Stratec-Aktie: Hier zählt die Zukunft
Geschäftsentwicklung im Rahmen der Erwartungen
Der Geschäftsverlauf im ersten Quartal entsprach weitgehend den Erwartungen des Unternehmens. Der Quartalsbericht vom 11. Mai zeigte allerdings einen deutlichen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis.
Als Belastungsfaktor nannte das Management unter anderem das weiterhin angespannte geopolitische Umfeld.
Der Umsatz sank von 60,3 Millionen € im Vorjahreszeitraum auf 53,4 Millionen €. Positiv entwickelte sich dabei weiterhin das Segment Systeme, das sein dynamisches Wachstum fortsetzen konnte. Dagegen gingen die Erlöse im margenstarken Service- und Verbrauchsgeschäft sowie im Dienstleistungsbereich deutlich zurück.
Die schwächere Umsatzentwicklung belastete die Profitabilität erheblich. Das operative EBIT fiel von 5,3 Millionen € auf nur noch 0,7 Millionen €. Die EBIT-Marge brach dadurch von 8,9 % auf 1,3 % ein.
Unter dem Strich rutschte Stratec sogar in die Verlustzone: Aus einem Nettogewinn von 3,1 Millionen € im Vorjahr wurde ein Fehlbetrag von 1,1 Millionen €.
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Positiver Free Cashflow als Lichtblick
Deutlich erfreulicher entwickelte sich hingegen der Free Cashflow.
Hier gelang eine starke Verbesserung: Aus einem negativen Wert von 8,3 Millionen € wurde ein positiver Cashflow von 18,6 Millionen €.
Maßgeblich hierfür waren insbesondere der Abbau von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie eine Optimierung des Working Capitals.
Die schwachen Quartalszahlen kamen für den Markt allerdings nicht überraschend, da das Unternehmen bereits frühzeitig auf die schwierige Entwicklung hingewiesen hatte.
Vorstandsvorsitzender Marcus Wolfinger kommentierte die Entwicklung so:
Die Stratec-Gruppe ist, wie bereits im Rahmen unserer Veröffentlichungen zu den Geschäftszahlen 2025 kommuniziert, verhalten in das neue Jahr gestartet. Die entstandenen Rückgänge bei Umsatz und Ergebniskennzahlen liegen jedoch im Rahmen unserer Planung und sind somit auch in unseren kommunizierten Zielen.
Mittelfristig wieder deutlich höhere Margen geplant
Auch strategisch verfolgt Stratec ambitionierte Ziele. Das Effizienzprogramm „Operation Excellence“ soll die Profitabilität in den kommenden Jahren spürbar verbessern. Bis 2028 strebt das Unternehmen eine EBIT-Marge von mindestens 13 % an, bis 2030 sollen es sogar mindestens 15 % werden.
Parallel dazu soll das Umsatzwachstum mittelfristig wieder in den zweistelligen Prozentbereich zurückkehren
ℹ️ Stratec in Kürze
- Die Stratec SE (vormals Stratec Biomedical AG) ist ein weltweit agierendes Unternehmen, das in der Entwicklung und Herstellung von integrierten, vollautomatischen Analysesystemen im Bereich der In-vitro-Diagnostik tätig ist.
- Neben dem Hauptsitz im baden-württembergischen Birkenfeld unterhält der Konzern zahlreiche internationale Standorte.
- Das im SDAX gelistete Unternehmen wird an der Börse aktuell mit 204 Millionen € bewertet.
Fazit
Kurzfristig bleibt die operative Lage von Stratec zwar angespannt, langfristig könnte das aktuelle Bewertungsniveau jedoch wieder interessant werden.
Sollte sich die Ertragslage wie geplant ab dem zweiten Halbjahr verbessern, wären auch deutlich höhere Kurse wieder realistisch. Ein erstes Kursziel könnte im Bereich von etwa 22 € liegen. Sollten die mittelfristigen Margenziele erreicht werden, erscheinen langfristig auch Kurse um 30 € wieder denkbar.
Zusätzlich spricht die vergleichsweise attraktive Dividendenrendite von derzeit rund 3,4 % für die Aktie. Zuletzt zahlte Stratec eine Dividende von 0,60 € je Aktie
Hier sei erwähnt: Nicht jede Dividenden-Aktie bietet auch Kurspotenzial – doch einige tun es durchaus. Diese zehn Titel wurden nach beiden Kriterien ausgewählt und könnten 2026 für eine doppelte Rendite sorgen.
Interessenkonflikt: Der Autor hält Aktien des besprochenen Unternehmens Stratec. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.