stock.adobe.com/AnuStudio

Intuit-Aktie -13%: Schnäppchen machen oder Finger weg?

Neues 5-Jahrestief
Die Intuit-Aktie kracht am Donnerstagmorgen um -13% in die Tiefe und setzt damit ihre katastrophale Perfomance der letzten Monate fort. Inzwischen notiert der Software-Konzern auf dem tiefsten Stand seit fünf Jahren. Zeit, ein Schnäppchen zu machen oder besser die Finger von dieser Aktie zu lassen?

Solide Zahlen

Der drastische Kurseinbruch der Intuit-Aktie erschließt sich auf den ersten Blick nicht, denn der Anbieter von Steuer und Finanz-Software hat in dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 solide Zahlen vorgelegt. Der Umsatz stieg um 10% auf 8,56 Milliarden US$ und lag damit nur minimal unter dem Analystenkonsens von 8,61 Milliarden US$. Der Nettogewinn legte um 9% zu und der Gewinn je Aktie übertraf mit 12,80 US$ sogar die Erwartungen des Marktes in Höhe von 12,57 US$.

Es kommt sogar noch besser: Intuit hob seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr an. Der Konzern rechnet nun mit einem Umsatz in einer Spanne von 21,34 bis 21,37 Milliarden US$ und einem Gewinn je Aktie zwischen 23,80 und 23,85 US$ — beide Werte liegen über dem bisherigen Erwartungen.

Wir halten Dich über die jüngsten Entwicklungen in der Software-Branche auf dem Laufenden. Abonniere gleich hier unseren kostenlosen SD Insider Newsletter!

Aber zwei Schocknachrichten

Aber Intuit schockiert die Börse mit einer Nachricht, die in dieser Dimension nicht erwartet worden war. Das Management kündigte einen radikalen Stellenabbau an. Rund 3.000 Mitarbeiter, das sind rund 17% der Belegschaft, müssen gehen. Das Unternehmen begründet den Schritt damit, Komplexität zu reduzieren und Ressourcen massiv in die neuen KI-Initiativen (Partnerschaften mit OpenAI und Anthropic) umzuschichten.

An der Wall Street sorgt ein so radikaler Schnitt am Tag eines Gewinnberichts jedoch für erhebliche Verunsicherung. Investoren fragen sich, ob hinter den Kulissen tiefergehende strukturelle Probleme schlummern, wenn ein eigentlich hochprofitables Unternehmen so drastisch die Axt ansetzt. Die Restrukturierung wird das Unternehmen im nächsten Quartal zudem über 300 Millionen US$ kosten.

Und es gab noch eine weitere schlechte Nachricht. Bei preisbewussten Steuerzahlern mit einem Einkommen von unter 50.000 US$, die ihre Steuererklärung komplett selbst online machen, hat Intuit mit seiner Software TurboTax massiv Marktanteile verloren.

Das Eingeständnis von Intuit-CEO Goodarzi war bemerkenswert deutlich: „We lost on price“. Intuit hat die Preisschraube im Niedriglohnsegment offenbar überdreht und Kunden an günstigere Konkurrenten verloren.

Ein einziger Graus

Der Chart der Intuit-Aktie ist seit Monaten ein einziger Graus. Seit Jahresbeginn befindet sich der Tech-Wert im freien Fall.

Zuletzt konnte sich die Aktie zwar bei ca. 350 US$ stabilisieren. Mit dem heutigen Kurssturz ist diese Stabilisierung aber schon wieder ad acta gelegt. Es droht ein weiterer Rückfall auf den Support bei 315 US$.

Ein Damoklesschwert schwebt über dem Unternehmen

Obwohl die Prognose für das Gesamtjahr angehoben wurde, zeigt das abgelaufene Quartal mit einem Umsatzplus von 10% ein deutlich langsameres Wachstumstempo als noch das Vorquartal (+17%). Anleger müssen sich darauf einstellen, dass Intuit in den kommenden Jahren nicht mehr zweistellig wachsen kann.

Hinzu kommt das Damoklesschwert der SaaSpocalyse, das ganz besonders über einem Anbieter von Steuer-Software wie Intuit schwebt. Die Börse fürchtet (meiner Meinung nach zu Recht), dass autonome KI-Agenten die klassische, teure Abo-Software von Intuit mittelfristig überflüssig machen könnten. Die bevorstehende massive Verkleinerung der Belegschaft bei Intuit befeuert diese Sorge noch einmal zusätzlich.

Du willst die echten Gewinner des laufenden Börsenjahres kennenlernen? Zeit für einen Blick in unsere Top-Picks 2026!

Mit einem Forward-KGV von 15 ist die Intuit-Aktie zwar inzwischen so günstig wie seit langem nicht mehr. Trotzdem rate ich Anlegern von einem Kauf des Software-Titels ab.

ℹ️ Intuit in Kürze

  • Intuit (WKN: 886053) ist ein 1983 gegründetes Technologieunternehmen mit Sitz im kalifornischen Palo Alto, das sich auf Finanz-, Steuer- und Marketingsoftware für Privatpersonen, kleine und mittlere Unternehmen sowie Steuerberater spezialisiert hat.
  • Das Unternehmen gilt als einer der wichtigsten Pioniere bei der Digitalisierung des Finanzalltags von Privatpersonen und Unternehmen.
  • Kernprodukte von Intuit sind die Software-Plattformen QuickBooks (Buchhaltungssoftware), TurboTax (DIY-Software für die private Steuererklärung in den USA und Kanada), Credit Karma (Bonitätsprüfungen und Finanzprodukte wie Kredite und Versicherungen) und Mailchimp (E-Mail-Marketing).
  • Intuit ist Mitglied im Nasdaq 100-Index und ca. 106 Milliarden US$ wert.

Wenn Du Intuit beobachtet, solltest Du Dir Deinen persönlichen Informationsvorsprung sichern. Im SD Insider Newsletter berichten wir regelmäßig über Entwicklungen bei dieser und ähnlichen Aktien – kompakt und ohne Umwege.

Intuit weiter verfolgen – Newsletter kostenlos abonnieren »

Fazit

Angesichts der sich abzeichnenden Wachstumsschwäche und der existenziellen Bedrohung durch KI-Modelle ist die Story von Intuit massiv angeschlagen. Anleger können hier immer noch kein Schnäppchen machen, das sich mittel- bis langfristig auszahlen wird.