Uber-Aktie: Robotaxis, KI und Milliardenphantasie
Starkes Quartal trotz schwächerer Kursentwicklung
Operativ präsentierte sich Uber zuletzt solide. Die Zahl monatlich aktiver Nutzer stieg im ersten Quartal auf 199 Millionen. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der Fahrten auf 3,6 Milliarden.
Die Bruttobuchungen legten um 21 Prozent auf 53,7 Milliarden Dollar zu. Der Umsatz stieg auf 13,2 Milliarden Dollar. Besonders stark entwickelte sich erneut das Liefergeschäft, dessen Erlöse deutlich zulegten. Auch die Werbeeinnahmen innerhalb der Delivery-Sparte wuchsen dynamisch.
Der bereinigte operative Gewinn stieg um 42 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar. Zudem kaufte Uber im ersten Quartal eigene Aktien im Wert von drei Milliarden Dollar zurück und unterstrich damit den Anspruch, verstärkt Kapital an Aktionäre zurückzugeben.
Weniger überzeugend bleibt hingegen das Frachtgeschäft, das weiterhin Verluste schreibt, obwohl sich die Umsatzentwicklung zuletzt leicht stabilisierte.
Treueprogramm wird zum Wachstumsmotor
Mit inzwischen mehr als 50 Millionen Mitgliedern entwickelt sich das Bonusprogramm Uber One zu einem zentralen Bestandteil der Unternehmensstrategie. Die Zahl der Abonnenten wächst weiterhin rasant und steht mittlerweile für rund die Hälfte aller Bruttobuchungen des Konzerns. Damit stärkt Uber nicht nur die Kundenbindung, sondern treibt zugleich die Vision einer umfassenden Alltagsplattform voran.
Parallel erweitert das Unternehmen seine Dienstleistungen deutlich. Nutzer können inzwischen Hotels direkt über die App buchen und erhalten personalisierte Reiseempfehlungen. Möglich wird dies durch die Kooperation mit Expedia Group. Langfristig soll das Angebot auf Hunderttausende Unterkünfte weltweit ausgeweitet werden. Das Management betonte zudem, dass ein Großteil der wirtschaftlichen Vorteile aus der Partnerschaft bei Uber verbleibt, was zusätzlichen Spielraum für attraktive Angebote innerhalb des Loyalitätsprogramms schafft.
Uber positioniert sich als Schaltzentrale für Robotaxis
Besonders dynamisch entwickelt sich derzeit das Geschäft rund um autonome Fahrzeuge. Uber hat inzwischen mehr als 30 Partnerschaften mit Unternehmen aus den Bereichen autonomes Fahren und automatisierte Lieferdienste geschlossen. Die Zahl autonomer Fahrten auf der Plattform hat sich im jüngsten Quartal im Jahresvergleich mehr als verzehnfacht.
Bis Ende des Geschäftsjahres 2026 sollen autonome Fahrzeuge bereits in 15 Märkten verfügbar sein. Mit der Plattform Uber Autonomous Solutions versucht der Konzern dabei, sich als Infrastrukturpartner der gesamten Branche zu etablieren. Ziel ist es, Herstellern und Technologieunternehmen den Aufbau kommerzieller Robotaxi-Flotten zu erleichtern.
Dabei bringt Uber vor allem seine umfangreichen Datenbestände ins Spiel. Kartenmaterial, Verkehrsanalysen und Erfahrungswerte aus hochfrequentierten Regionen wie Stadien oder Innenstädten sollen Partnern helfen, ihre Systeme effizienter zu trainieren und den Betrieb zu optimieren. Gleichzeitig verfügt das Unternehmen über langjährige Erfahrung im Umgang mit Regulierungsbehörden weltweit, was insbesondere beim internationalen Ausbau autonomer Dienste eine wichtige Rolle spielt.
Finanzierung und Flottenmanagement als strategischer Vorteil
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Finanzierung autonomer Fahrzeugflotten. Gemeinsam mit Banco Santander arbeitet Uber an Lösungen, um Partnern den Ausbau ihrer Robotaxi-Flotten zu erleichtern.
Hinzu kommt die neue Plattform AV Mission Control, die Flottenbetreibern Echtzeitdaten und operative Analysen liefert. Dadurch sollen Ausfallzeiten reduziert und Fahrzeuge möglichst effizient eingesetzt werden. Für potenzielle Investoren und Kreditgeber könnte dies ein entscheidender Faktor sein, da stabile Betriebszeiten die wirtschaftliche Kalkulierbarkeit autonomer Flotten verbessern.
Auch im Bereich Wartung und Betrieb baut Uber sein Netzwerk aus. Gemeinsam mit Hertz Global Holdings wurde eine Partnerschaft geschlossen, bei der Hertz Management- und Servicedienstleistungen für autonome Fahrzeuge des Herstellers Lucid übernehmen soll. Langfristig könnte sich daraus ein größerer Infrastrukturverbund für autonome Mobilität entwickeln.
Versicherungen sollen Haftungsfragen entschärfen
Um die rechtlichen Risiken autonomer Fahrzeuge abzufedern, kooperiert Uber zudem mit Marsh und Apollo. Gemeinsam wurde ein umfassendes Versicherungsmodell entwickelt, das sämtliche Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette absichern soll – von Fahrzeugherstellern bis zu Softwareanbietern.
Gerade in der frühen Phase der Robotaxi-Industrie dürfte dieses Thema erheblich an Bedeutung gewinnen. Uber kann potenziellen Partnern damit nicht nur Reichweite und Infrastruktur bieten, sondern auch Unterstützung bei regulatorischen und juristischen Herausforderungen.
Künstliche Intelligenz soll bestehende Dienste effizienter machen
Neben autonomen Fahrzeugen investiert Uber zunehmend in Anwendungen künstlicher Intelligenz. Die Technologie soll unter anderem vorhersagen, wann und wo Nutzer Fahrten buchen könnten, um passende Angebote schneller bereitzustellen.
Auch Fahrer erhalten inzwischen Unterstützung durch KI-gestützte Assistenten. Diese analysieren aktuelle Nachfrage- und Verkehrsdaten und empfehlen besonders lukrative Einsatzorte, um die Auslastung und Einnahmen zu steigern.
Offene Fragen bei Wirtschaftlichkeit und Regulierung
Trotz der ambitionierten Strategie bleiben einige Unsicherheiten bestehen. Eine zentrale Herausforderung ist die langfristige Wirtschaftlichkeit autonomer Fahrzeuge. Besonders die Restwerte der Fahrzeuge gelten bislang als schwer kalkulierbar, da teure Sensorik und Hochleistungschips kontinuierlich weiterentwickelt werden und bestehende Systeme schnell veralten könnten.
Zudem wächst der regulatorische Druck in vielen Regionen. Während Städte wie San Francisco oder Austin als vergleichsweise offen gelten, zeigen andere Märkte deutlich mehr Zurückhaltung. So mussten Genehmigungen von Waymo im Bundesstaat New York zuletzt auslaufen, wodurch Testfahrten nur noch mit Sicherheitsfahrern möglich sind.
Auch die öffentliche Akzeptanz autonomer Fahrzeuge entwickelt sich bislang langsamer als erwartet. Umfragen zeigen, dass ein wachsender Teil der Bevölkerung weiterhin menschliche Fahrer als sicherer empfindet.
Waymo könnte langfristig zum Konkurrenten werden
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Verhältnis zwischen Uber und Waymo. Derzeit sind autonome Fahrzeuge von Waymo in einigen Städten exklusiv über die Uber-App buchbar. Gleichzeitig arbeitet Waymo jedoch zunehmend an eigenen Direktangeboten.
Hinzu kommt die Kooperation von Waymo mit Lyft in Nashville. Beobachter sehen darin ein Zeichen dafür, dass die Alphabet-Tochter langfristig stärker auf vertikale Integration setzen könnte, um einen größeren Teil der Wertschöpfung selbst zu kontrollieren.
Sollte Waymo künftig verstärkt auf eigene Plattformen setzen, könnte dies die Rolle von Uber im autonomen Ökosystem schwächen.
Bewertung signalisiert erhebliches Potenzial
Auf Basis eines Discounted-Cashflow-Modells ergibt sich für die Aktie ein theoretischer Wert von rund 118 Dollar je Anteilsschein. Gegenüber dem zuletzt deutlich niedrigeren Börsenkurs ergibt sich daraus erhebliches Aufwärtspotenzial.
Die Annahmen basieren auf weiterhin solidem Umsatzwachstum, steigenden Margen sowie einer zunehmenden Bedeutung des Unternehmens innerhalb der autonomen Mobilitätsbranche.
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Fazit
Uber entwickelt sich zunehmend von einer klassischen Fahrdienstplattform zu einem umfassenden Infrastrukturpartner für autonome Mobilität. Gelingt es dem Konzern, seine Rolle im entstehenden Robotaxi-Markt dauerhaft zu sichern, könnte die derzeitige Bewertung langfristig deutlich zu niedrig sein.
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