktuellen Kursniveau.
Vera Rubin und neue Milliardenmärkte
Große Hoffnungen ruhen nun auf der nächsten Chipgeneration „Vera Rubin“. CEO Jensen Huang warnte bereits vor anhaltenden Lieferengpässen, weil die Nachfrage extrem hoch sei. Gleichzeitig baut Nvidia sein Geschäft zunehmend über klassische KI-GPUs hinaus aus.
Vor allem das Netzwerkgeschäft wächst rasant und hat sich binnen eines Jahres nahezu verdreifacht. Zudem könnte Nvidia laut Citigroup allein mit seinen neuen Vera-CPUs bereits in diesem Jahr rund 20 Milliarden US$ Umsatz erzielen.
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Nur ein Analyst bleibt skeptisch
Während die meisten Häuser ihre Kursziele anheben, bleibt Seaport Global bei der Empfehlung „Sell“. Das Kursziel wurde zwar von 140 auf 180 US$ erhöht, liegt aber weiterhin deutlich unter dem aktuellen Niveau. Damit steht die Bank allerdings weitgehend allein da.
ℹ️ Nvidia Corporation in Kürze
- Die Nvidia Corporation (WKN: A1K023) ist einer der weltweit größten Entwickler von Grafikprozessoren und Chipsätzen.
- Die Chips und Prozessoren des Konzerns kommen in Personal Computern, Spielekonsolen, Rechenzentren und autonom fahrenden Autos zum Einsatz.
- Das in Santa Clara im US-Bundesstaat Kalifornien beheimatete Unternehmen ist Marktführer im Bereich Hochleistungschips für Anwendungen auf Basis künstlicher Intelligenz.
- Nvidia ist Mitglied in den US-Indizes Nasdaq 100, S&P 500 und Dow Jones und ist aktuell mit rund 5,31 Billionen US$ das wertvollste Unternehmen der Welt.
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Fazit
Die Marktreaktion auf die Zahlen fiel zunächst verhalten aus – weniger wegen Schwäche, sondern weil die Erwartungen bereits extrem hoch waren. Inhaltlich lieferten die Ergebnisse jedoch genau das, was Anleger sehen wollten: starkes Wachstum, hohe Margen, ein optimistischer Ausblick und neue Milliardenchancen durch die nächste KI-Welle.
Ich schließe mich daher dem Gros der Analysten an und sehe Nvidia weiterhin als größten Profiteur des globalen KI-Booms. Die entscheidende Frage lautet inzwischen nicht mehr, ob das Unternehmen weiter wächst – sondern nur noch, wie lange dieses Tempo gehalten werden kann. Doch auch hier sehe ich so schnell keine Abkühlung und rate dazu, die Aktie in schwächeren Phasen einzusammeln.